Chapter 2. Koh Samet

Vierter Tag der Reise.

Ich sitze im Travellers und schaue mir die erste Hälfte von Darjeeling Limited an, nachdem ich ein ziemlich gutes Frühstück hinter mir habe. Die Räumlichkeit passt zum Film, da die Tische und Stühle im indischen Stil aus Holz geschnitzt sind und Pflanzen das ganze hervorragend untermalen.

Es dauert noch eine ganze weile bis ich zum Mini Van gerufen werde und die Zeit vergeht mit einem hinter-dem-zug-herhechtenden Bill Murray, drei verrückten Brüdern auf Tranquilizern und einer unfassbar hübschen Inderin.

Typischerweise kommt der Mini Van zu spät und die Fahrt ist einmal mehr eine Fahrt mit Hochgeschwindigkeit, wie ich sie einmal von Kambodscha aus über den Highway erlebt habe; es ist auch derselbe Highway, den wir nehmen.

Auf dem Weg, während wir eine Pause an einer Tankstelle einlegen, damit der Van weiterhin sein immenses Tempo halten kann, lerne ich eine Kanadierin, einen Belgier und einen Isländer kennen, die alle schon weit herum gekommen sind und spannende Geschichten zu erzählen haben.

Es dauert nicht lange, bis wir an der Zwischenstation in der Nähe des Hafens angekommen sind, uns die Zeit vertreiben, und schließlich unsere kurze Fahrt vom Festland hinüber auf die Insel unternehmen.

Koh Samet ist eine sehr kleine Insel unweit der Küste in Richtung Kambodscha und meine Wahl dorthin zu reisen lag in dem Fakt, erst einmal eine Woche am Strand verbringen zu wollen, bevor es direkt in den Norden des Landes gehen sollte.

Doch schon bevor wir das Boot besteigen, melden sich starke allgemeine Kraftlosigkeit und Kopfschmerzen bei mir an, auch nichts gegen eine Fahrt dorthin zu haben.

Auf dem Boot ist es dann so heftig, dass ich Zeit habe, um mir ausgiebig Sorgen zu machen, wobei die ballernde Sonne nicht gerade eine Hilfe darstellt.

Nun, ich mache das beste daraus und versuche dennoch zu genießen, schon bald sind wir auf der Insel angekommen.

Die beiden Kerle wollen lustigerweise zum selben Resort wie ich, dem Samet Ville Resort, welches ich bei google.maps entdeckt habe, als ich mich zuhause vorbereitete.

Ich erfahre allerdings dass jeder von ihnen 2000 Baht dafür hinblättern muss, was mich als Low Budget Longstay Backpaper natürlich abschreckt.

Ich fahre trotzdem mit, weil ich in den schmalen Süden möchte (die Insel ist breit im Norden und wird gen Süden dann immer schmaler, schaut von oben echt putzig aus) und mir denke dass es schon eine preisgünstigere Möglichkeit in der Nähe geben wird.

Die Fahrt mit dem typisch offenen Thai-Taxi mutiert zu einer spektakulär-knackigen Tour, die uns alle kräftig durchschüttelt und dazu zwingt uns gut festzuhalten, um nicht den Halt zu verlieren.

Während die Straße des Zentrums im Norden, wo Resort and Resort gereiht ist und sich der lange Hauptstrand befindet, noch human und gerade verläuft, kann man den weiteren Verlauf in Richtung Süden getrost als irrsinnig bezeichnen. Die angebliche Straße ist schlicht und einfach nicht existent, es ist ein verdammter Schotterweg bestehend aus Erde, Sand und Steinen. Und Löchern. Die Löcher nicht zu vergessen.

Sie sieht aus als wären vor nicht allzu langer Zeit Bomben auf der Insel eingeschlagen, nichts anderes kann wohl diese mondartigen Krater verursacht haben. In der Realität allerdings, wird es wohl die Flut in der Regenzeit gewesen sein, die sich gerne damit die Zeit vertreibt, die Straße zu transformieren und ihr so jedes Jahr aufs neue eine andere Gestalt zu schenken.

Der Weg ist auf jeden Fall eine Gaudi, es rumpelt und wackelt und rumpelt und wackelt, dass sich einem der Magen umdreht und sich die Erdnüsse, die ich zu mir genommen habe, in erstklassigen Mus a la Cartè verwandeln.

Schließlich knallt es mächtig neben unseren Ohren und es scheint, als würden zu bestimmten Tageszeiten wohl doch Bomben auf die Straße nieder hageln.

Es ist der vordere linke Reifen, der sich irgendeinen einsamen Stein oder etwas anderes sehr spitzes geküsst hat und der Belgier berichtet es unserem Fahrer, der es nicht mitbekommen hat. Wir stoppen an der höchsten Stelle der Straße, parken dort und beenden so unsere Fahrt.

Während wir auf das nächste Taxi warten, schlendere ich gelassen über den schmalen Pfad zu unserer rechten zu einer Klippe, von wo aus einem der Blick auf das Meer freigegeben wird, weit und blau erstreckt es sich zur linken, wird nur ein Stück weit gestoppt zur rechten, wo sich eine kleine Ecke Festland erstreckt.

Bald kommt das nächste Taxi, voller Chinesen, und bringt uns zum Samet Ville, wo wir nach kurzem Gang an der Rezeption landen.

Das Samet Ville ist definitiv ein luxuriöses Anwesen mit Pool, Holzschaukeln, einem kleinen versteckten steinigen und einem pornösen lagunenartigen Traumstrand.

Es gibt ein überdachtes Restaurant mit dazugehörigem Außenbereich und Gäste, die hauptsächlich aus Russen und Chinesen bestehen.

Bald merke ich, dass es keine weiteren Low-Budget Bungalows in Reichweite gibt und dass Taxi verlangt 400 Baht von mir, da ich der einzige bin der kurz vor Dämmerung zurück in den Norden fahren will.

Ich entscheide mich für eine Nacht zu bleiben, es gibt noch die preiswerteste Variante und zwar die Hälfte eines Doppel-Bungalows mit Fan für 1100 Baht (sind fast 30 Euro).

Das Zimmer ist nicht gerade komfortabel zu dem Preis, aber das Bett ist gut genug, dass ich nach der betonartigen Matratze in Bangkok wie ein König schlafen kann und es gibt wenigstens im Preis inbegriffenes Frühstücksbuffet.

Am nächsten Morgen stehe ich mit der Dämmerung auf und genieße ein wahrhaft großartigen Morgen und dieser sollte auch der beste während der ganzen folgenden Woche auf Samet bleiben. Dafür hat es sich definitiv gelohnt, einmalig so viel für eine Nacht hinzublättern.

Ich tauche ein in das Meer, dass sich warm und salzig um mich schließt, während die Sonne jungfräulich vor meinen Augen aufgeht, schwimme eine halbe Stunde vorwärts und rückwärts, genieße die herrliche Ruhe und Entspannung – ein Segen nach der Hektik und guter Frühsport noch dazu. Der Strand ist wahrlich wundervoll, mit feinem Sand und klarem Wasser.

Das Frühstücksbuffet ist der Knaller, mit Reissuppe, Früchten, Toast, Ei, Tee, eben allem drum und dran, und dabei treffe ich erneut auf den Isländer und Belgier. Wir verbringen auch den Rest des Vormittags gemeinsam für ein Weilchen am Strand und fahren dann zurück in den Norden, wo die beiden in ein weiteres recht teures Resort einchecken, das fast genauso heißt wie das vorherige und ich mache mich auf die kurze Suche nach einem anderen Space.

Dieser befindet sich keine 500meter weiter an einer kleinen Straße, welche von der zerbombten Hauptraße abgeht, an einem von den Touristenmassen ausreichend abgeschirmten Ort und nennt sich Lelawadee Guesthouse. Dort bittet mich eine alte Dame Platz zu nehmen und zu warten, bis die Eigentümerin kommen werde.

Diese erscheint dann um mir zu offenbaren, dass ein Zimmer 500 Baht die Nacht koste und ich willige erstmal ein, um später mit ihr 450 Baht auszuhandeln, da ich eine Woche bleibe.

Das Gasthaus ist komplett neu und alles ist sehr sauber und, nun, neu und ich verbringe die komplette Woche gerne dort.

