Chapter 11. Angkor Runde 2

 

A. Das Schulprojekt

Nach dem ersten Tag in Angkor schlief ich lange durch.

Die Strecke mit dem Fahrrad zu machen, entzieht dem Körper eine Vielzahl Vitamine, denn es sind um die vierzig Kilometer.

Und dass bei einem Bombardement geballter UV-Strahlung.

So traf ich nach einem glamourösen Morgenschmaus erst gegen ein Uhr kurz vor Angkor Wat ein, wo mich ein Khmer zu einem Ride einlud. Ich schenkte ihm meine Hand und durfte eine weile aufhören zu strampeln, ließ mich ziehen von seinem Motorroller.

Wir unterhielten uns ein wenig dabei und es kam zur Sprache, dass er Englischlehrer in einer kleinen Schule in Angkor ist und er lud mich ein, ihn dorthin zu begleiten. Zuerst zögerte ich noch, doch dann dachte ich, es sei keine schlechte Idee und ich schloss mich ihm an.

Und es stellte sich heraus, dass dies eine ganz wunderbare Entscheidung war und die folgende (geschätzt) Dreiviertelstunde ist nun zu einer unauslöschlichen Erinnerung geworden.

Er erzählte mir davon, dass Mr. Richard aus Deutschland die Palmen gespendet hat, die jetzt durch eine Pumpe frisches sauberes Wasser jagen, davon, wie wenig Geld für unsere Maßstäbe ausreiche, um eine Überdachung zu bauen und wie der Unterricht mit den Kindern gestaltet würde.

Die Kids waren sehr interessiert an mir, grinsten, aber blieben schüchtern. Im Gegensatz zu vielen thailändischen Kindern jedoch, waren sie viel aufgeschlossener. Es war spannend an diesem Ort zu verweilen, ein echter, hautnaher Eindruck in das Leben dieser Menschen, wofür ich sehr dankbar bin.

Der Lehrer zeigte mir aber auch noch mehr. Wir fuhren ein Stück mit dem Roller einen Weg hinter der Schule hinein und es offenbarten sich ein paar Hütten, Kühe, Hühner und Bananenpalmen. Eine weitere Wasserpumpe war die Attraktion, er präsentierte mir auch diese sehr stolz.

Ja, das Thema Wasser spielt die Rolle überhaupt, ohne Wasser kein Leben, ohne Wasser läuft nichts (nettes Wortspiel) und obwohl ich nicht mehr weiß wie genau diese Palmen heißen (Will Palms?) oder wie genau dass ganze funktioniert, bin ich doch äußerst erfreut darüber mit wie wenig Aufwand so viel gutes geleistet werden kann.

Ich habe mir, um noch etwas beim Thema Wasser zu bleiben, vor der Reise die Dokumentation <Flow. Wasser ist Leben> angesehen und habe  mittlerweile auch praktisch sehr viel Bewusstsein hinsichtlich der Probleme, ist es doch in Thailand und Kambodscha nicht möglich das Leitungswasser zu trinken, so dass du abhängig von den Wasserkonzernen bist.

Mit dem Wasser existiert die Basis und mit dem Dach für 25 Dollar (!) können Sie zusätzlich etwas durch den Regen speichern, eine Tonne steht bereit. Erst dann kommen Tische, Tafel, Schulmaterial…

Ich habe ihm kleine Spenden zugesichert und