Der schöne Morgen mit all der Entspannung ist vorbei und der Abend hält im Gegenzug eine Party bereit, zu der mich die Kanadierin einlädt, als ich sie in der geschäftigen Hauptmeile im Norden treffe, mit der Bitte, doch die beiden Kerle mit zu schleppen.

Diese Party ist der absolute Mist, wir trinken aus einem Bucket (was dann das zweite mal in meinem Leben darstellt) Wodka Red Bull und nach einer weile (mit einem ausreichenden Pegel im Blut) lassen wir uns auf die in Wahrheit extrem miserable Musik ein, um am Ende völlig auszuflippen bis wir halbnackt auf den Tischen tanzen.

Nun, es ist nicht ganz so erniedrigend wie die Full Moon, aber es kommt dem sehr nahe.

Irgendwann hört diese Farce auf und ich befinde mich inmitten der Insel irgendwo zwischen Bungalows und auf einem kleinen Weg, mit meiner Kopflampe beleuchtet und muss mir eingestehen dass ich mich hoffnungslos verlaufen habe. Die Szene ist recht creepy und ich bin echt erleichtert als ich es endlich in mein Bett geschafft habe, um bis zum nächsten Nachmittag durchzuschlafen.

Tja, was für ein Montag auf Koh Samet.

Die nächsten Tage verbrachte ich damit, jeden Tag zum 7eleven zu wandern, um mich mit Wasser und Nüssen zu versorgen und bleibe ansonsten viel im Bett, da es mir immer schlechter geht. Ich schwitze extrem unter der Decke und beginne mit Terry Pratchetts Pyramiden, ein fantastisches Buch.

Es gibt schließlich noch zwei spezielle Tage, an denen ich mich zum einen an den Nordstrand begebe (es gibt nur einen einzigen Strand im Norden, alle anderen befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite) und zum anderen zu Fuß den gesamten Weg ans Südkap zurücklege.

Der Tag am Strand beginnt mit der Erkundung des nahen Sees, welcher allerdings künstlich zu sein scheint. Man kann ihn gut auf google.maps sehen, da wirkt er allerdings etwas größer als er ist. Ich entdecke ein paar schöne Schmetterlinge und ein Wesen, dass mir gänzlich unbekannt ist, mit schwarz-gelben Flügeln und einem schwarz-roten Körper, das elegant auf weißen Blüten landet.

Irgendwann verlasse ich diesen Ort wieder und auf meinem Weg zum Strand kreuzt noch ein Jugendcamp meinen Weg, von wo aus einem ein guter Blick auf das Meer gegeben wird.

Koh Samets Vegetation besteht hauptsächlich aus Wald, ist kaum tropisch und weniger üppig im Vergleich zu den Inseln im Süden Thailands. In diesem Sinne empfinde ich es, um ganz ehrlich zu sein, als ein bisschen langweilig. Dementsprechend fehlen auch viele tropische Vögel und andere Tiere, wodurch ich auch keine nennenswerten Geräuschaufnahmen habe machen können.

Der Nordstrand ist sehr ruhig und entspannt, kaum Leute die ihre fetten Ärsche auf dem Sand verteilen und so habe ich einen angenehmen Ort zum schwimmen, sonnen und –zum ersten mal- Poitraining gefunden. Ein großartiger Nachmittag vergeht damit und endet in einem ebenso großartigen Sonnenuntergang, der sein rotes Licht malerisch über den Horizont verteilt. Das Poispiel ist sehr energetisch, ich steigere mich bis zum Maximum hinein und wirbele mehrfach in hoher Geschwindigkeit um die eigene Achse, während die Wi vermutlich auch rückwärts dazu rotiert.

Kommen wir nun zu etwas völlig anderem…

Der Plastikmüll der am Strand angeschwemmt wird. Dieser ist nicht unbedingt ein Einzelfall auf Koh Samet. Ob Flaschen oder Beutel, es ist eine ganze Menge was sich da so sammelt und ich schrieb während der letzten Reise schon einmal ansatzweise über die Umweltproblematik in Thailand. Ich sagte, ich würde gar nicht darüber nachdenken wollen, was dies bedeutet. Nun tue ich es.

Der Plastikmüll ist in Thailand erheblich und teilweise verbrennen die Einheimischen den Dreck sogar. Im 7eleven geben sie einem immer eine Plastiktüte dazu und man sollte deshalb sagen, dass man keine möchte.

So wie auf Koh Samet der Plastik angeschwemmt wird, habe ich es auch noch nicht erlebt. Nun, das Festland ist nicht weit entfernt und Rayong und Pattaya, zwei Großstädte mit viel Industrie, befinden sich dort.

Ich werde im nächsten Kapitel noch näher darauf eingehen, berichte jetzt erst noch vom letzten Tag auf Samet, wo ich den Trip in den Süden unternommen habe.

Es sind ungefähr anderthalb Stunden Fußmarsch und es geht auf und ab auf der zerbombten Straße, da die Insel immer schmaler wird, werden auch die Resorts weniger auf diesem Weg.

Es ist nicht besonders spektakulär und in der Mittagshitze definitiv mühsig. Ich schätze es sind so sieben Kilometer von meinem Gasthaus aus bis zum Ende der Insel – dem Südkap. Ich lausche der herzerwärmenden Stücke von Eva Wunderbar, die mich sanft über die Zeit tragen, mich fliegen lassen über den Boden, winzige Tränen der Freude entlockend…

Nun, ich kreuze wieder das Samet Ville Resort und etwas später das Paradee, dass, wie ich feststelle, die einzige bewachte Hotelanlage auf dieser Insel darstellt.

Kurz vor Ende der Insel befindet sich dann noch ein Resort, dass viele Hängematten und Schaukeln zu bieten hat, wo ich mir Banana Cake und Erdnüsse gönne und eine einstündige Verschnaufpause einlege in einer der Hängematten. Das erste mal Hängematte auf der Reise! Ich schaukele für mein Leben gern und in Hängematten fühle ich mich zuhause, aber sie muss ständig weit schwingen, sonst ist es nur halb so interessant.

Kurze Zeit danach stehe ich schließlich am Südkapp und betrachte die Mikroinsel die sich an Samet anschließt und das offene weite Meer. Plastik wurde angespült und ein alter Latschen.

Ich atme die Weite.

Die Weite des Kosmos, die Weite des Seins.

Als ich mich auf dem Rückweg befinde und erneut das Paradee kreuze, jene bewachte Hotelanlage, keimt in mir ein spontaner Gedanke auf, dass ich dieses Anwesen von innen sehen will – dass ich mich nicht irritieren lasse von diesen Sicherheitsfuzzis.

Eine Ecke entfernt, die Straße hinauf und um die Ecke, entdecke ich einen kleinen Pfad durch den Wald, den ich ohne zu zögern einschlage. Ich bin sicher; es gibt einen anderen Eingang!

Der Pfad führt zu einem kleinen Platz mit einer Feuerstelle und ich kann das Resort schon erkennen, schleiche mich vorsichtig um die Ecke eines Bambuszauns und bin drin. Die Häuser sind weiß und wirklich extrem nobel. Ein „Wächter“ kommt mir entgegen und will wissen, wohin ich gehe, mein Herz klopft und ich antworte schnell, dass ich unterwegs zum Strand sei, nur dass der Weg den ich gehe, gar nicht wirklich zum Strand führt, wie mir kurze Zeit später klar wird.

Der Weg endet an einem der Häuser und geht in einen anderen kleinen Pfad über, der nach links oben weg führt, weg vom Resort und schließlich in den Wald. Ich bin nervös wegen des Wächters und bin unsicher, denke mir, er wird Verstärkung holen und zurückkehren.

Im Wald gibt es viele DSCF5328SpDSCF5332innennetze und der Pfad ist sehr klein, ich muss mich durch Sträucher und Äste kämpfen, doch ich verlaufe mich ziemlich schnell und werde mehrere male von lästigen Moskitos gestochen, was mich dazu veranlasst, wieder zum Resort zu gehen. Von dort aus erkenne ich den Strand, der wesentlich kleiner ist als jener im Samet Ville und sehr idyllisch wirkt. Doch ich traue mich nicht ganz, den Pfad dorthin zu nehmen, ich gebe auf, will keinen Ärger.

Behutsam schleiche ich den Weg entlang wie Pteppic in Pyramiden und gehe nicht wieder die selbe Route, sondern mache mich geradewegs an dem Ausgang aus dem Staub, der direkt neben dem Haupteingang liegt, wo mich der Wächter von außen nur leicht kritisch beäugt.

Nun, das war der Trip in den Süden.

Mein Fazit zu Koh Samet;

Es ging mir die meiste Zeit über nicht so gut und ich Samet ist darüber hinaus keine großartig lohnende Insel. Es ist die Insel, auf der Thais, Chinesen und Russen Urlaub machen, wo es am Wochenende voll wird im Gegensatz zur Woche, wo Plastikflaschen angespült werden und kaum Palmen am Strand stehen (am Nordstrand waren jedoch ein paar wenige). In diesem Sinne stimmt es vielleicht auch nicht ganz, dass der Regen in der Regenzeit die Straße transformiert. Es soll wohl wesentlich weniger Regen geben als auf den südlichen Inseln wie Panghan oder Phi Phi. Keine wirkliche Alternative dazu also, aber es bot sich eben an, weil ich ja zu Anfang erst einmal an den Strand wollte und es nicht so weit entfernt von Bangkok ist. Ich bin froh, als ich wieder im Boot zurück ans Festland sitze und etwas neues beginnt.

Das nächste Kapitel ist schon fast fertig, dauert aber vielleicht noch so 2-3 Tage und wird sehr lang (hat jetzt schon 10 Seiten)

Ein frohes neues euch allen!

Advertisements

Chapter 1. Ankunft in Thailand

Bangkok.

Flughafen.

Zahlreiche Neuankömmlinge strömen zu den Schaltern, welche jene letzte Barriere markieren, bevor es mal wieder heißt; es wird heiß im Land des Lächelns. Denn draußen erwartet dich die Hitze der Nacht, die schwüle Brise der Hauptstadt, meist bestehend aus einer Mischung aus Abgasen, Müllgestank, exotischen Gewürzen und Tiger Balsam.

Ich bin zurück. Zurück in meinem Traum, mir schien es ein ganzes Leben her zu sein, doch ist es anscheinend präsenter als ich dachte.

Die Neuankömmlinge rücken langsam vor, Schritt für Schritt ins Paradies. Aus meinen Kopfhörern schwingt der sanfte Klang des ersten Albums von Ulrich Schnauss in meine Ohren, ein Prickeln fährt durch meinen Körper, warm und angenehm, ich bin gleich dran.

Dann geht alles sehr schnell, so schnell wie nie, und ich warte auch nur geringfügig lange auf meinen Rucksack.

Glorreiche Brise, die du durch meine Nasenlöcher strömst direkt ins verwirrte Hirn, dass noch nicht so richtig weiß, was eigentlich los ist im Hause Jones.

Das Unübliche, doch Übliche, da schon zum zweiten male, dummes Hirn.

Ankunft in Thailand.

Ja, diesmal ging alles viel schneller, musste ich doch beim letzten Trip fast einen halben Tag in Doha zubringen, weil ich erst so spät gebucht hatte.

Diesmal gab es nur zwei Stunden, die wie im Fluge vergingen, in der Zwischenwelt Abu Dhabis… und in den Maschinen selbst konnte ich mir die Zeit einmal mit Liebesgrüßen aus Moskau und das andere mal dem neuesten Batman vertreiben, nur unterbrochen von leichten Turbulenzen hier und da, was dem Film durchaus entsprach.

Nun, nach 16 Stunden letztendlich, mit etwas Verspätung also…

Bangkok.

Flughafen.

Ich spreche zwei Deutsche an, ob sie eine Ahnung haben, welcher Wechselkurs der richtige auf der Anzeige ist, also der, den man am Automaten ausgezahlt bekommt, und sie scheinen noch weniger irgendeinen Schimmer zu haben, als ich, aber so ist das eben mit Schimmern, auf die ist kein Verlass, verdammte Saubande.

Was solls, ich komme also mit Moe und seinem Kumpel ins Gespräch, die zur Kao San wollen, aber schon wieder kleinen blassen Schimmer haben, wie, in diesem Falle aber ich. Mit dem Zug nämlich, nicht mehr mit dem Bus, der wurde abgeschafft.

Nun, ist auch viel bequemer, preiswerter, schneller und überhaupt, da weiß man doch wie der Hase läuft und woran man ist.

Schon bald stehen wir auf dem Endbahnhof und treffen auf zwei weitere Deutsche, ein Pärchen, dass etwas älter ist als wir es sind, die sich ein Taxi bestellen möchten, wo wir uns natürlich sofort dranhängen und bääm – Kao San Road.

Wie habe ich die gehasst beim ersten mal, völlig überfordert war ich von den Eindrücken, all die übertriebenen Lichter, die wahnsinnigen besoffenen Engländer und all die Leute die einem was verkaufen wollen – ganz besonders die verdammte Pussy Show.

Irgendwie vermisse ich die Aufregung, ja ich bin gut drauf, alles super glatt gegangen, kaum was bezahlt für den Weg bis zu Kao San und interessante Gespräche innerhalb der kleinen Reisegruppe, die sich gebildet hat. Aber irgendwie ohne diese prickelnde pochende mächtige Aufregung vom ersten mal, was nur eins heißen kann; es ist wie beim Sex!

Nun, ich weiß wo ich hin will und es ist kurioserweise direkt gegenüber von dem Hotel welches sich die beiden Jungs ausgeguckt haben. Dieses ist jedoch viel zu teuer und sie riskieren einen Versuch mir zu folgen in das; Peachy Guesthouse.

Dies hat Doppelbettzimmer mit Fan für 160 Baht (ziemlich genau 4 Euro), was das Langzeit-Backpaper-Herz doch mehr als erfreut, junges Volk da draußen, oder wie oder wer oder watt oder wieso eigentlich oder nich?

Dafür sind die Betten hart wie Beton, aber es ist dafür ein wenig abseits gelegen von den totalen Tourimeilen.

Also, die folgenden zwei Tage und drei Nächte insgesamt verbinge ich in Bangkok und gegenüber dem ersten male muss ich doch sagen, gibt es zwar weniger prickelnde Aufregung, dafür aber umso mehr Gelassenheit, die dem jungfräulich empörten Chaos entschieden entgegen tritt mit einem HaHa! Erschrecken tust du mich nicht mehr, du alte Hauptstadt-Sau! Ja, wirklich, ich bin geradezu überstürzt geflohen vor zwei Jahren aus diesem Moloch, dass mich fressen wollte wie hungrige Monsterspinnen eine kleine sensible Ladyboy-Fliege.

Doch nun, ich genieße die Zeit, gehe abends noch mit der Kurzzeit-Reisegruppe ins Jazz Happens! wo eine Funky Band guten Sound zum Besten gibt und schlendere mit den beiden Jungs sogar über die Kao San, wo Pad Thai mir den Abend zu versüßen versteht.

Am nächsten Tag gibt es dann weiteres Schlendern, und eine wirklich gelungene belebende liebliche Thai-Massage, woraufhin der zweite Tag zum Ausflug ruft: Besichtigung des Grand Palace und Wat Pho, des Tempels, der den liegenden Buddha zu bieten hat und dieser Trip ist wirklich sein Versprechen wert; golden schimmernde und in allen Farben strahlende buddhistische Bauten, die einen so vereinnahmen, dass man eigentlich gar nicht mehr weg will, so geht es mir jedenfalls immer, zumindest kann man sich daran wahrhaftig nicht satt sehen, so viel steht fest.

Ich habe früher Tomb Raider gespielt, ich war süchtig nach diesem Computerspiel, und die Realität sieht definitiv besser aus. Nur fehlen mir leider ein bisschen die Rätsel, die ich lösen muss, der Ruf des schicksalshaften Abenteuers, bei dem es verborgene Schätze und längst vergessene Artefakte zu entdecken gibt.

Nun, es ist auch kein Wunder, bei all den Touristen, das gleiche Problem hatte ich schon in Angkor Wat, Kambodscha. All diese Assis… oh, ich meine natürlich Touris.

Am wohlsten fühle ich mich immer wenn ich alleine neues entdecken kann, da wo keiner sonst hingeht, verweile und alles in Ruhe beschaue. Ja, das ist es. Den einen Abend in Bangkok lief ich durch einen andere Tempelanlage nahe der Kao San, da schien schon geschlossen zu sein, es gab allerdings eine Pforte, die geöffnet war und ich stürzte mich ins Vergnügen… es war schon dunkel und der Hauch des Geheimnisvollen haftete der Szenerie an, es war schön, ja das hat Spass gemacht.

Und kurz darauf durfte ich Teil einer chinesischen Zeremonie werden, bei der etwa hundert Menschen einmal um den Block liefen, angeführt von ein paar Mönchen und die schließlich endete an einem hübschen chinesischen Wat. Das war beeindruckend.

Also…

Ich erkundete Angkor mit dem Fahrrad, was kaum ein anderer Irrer sonst allen Erntes machen möchte denn der Wankende wird dabei seinen Verstand verlieren, ich entdeckte eine Volunteer Farm in Pai, auf die ich zurückkehre um mein dort verlorenes Herz zurückzuholen, ich schwang den Feuerstab wie ein tollwütiges Eichhörnchen an einem pornösen und nicht mehr ganz legalen Strand und flitzte todesmutig über die Full Moon Party – der wohl mit Abstand abartigsten Feier aller Welten, ich kletterte über eine halb nicht mehr existente Brücke mit einem 20meter Abgrund darunter und was mag wohl als nächstes kommen… bleibt dran wenn es wieder heißt; Paolo Jones macht Südostasien unsicher und alle englischen Mädchen müssen entsetzt fliehen, denn sie haben keine Chance!

Chapter 15. Relax

 

Tja.

 

Die letzten zwei Wochen der Reise.

Nachdem ich in den ersten zwei Tagen nur geflucht habe und wieder nach Pai wollte, brachte eine Wink des Schicksals mich zu wohl einem der besten Plaetze auf der Insel.

 

Dies alles zu verdanken einem Hollaender.

Auf dem Weg dorthin sammelte ich noch einen Herrn aus Belgien ein, der statt einem haufen Schotter nun einiges sparen darf.

150 Baht fuer einen Bungalow, die Besitzer lassen sich Mama und Papa nennen und wir haben ein Digerdidoo und zwei Gitarren.

Das ganze bedindet sich in Haad Chao Phao im Norden, eine ganze Ecke weg vom Partyzentrum, was die beste Entscheidung war.

Denn im ersten Teil der Reise gab es genug davon, so dass ich nun einfach nur noch in meiner Haengematte liegen moechte um Terry Pratchett zu lesen.

 

Ich erlebe so auch ein ganz anderes Phangan, ein Phangan, dass scheinbar noch den hauch aus der Zeit besitzt, den es vor zehn Jahren hatte.

In der Naehe ist eine Reggae Bar nach der anderen und Live Musik. Ein bisschen wie Pai auf dem Thailaendischen Hawaii?

 

Ja, die Leute sind eher auf Yoga und Relaxing aus, auf Gesundheit und Ruhe und es ist viel einfacher in eine gute Unterhaltung zu kommen.

 

Ich werde mir ausser zu entspannen jedoch noch ein paar Sachen anschauen, den Norden der Insel kenne ich ja nicht und das Fahrrad steht bereit.

So alles in allem muss ich also sagen, dass die erste Haelfte der Reise viel zu viel Geld weggegangen ist, weil der Abschnitt wo ich war, viel zu teuer ist.

Aber so ist es nun.

Man braucht beim ersten mal die Zeit um alles zu entdecken und zu realisieren wie die Dinge laufen.

 

Ich empfehle definitiv NORDEN.

Norden von Thailand, Norden von Phangan…

So neigt sich diese Unternehmung ihrem Ende und ich bin voll von wunderbaren Ereignissen.

 

Insgesamt gefaellt mir die zweite Haelfte in jedem Fall besser.

 

Ein paar Ergaenzungen kommen noch -vielleicht- und die fehlenden Abschnitte (Kapitel) gibt es wohl erst in Deutschland, bei Interesse bei mir abzuholen.

 

danke an euch, die ihr ab und an hier gelesen habt.

bis bald.

Chapter 14. The Pai Jungle Farm

 

Tja. Jetzt ist Dienstag Mittag (08.02.) und ich mache Notizen.

Diese zweite <Woche> bin ich voll in Pai gelandet. Die Seele ist da, ich weiß was im Garten auf der Farm zu tun ist und was heute noch auf dem Programm steht ist die Reparatur des Feuerstabes, beziehungsweise das Anbringen des Kevlars aus Europa. Wie geil oder was… Der neue Volunteer aus Frankreich hats gerichtet, guter Mann.

Und im Natural Mystic hieß es vormittags für drei Stunden> The Bakerman is bakin bread, und was für eins.

Dieser Ort beweist einmal mehr seine Kraft darin, den Blues zu haben.

Pai hat den Blues.

Und es ist ein magischer Ort.

 

Morgens, wenn die Sonne anfängt sich über das Tal zu erheben, steigt der Dunst des Berges auf, und taucht die Welt in einen Zauber, in ein Meer aus Helle, eingehüllt wie die Braut im Kleid.

Eine mystische Eigenart spiegelt sich in den Menschen wieder, wie eine ganz natürliche Trance, die dieses Schauspiel mit sich bringt. Ich dachte nicht nur einmal an Hexen und Zauberschulen, ganz verborgen im Wald, so wie den Gott des Waldes in Gestalt eines Hirsches und eine Menge Wichte und dergleichen.

Das Tee Haus <The Good Life> bietet so viele Arten Tee wie ich es noch nie erlebt habe, für alles, ganz besonders hervorzuheben die Heilelixiere, wie in einem Hippie-Kurdorf.

 

Doch es ist die Natur, die einen mitnimmt, sich in einem ausbreitet und ganz und gar in Beschlag nimmt.

Diese Berge….

 

Seht doch…

Spinnen weben rote Netze, die im Licht fluoreszierend glänzen,

Rauch steigt auf, nur ist es gar kein Rauch,

es ist der Wald der taut

 

Pferde galoppieren, Katzen spielen verrückt

Pai, das muss ich sagen, du hast mich schwer entzückt!

 

Ein Platz zum Bleiben.

Ein Ort zum Verweilen

Holz sammeln gehen

Und weiter Entstehen

 

Weiter Entstehen

Dem Geist Freilauf schenken

Einfach nur leben

Und nicht so viel denken

 

Nachts ist es Kalt

Und tagsüber heiß

Ringherum Wald

Und Unser Fluss

 

Der Pai Mountain River

Pfeifen im Wind

Da kommen die Leute

Und Laufen Geschwind

 

Zum Mae Yen vor Mittag

Zum Klettern Und springen

Übers Nass und Felsen

Zum Vergessen All den Dingen

 

All den Dingen im Kommerz

Ich vertraue dieser Welt

Hier in Pai da liegt mein Herz

Vergiss, vergiss das Geld!

Roots!

 

Und nun die Aktualisierung, weiter im Text… (13.02.)

 

Da gibt es diesen Titel <Lonesome Town>, der mir just in diesem Moment im Ohr klingt, der super zu Pai passt.

 

Die Sache ist die, dass dieses kleine Dorf wirkt, als wärst du in einem dieser Western-Filme, wo einer dass Brot backt, einer die Kleider näht und ein dritter den Tee zubereitet und so ähnlich ist es tatsächlich.

Pietro ist der Bäcker, der italienisches Brot im eigenen Steinofen meisterlich erschafft, dazu noch himmlische Brownies, Muffins (Banane, Apfel oder Schoko) sowie (wie sollte es anders sein) Mini-Pizza.

 

Einmal besuchte er die Farm und so erhielt ich Kenntnis von seinem Wirken: mir war schon vorher der Name seines Hauses <Natural Mystic> ins Auge gesprungen und ich hatte es aufsuchen wollen, nur war ich nicht dazu in der Lage gewesen, weil ich es schlicht übersah.

 

Das ist wieder diese Magie … egal was passiert wäre, wir hätten uns auf jeden Fall getroffen. So läuft das in Pai. Menschen die zusammengehören, werden auch verbunden… das funktioniert ganz hervorragend.

 

So suchte ich ihn am Freitag (Tag 5) auf, um sein genüssliches Knoblauchbrot (von allen geliebt) zu verzehren. Ich traf ihn aber erst später bei sich im Mystic, an diesem Tag musste ich im hinterherlaufen, da er mit seinem Karren das Dorf mit seinen Waren beglücken ging.

 

Doch nun mal etwas generelles.

Die ganze Zeit in Pai war so gut, dass ich gar nicht mehr alles so genau weiß und berichten kann, ein Indiz dafür dass jeder Tag seine eigenen Qualitäten und wunderbaren Momente in sich birgt.

 

Ganz besonders einmalig entwickelte sich die Zeit aber ab meinem ersten richtigen Arbeitstag, dem Fr, 04.02.

 

Nachdem ich meinen Zug umgebucht hatte (da 7 Tage in jedem Fall viel zu kurz gedacht war) und den Kanadier Mett zum ersten mal getroffen habe, wurde ich auf der Farm angewiesen beim Gießen des Gartens behilflich zu sein, an diesem Tag aber besonders> meine Aufgabe war es, mit einer Gießkanne alle Beete und Pflanzen mit Wasser zu versorgen, dass ich jedes mal vom Fluss holte und dann einen einzigen Teelöffel von speziellem Fluessigduenger dazugab. Das ganze dauerte zwischen anderthalb und zwei Stunden, kann aber auch länger gewesen sein, man vergisst eben die Zeit.

 

Die Kanne war recht schwer und es war mühsam immer zum Fluss zu gehen, aber es war klasse etwas zu tun und das Ergebnis zeigte sich innerhalb der nächsten Tage rasch.

 

Tags darauf tat ich die gleiche Arbeit nur diesmal mit dem Schlauch, was meine Standardbeschäftigung wurde. Ab und an spülte ich auch das Geschirr und das ist eine Menge, bei der Anzahl der Leute.

 

Ansonsten gab es noch Strohsammeln, Kaffee machen für die Gäste und für mich selbst gab es immer eins zu tun> Holz sammeln für das Tippi Feuer am Abend.

 

Mit der Italienerin, die meist das Kaffeenest schmiss, verstand ich mich hervorragend, doch leider schaffte ich es nicht, mit ihr zusammen meine Hose fertig zu bekommen (ich wollte wieder anfangen mit nähen, was ich in der Schule gelernt habe und jetzt Jahre nicht praktiziert hab).

 

Sie spielt auch Feuer und dass sehr elegant, ich habe sie am ersten Abend in Pai spielen sehen. Ach> am ersten Abend, das habe ich ganz vergessen, durch ein kleines Fest am Ufer des Flusses nahe der Brücke, bin ich so gut an diesem Ort gelandet.

Mit guter Live Musik > Gipsy Musik, mit einem großen warmen Lagerfeuer und den Franzosen, mit denen ich im Bus von Chiang Mai gesessen hatte.

 

Ja, Mensch, vieles ist schon nicht mehr so präsent…

 

Nun, wo war ich?

Ach ja, dem Kaffee Nest und der Italienerin.

Allgemein ist es schade, dass ich so lange gebraucht habe auch einen Draht zu den Thais und Joe auf der Farm herzustellen, erst in der letzten Nacht begann das zu funzen…, mit den Farang verstand ich mich gut und am Sonntag abend traf ein neuer Volunteer ein, mit dem ich am Montag den 07.02. Joes Spezialpflanzen speziell spezialisierte.

Wir lockerten die Böden und brachten um sie herum Stroh an, das war ein guter Job.

 

Also, das ist alles sehr schade und auch dass ich nicht mehr da bin.

 

Die Abende im Chai Saloon mit Korea Boy und Korea Girl,die Abende mit Mett aus Kanada im Good Life, das chinesische Dorf, Dienstag früh bei Pietro wo ich beim Brot backen zugeschaut habe, das Anbringen des Kevlar und Arbeiten mit dem anderen Volunteer (ein französischer Circus Artist der gut jonglieren kann), die Walking Street, all dies, so viel…

und nicht zu vergessen die Katzen.

 

Die Katzen!

Die liebe Katzen und es waren gleich neun Stück.

Was kann ich da noch zu sagen?

 

Erst gab ich ihnen noch im geheimen ein paar Kekse ab, aber als sie sich dann lauthals am Kaffee Nest um mich scharrten musste ich ihnen klar machen, dass es so nun auch nicht gemeint war.

Mit zwei von ihnen entwickelte ich eine besondere Bindung.

 

Aber, Moment, STOP.

 

Ich glaube ich muss was essen gehen und abgesehen davon, es wird einfach zu viel, es war um es auf den Punkt zu bringen, hervorragend.

 

Sabaii Sabaii

in Pai

 

Chapter 13. Pai

 

Why Pai?

 

Ich wusste schon vorher, wo ich hinwollte, weil mir ein Paar aus Hamburg den Tip gegeben hatte.

So traf ich am Montag, den 31.Januar in dem kleinen Dorf Pai nahe Chiang Mai, in den Bergen ein.

Schon der erste Eindruck war großartig, aber als ich die Jungle Farm aufspürte, konnte ich meinen Augen kaum noch trauen.

Alle Informationen waren korrekt :

Arbeiten auf der Farm und dafür wirste versorgt und musst nichts fürs Übernachten bezahlen.

 

Genial.

 

Ich wurde von Joe zu einem Tippi geführt, wie geil, leben wie ein Native!

Die folgenden vier Tage erkundete ich erst einmal die Gegend, um alles kennen zu lernen, dabei stellte ich fest, dass ich definitiv am richtigen Ort eingekehrt bin.

Solch einen Ort habe ich gesucht, endlich kam ich an.

Ich leihte mir ein Fahrrad aus, genoss frittierten Reis mit Gemuese und hatte erheblich mit dem Klima zu kämpfen, da es nachts bis zu 7 Grad herunterging und ich dass so gar nicht mehr gewoehnt war!

 

Arbeitstechnisch lief deshalb noch nichts, abgesehen von den paar Strohmatten, die ich gleich zu Beginn mit hochschleppte und einem halbstuendigen Aufrauemen des Bodens, auf dem tausende Spaehne und Bambusreste herumlagen, die von der Arbeit am Bar Haus stammten. Letzteres war am dritten Tag und ich bekam dafuer freundlich vom Berg Thai (der kein Englisch sprach, sich aber sehr bemuehte mit mir zu kommunizieren) Sangsom (DEN Thai Whisky) gereicht, welchen er offensichtlich sehr liebte.

 

Ansonsten war ich mehr als angetan davon im Tippi zu schlafen und genoss die Abende an denen ich krampfhaft versuchte das Feuer anzukriegen (ich scheiterte klaeglich, was nicht nur daran lag, dass die Stoecker feucht waren). Ich benutzte erst mein Oel, spaeter nur noch etwas Papier.

 

Diese Ruhe! Dieser Frieden!

 

Ich brauchte ein bisschen, um einen gescheiten Zeitpegel zu erreichen, am Anfang war es so, dass ich sehr spaet wieder in der Farm eintraf, nachdem ich im Dorf die einzigartige Atmosphaere aufgesogen hatte, die zu beschreiben mir wohl kaum gebuehrend gelingen wird.

 

Es ist einfach so, dass es kein Wort dafuer gibt.

Ich kann nur sagen, dass es bezaubernd ist, Zauber ist kein schlechtes Wort. Doch im zweiten Kapitel mehr.

 

In meiner zweiten Nacht bekam ich einen Schlafsack und zwei Decken von Joe, das war bitter noetig, die erste Nacht hatte mir beinahe die Supererklaeltung eingebracht, fortan hiess es dennoch immer Schniefen, Husten… einfach zu heftig der Temperaturwechsel.

 

Doch noch mal zum Zeitpegel:

Generell ist es so, dass die Arbeit auf der Farm morgens bis mittags und nachmittags erledigt wird, was ich erst mit der Zeit kapierte.

Aber es ist logisch, denn es wird einfach zu heiss zwischen 11.30 und 15.30 Uhr.

 

An diesen Lebensrhytmus muss man sich erst einmal gewoehnen, doch wenn es dann verinnerlicht ist, macht es umso mehr Spass.

 

Mae Yen Valley

 

Am Donnerstag (Tag 4) machte ich den Trip zum Mae Yen Wasserfall.

Wie sich herausstellte, war ich nicht der einzige und so ergab sich eine fetzige Truppe, die hauptsächlich aus Italienern bestand (ohh diese Frauen…).

 

Sie waren schon vorgegangen während ich noch an meinem Kaffee muemmelte, traf aber sehr schnell dazu.

Der Italiener mit der verrückten Brille war irre witzig, ein klasse Typ, er riss andauernd Witze (bei der Gelegenheit ein Gruß an den Herrn Minuzzi), während der zweite eher der ruhige war (und kaum Englisch sprach). Nummer Drei war eine Frau die Deutsch sprach, wir unterhielten uns viel über die Natur und die Berge und wie das Leben sei.

 

So schritten wir voran.

Der überwältigende Naturpfad entlang des Pai Flusses war eine einzige Offenbarung.

Manchmal geht es weg vom Fluss ein bisschen bergauf, manchmal geht es durch den Wald, manchmal muss man an dicken Felsbrocken klettern um voranzukommen.

Dabei kreuzt man immer wieder über kleine Steine springend den Fluss (andernfalls füllen sich die Schuhe mit Fröschen, Steinchen und kristallklarem Wasser).

 

Wie lange ist das her dass ich solch einen Wandertag mitgemacht habe?

Wunderschön!

 

Und dass mit so einer lustigen Truppe, in die ich gut hineinpasste.

 

Der Weg wird immer verzwickter, immer ursprünglicher, das Vorankommen schwieriger.

Und es dauert zweieinhalb Stunden bis der Wasserfall erreicht ist.

 

Und wenn er dann erreicht ist, ist klar, wieso man den langen Weg auf sich genommen hat, auch wenn gesagt werden muss, dass es auch ohne dieses Ziel ein herzhafter, knackiger Weg ist, den das Abenteuerherz mehr als zufrieden stellt.

 

Um am Wasserfall hinauf zu gelangen, ist es erforderlich, richtig zu klettern, denn es geht steil aufwärts.

Der Italiener mit der verrückten Brille war gleich oben, ich hingegen ließ mir noch Zeit und machte die Tour etwas später.

 

Die Frau in der Truppe schmierte Toastbrote die zu erstklassigen Sandwiches wurden. Hammer! Das sollte das erste mal sein, dass ich ein Brot mit Käse, Tomaten, Gurken und Fisch zu mir nahm. Es ist zwar nur Toastbrot und Toast-Käse, aber trotzdem!

Überhaupt hat Pai ein paar Bäckereien, doch nur eine ist Weltklasse, warum? Nun, weil es ein Italiener ist, der sie leitet!

 

Nachdem wir die Rast beendeten und genug vom Wasserfall hatten, traten wir den Rückweg an und da wir die Energie des Berges in Form seines belebenden Wassers aufgesogen hatten, waren wir viel schneller.

Und es war uns fortan egal ob unsere Schuhe nass wurden, wir schritten bewusst und mit viel kindlicher Freude direkt über den Fluss ohne uns länger damit abzugeben, die Steinchen zu benutzen.

 

Das war ein brillanter Trip, der den Geist belebt!

 

Weiter mit Pai geht es Kapitel 18.

Chapter 11. Angkor Runde 2

 

A. Das Schulprojekt

Nach dem ersten Tag in Angkor schlief ich lange durch.

Die Strecke mit dem Fahrrad zu machen, entzieht dem Körper eine Vielzahl Vitamine, denn es sind um die vierzig Kilometer.

Und dass bei einem Bombardement geballter UV-Strahlung.

So traf ich nach einem glamourösen Morgenschmaus erst gegen ein Uhr kurz vor Angkor Wat ein, wo mich ein Khmer zu einem Ride einlud. Ich schenkte ihm meine Hand und durfte eine weile aufhören zu strampeln, ließ mich ziehen von seinem Motorroller.

Wir unterhielten uns ein wenig dabei und es kam zur Sprache, dass er Englischlehrer in einer kleinen Schule in Angkor ist und er lud mich ein, ihn dorthin zu begleiten. Zuerst zögerte ich noch, doch dann dachte ich, es sei keine schlechte Idee und ich schloss mich ihm an.

Und es stellte sich heraus, dass dies eine ganz wunderbare Entscheidung war und die folgende (geschätzt) Dreiviertelstunde ist nun zu einer unauslöschlichen Erinnerung geworden.

Er erzählte mir davon, dass Mr. Richard aus Deutschland die Palmen gespendet hat, die jetzt durch eine Pumpe frisches sauberes Wasser jagen, davon, wie wenig Geld für unsere Maßstäbe ausreiche, um eine Überdachung zu bauen und wie der Unterricht mit den Kindern gestaltet würde.

Die Kids waren sehr interessiert an mir, grinsten, aber blieben schüchtern. Im Gegensatz zu vielen thailändischen Kindern jedoch, waren sie viel aufgeschlossener. Es war spannend an diesem Ort zu verweilen, ein echter, hautnaher Eindruck in das Leben dieser Menschen, wofür ich sehr dankbar bin.

Der Lehrer zeigte mir aber auch noch mehr. Wir fuhren ein Stück mit dem Roller einen Weg hinter der Schule hinein und es offenbarten sich ein paar Hütten, Kühe, Hühner und Bananenpalmen. Eine weitere Wasserpumpe war die Attraktion, er präsentierte mir auch diese sehr stolz.

Ja, das Thema Wasser spielt die Rolle überhaupt, ohne Wasser kein Leben, ohne Wasser läuft nichts (nettes Wortspiel) und obwohl ich nicht mehr weiß wie genau diese Palmen heißen (Will Palms?) oder wie genau dass ganze funktioniert, bin ich doch äußerst erfreut darüber mit wie wenig Aufwand so viel gutes geleistet werden kann.

Ich habe mir, um noch etwas beim Thema Wasser zu bleiben, vor der Reise die Dokumentation <Flow. Wasser ist Leben> angesehen und habe  mittlerweile auch praktisch sehr viel Bewusstsein hinsichtlich der Probleme, ist es doch in Thailand und Kambodscha nicht möglich das Leitungswasser zu trinken, so dass du abhängig von den Wasserkonzernen bist.

Mit dem Wasser existiert die Basis und mit dem Dach für 25 Dollar (!) können Sie zusätzlich etwas durch den Regen speichern, eine Tonne steht bereit. Erst dann kommen Tische, Tafel, Schulmaterial…

Ich habe ihm kleine Spenden zugesichert und wir verblieben damit, dass ich noch einmal vorbei schauen würde.

 

B. Ta Kev

Es folgte die zweite Tempeltournee, dabei ging es wieder in die Stadt Angkor Thom und von da rechts weiter die Straße entlang, bis ich auf Ta Kev, einem Tempel, welcher der Form einer Pyramide ähnelt, traf.

Von vier Seiten führen lange Treppen nach oben in den Hauptturm und es  ist eine Wohltat für alle begeisterten Kletterfreunde. Auch kann man rund herum wandern mit einem recht anschaulichen Ausblick.

Neben Angkor Wat finde ich Ta Kev richtig attraktiv, ich mag diese Art der Architektur mehr als jene vielen heruntergekommenen Ruinen, die ansonsten den Komplex säumen bzw. schmücken.

Obwohl diese vielleicht gerade so eine Art Tomb Raider Feeling versprühen? (ich hatte diese Gefühl allerdings eher selten, vermutlich wegen der hirnerweichenden Touristengruppen aus China und Japan, oh Indi, wo sind die nur ausgegraben worden, ich meine die gehören doch zum Inventar oder?)

 

C. Ta Prohm

Heissa Hoppsassa, was für ein abgefahrener, einzigartiger Bau durchwachsen von urzeitlichen Bäumen!

Dies ist wohl der Tempel neben Angkor Wat, den es zu sehen gilt.

 

Stränge der Auswucherungen jener Wurzeln aus Urzeiten breiten sich aus als wäre es nichts, während die massiven Steinblöcke versuchen Stand zu halten gegen diese Kraft der Natur und die Zeiger der Uhr haben schon lange ihren Dienst quittiert; Die Zeit ist stehen geblieben.

 

Was bleibt da noch zu sagen?

Hammer, weisst!

 

D. Und auf einmal war die Luft raus (Und täglich grüßt der Fahrrad Joke)

Auf dem Rückweg in Richtung Gasthaus, bereits in Angkor Thom, gab es wieder einmal eine kleine Fahrrad-Episode.

Ich fuhr so gemütlich vor mich hin, tief beeindruckt vom Erlebten, als ich plötzlich feststellen musste, dass mein Fahrrad (oder das Fahrrad jenes Touristen, der jetzt -ahnungslos oder nicht- mit meinem bzw. besser: mit dem des Gasthauses herum dackelte) vorn einen Platten ausgebildet hatte.

Ach verdammt, nicht schon wieder, dachte ich.

Also sah das Ende des Tages so aus, dass ich durch Angkor Thom laufen musste, während mir eine Milliarde forscher Tuk Tuk Fahrer ihren Dienst aufzudrängeln versuchten und noch mehr Radfahrer einen Spaß daraus machten mehrmals so breit zu grinsen wie Kinder beim Erschrecken alter Omis auf Glatteis.

Nach einer Ewigkeit von Minuten, während der sechs Gasflaschen in Kolumbien ex- und zahlreiche Teenagerinnen in Paris masturbierten, sowie eine Packung Popcorn in einem Kino zweitausend Kilometer entfernt verzehrt wurde, später, traf ich nahe Angkor Wat ein, wo mir mehrere hilfsbereite Khmer den Weg in jene Richtung wiesen, welche mich zum Spezialisten für Fahrradprobleme-zur-falschen-Zeit-am-falschen-Ort brachte.

Dieser verstand jedoch wenig Englisch, dafür eine Menge von nicht-passenden-Ventilen-in-einer-Kiste und fand dabei heraus, dass sich im Schlauch ein Loch befinden musste, was ich jedoch erst nicht so recht zuordnen konnte.

Na lange Rede kurzer Sinn es verging viel Zeit und die Sonne hinter dem Horizont, doch das Problem wurde gelöst, wofür er zurecht zwei Dollar von mir verlangen konnte (das Tuk Tuk hätte fünf gekostet) und meine Heimfahrt war gesichert.

 

Wirklich enden jedoch tat dieser Tag allerdings einmal mehr im <Little India>, einem hervorragenden kleinen indischen Lokal in der Innenstadt, der uebliche Ausklang waehrend meiner Zeit in Kambodscha.

bei meiner weiteren Inspektion (runde 3 viel weniger text)

Chapter 10. Angkor Runde 1

 

A. Einleitung

Was für ein unglaublicher Sonntag das war, dieser 23.Januar.

Ich schütte mein Herz vor euch aus; Keine Barrieren mehr, reine Natur.

Gepflastert voll mit Eindrücken in einer wahren Kaskade an Ereignissen.

Und Steinen.

Massiven, tonnenschweren Steinen, die eine Hochkultur zur Zeit der Kreuzzüge errichtet hat, um ihren Glauben zu verankern und ihrer Götter zu huldigen.

Monumente von gigantischer Größe türmen sich auf inmitten der Tiefen eines Dschungels, überwältigend und geheimnisvoll.

Genauso wie der Verstand, der mir innewohnt, den zu fassen ich jedoch nicht genug tuend vermag, da mir verwirrende Gefühlsausbrüche den Weg zu versperren drohen.

Warum nur, warum können sie einen zuweilen nur so spielend leicht irritieren wie Anker die sich nicht lichten lassen für die Mannschaft eines Seglers, gewaltig, mit dem Geschmack von altem Rost, nie zufriedenstellend und bleiern voll und ganz.

 

Jeder Mensch hat seine Fehler, jeder Typ seine Schwächen, doch was sind das für Sorgen die uns westliche Zivilisation heimsuchen, wo sie doch so sinnlos wirken gegenüber den Leiden jener Minenopfer in Kambodscha beispielsweise?

Die Mücke wird zum Elefanten und für mich hat sie sich mittlerweile dank Moskitoschutz tatsächlich so verwandelt.

Die Elefanten zieren meine neue Tasche, die Elefanten laufen durch Angkor.

B. Angkor, What?

Der Wecker rumorte gegen halb fünf in der Frühe zum ersten und kurz daraufhin erneut.

Mein Plan sah vor, zum Sonnenaufgang vor Angkor Wat, dem wohl beeindruckendsten Tempel der Welt, einzutreffen, und wieder einmal hatte ich kaum geschlafen.

Seltsame Traumepisoden hatten mich heimgesucht und dabei ging es in gewisser Hinsicht um Dämonen, Himmel und Hölle, nur sehr unterschwellig in Bildern versteckt.

Eine halbe Stunde war ich dazwischen wach gewesen und hatte den Fernseher eingeschaltet, den ich zu meinem Erstaunen auf dem Zimmer registriert zu haben vermochte, um Berichte von der Anti-Gentechnik-Demo verfolgen zu können und dem Thema Fleisch oder Vegan (alles von einem deutschen Kanal!).

Dies alles erleichterte nicht gerade ein unermüdliches aus-dem-Bett-schnellen, aber ich schaffte es schliesslich im Bewusstsein jene Unternehmung zu initialisieren welcher wegen ich nach Siem Reap

gekommen bin.

 

Dusche, Zahnputzerei und ab in die Klamotten, um hinunter zu bugsieren.

 

Die meisten Touristen die den langen Weg auf sich genommen haben um Angkor zu entdecken, bedienen sich eher geldraubender Mittel wie dem Mieten eines Tuk Tuk Fahrers, wohingegen ich die ganze Tour mit einem schrulligen alten Klapprad durchziehe.

Also schwang ich ich mich aufs Vehikel und heizte gen Ziel.

Auf den Straßen war wenig los und die Dunkelheit versperrte die Sicht.

Ich radelte vor dem Fluss nach rechts, der Ausschilderung folgend, was sich als fataler Fehler erwies, weil es die erheblich längere Strecke ist.

 

So rumpelte ich durch den Rest der Nacht, den Morgenstern im Visier und schon bald geriet ich in unbequeme Ahnungslosigkeit, was den weiteren Verlauf der Straße anging.

Ich bog nach einer weile links ab, da mir ein Mädchen den Weg wies und fuhr leider wieder aus Unsicherheit zurück, um nach weiterer Wegweisung festzustellen, dass es doch die richtige Richtung war.

Schließlich traf ich auf ein paar Kambodschaner die jedem erklärten wo es lang ging und so polterte ich weiter.

Doch um das Ganze mal abzukürzen, komme ich gleich zum Schluss.

Ich traf vor Angkor Wat ein, um dort abgewiesen zu werden, weil die Ticket Office woanders ihren Platz hat und ich dieses ja benötigte. Ein Mädchen vom Kaffeestand brachte mich für drei Dollar hin, mir blieb nichts anderes übrig, weil ich bereits zu kaputt war.

Immerhin ziemlich abenteuerlich und hübsch war sie und raste wie Michael Schumacher.

 

Daraufhin war es geschafft.

Der Malerische Sonnenaufgang voll im Gange, mein Kaffee heiß wie Feuer.

Die prachtvollen Türme des riesenhaften Tempelkomplex glänzten im rötlichen Schein, die Stimmung wartete mit einer gehörigen Prise Mystik auf und die Touristen bildeten eine wahre Pilgerschar wie vollbeschäftigte Ameisenvölker.

 

Meine folgende Besichtigung dauerte einige Stunden und es war durchaus schon fantastisch, im wahrsten sinne des Wortes.

Trotz allem habe ich mir den Ort größer vorgestellt, nun, aber es ist sicherlich so, dass es auf einen anders wirken kann, bedenke man doch die zahlreichen Malereien, Eingravierungen und so weiter, ganz zu schweigen von den massiven Klötzen, die erstmal da hin geschafft werden wollen!

Was nicht heißen soll, dass ich nicht beeindruckt bin, oder besser, eher überwältigt weil es schier schwer erfassbar ist bei all den Details.

 

Das ganze Areal erstreckt sich ein ganzes Ende und ich erkundete zwischen der Sichtung der Tempel an sich noch die weite Dschungelfläche auf der anderen Seite, bevor ich zu den Haupttürmen in der Mitte emporstieg.

Aber seht selbst.

Das ganze Gebiet ist geometrisch exakt konstruiert worden. Es wird viereckig umschlossen von Wasser, dann geht es bis zu den Haupttürmen so weiter, viereckige Anordnung.

Am Ende meines Aufenthaltes gönnte ich mir endlich ein Essen, nach Stunden das erste am Tag (Frittierte Khmer Nudeln mit Möhren und allerlei, sehr lecker), welches ich zu mir nehmen musste, während mich vier junge Khmer Frauen in regelmäßigen Abständen ihre Sachen verkaufen wollten (Only Wan Dollar, Sir) und mich zudem in Gespräche über mich verwickelten.

 

Aber ich ließ mich nicht beirren.

 

C. Monkey Buisness oder die Armee der 12 Monkeys

Das war die beste halbe Stunde des Tages.

Die irre Affenshow.

Zuerst begegneten wir uns ziemlich schüchtern, aber als wir unsere Barrieren erstmal überwunden hatten, fingen wir an miteinander zu feixen. Sie wurden ziemlich frech, wollten mir meine Tasche zerpflücken und das Wasser entwenden.

Aber alles in allem, hat es richtig viel Spaß gemacht. Ich kam ihnen so nah es ging und so nah bin ich Affen noch nie gekommen. Überhaupt, ich glaube, ich habe ein paar von ihnen gerade ein- zweimal im Zoo gesehen.

Also ein überwältigender Moment für mich.

D. Die Sache mit dem Fahrrad

Da begann der negative Aspekt dieses Tages und meine in der Einleitung angekündigten Gefühlsausbrüche versuchten Schritt um Schritt die Kontrolle zu gewinnen.

Eine solche Szene ist definitiv in Deutschland undenkbar!

Ich verließ Angkor Wat, um mit dem Fahrrad weiter zu ziehen und musste dabei feststellen, dass es nicht mehr da war.

Zuerst versuchten mir zahlreiche Khmer Kids bei der Suche danach zu helfen, wobei einer von ihnen unterstützend mit meinem Schlüssel gleich zwei Schlösser öffnete, die so absolut gar nicht die waren, die zu meinem Fahrrad gehörten.

Dass war der erste Streich.

In mir keimte eine irritierende und herrlich ironische Vermutung auf und aufgrund dessen will ich dies hier mal in eine These verwandeln.

Ich glaube, dass einfach die meisten Fahrradschlösser in Kambodscha die gleichen Schlüssel besitzen, weil sie schlicht und ergreifend gleich sind….,

also ist diese Story vermutlich kein Einzelfall.

Nachdem ich alles jedes Klapprad abgeklappert hatte, musste ich erschreckenderweise akzeptieren, dass meines vermutlich jemand anderes mit seinem Schlüssel geöffnet hatte und damit bereits in irgendeinem exklusiven Lokal leckeren frittierten Reis mit Hähnchen zu sich nahm.

Ich musste also eine Entscheidung treffen.

Entweder ich lasse mich mit einem Tuk Tuk für viel zu viel Geld zum Gasthaus bringen und bezahle dann noch mal viel zu viel Geld für den entstandenen Schaden, nämlich dass kein Fahrrad mehr vorhanden ist, oder ich nehme mir einfach ein anderes, wo mein Schlüssel passt.

Dies schien mir der vernünftigere Ansatz zu sein.

Obwohl dies alles mit allem zu tun hatte, nur nicht mit Vernunft.

Mittlerweile hatten andere bereits ihre Räder abgeholt und mir blieb nicht mehr viel Auswahl, ich suchte mir also eins aus und es klappte.

Der Asian Allround Key passte.

Ein Khmer hatte jedoch Wind davon bekommen (was auch kein Wunder war bei dem ganzen Aufriss) und auesserte seinerseits Zweifel, indem er auch noch den Polizeibeamten dazu beorderte.

Auch das noch! dachte ich mir, jetzt wird es richtig kompliziert, da bekanntermaßen die Kräfte des Gesetzes weder in Thailand noch in Kambodscha dazu in der Lage waren, der englischen Sprache mächtig zu sein!

Dementsprechend dauerte es eine weile bis ich den Khmer Übersetzer davon überzeugen konnte, den Polizisten davon zu überzeugen, dass dies alles schon in Ordnung sei und ich kein Verbrecher sei, den man in einen voller Rattenkacke besetzten Knast stecken müsse.

Danach konnte es endlich weiter gehen.

Aber es war noch längst nicht alles.

Als ich das Fahrrad vor und nach meiner Bergtour abschloss, wehrte es sich vehement wieder aufzugehen und dass eine nervenaufreibende Ewigkeit lang.

Plötzlich funktionierte meine These doch nicht mehr und ich musste quasi gefühlte Jahre damit zubringen, dass alles wieder gerade zu biegen.

Also vermutete ich danach, dass vielleicht doch einfach die Schlüsselmacher in Kambodscha einfach miserabel in ihrem Job sind, was die Sache ein bisschen erklären würde.

Nun, ich fand heraus, dass es am Mechanismus liegt, und zwar wie du den Schlüssel drehst, mit viel Gefühl geht es spielend leicht und ich raffte es mit der Zeit.

Jetzt geht es ganz hervorragend und ich kann auch frittierten Reis essen gehen ohne neun Tage Zeit dazwischen einplanen zu müssen.

Doch jetzt kommt die Pointe.

Als ich wieder im Gasthaus ankam, fiel den Leuten überhaupt gar nicht auf, nicht mal in entferntester weise, dass es nicht mehr das richtige Fahrrad ist, was ich angeschleppt habe.

Also jetzt mal ohne Jux und Tollerei, die haben hier alle nicht mehr alle Schrauben beisammen!


E. Bergtour

Die ganze Szene mit dem Fahrrad brachte mich bald in ziemliche Rasche, aber die Bergtour zu einem weiteren Tempel (ich muss wohl feststellen, dass es nicht Phnom Bakheng ist, der ist kurz vor Angkor Thom und ich habe ihn erst viel später entdeckt und noch nicht angesehen) weit oben.

Dass troesteste noch ein bisschen und machte enormen Spaß. Ich meine, ich liebe es zu klettern und ganz besonders liebe ich es, die darauffolgende Aussicht genießen zu dürfen als quasi Geschenk für die Anstrengungen.

 

F. Angkor Thom

Nachdem ich noch einen kleinen Abstecher auf einen schmalen Pfad in den Dschungel gemacht hatte, begab ich mich schließlich in die Tempelstadt Angkor Thom, die mit einem Haupt und mehreren Nebeltempeln aufwartet.

Doch meine Nerven neigten sich dem Ende zu, mittlerweile kann ich sagen, dass ich einfach zu viel an einem Tag gemacht habe, sehr schnell erschöpften sich also meine Kräfte und ich geriet in enorme psychische Probleme, wie in der Einleitung angekündigt.

 

G. Völlig am Ende

Die Gefuehlsausbrueche uebernahmen die Kontrolle und der bescheuerte Komfort-gewoehnte Westler in mir geriet in Panik. Ich entschied mich rasch, Kambodscha so schnell wie möglich wieder verlassen zu wollen, auch weil ich das Gefuehl hatte, keine Woche fuer Angkor brauchen zu müssen und auch keine Woche lang Steine angucken zu wollen.

Dies machte mich doppelt rasend, weil ich 60 US Dollar für ein 7Tage Ticket ausgegeben hatte.

Der Moment der Entscheidung war jener, als ich fragte, mein Ticket ändern zu können in ein 3Tages Ticket um 20$ zurückzuerhalten, was natürlich nicht ging und ich eine weile böse Blicke verteilte und wie ein kleines Kind in die Gegend schmollte.

Ich war so am Ende, dass ich (und ich schütte wie gesagt auch mal ein bisschen das Herz hier aus, das war nicht das erste mal mit panischen Reaktionen) wieder alle anderen Ängste auspackte, vor den ganzen asiatischen Krankheiten und so weiter. Ich war aber auch saudreckig nach diesem Tag, wie ich im Zimmer feststellen musste.

 

Nun, so endete dieser Tag, der im Grunde einen der abenteuerlichsten der ganzen Tour darstellt und am nächsten Morgen stellte ich wieder einmal fest, dass mich die Gefühle überwältigt hatten. So ein Mist aber auch.

 

Mister Jones, machen sie sich doch nicht immer so einen Stress.

Was für ein unglaublicher Sonntag das war, dieser 23.Januar.

Vorherige ältere Einträge Weiter Neue Beiträge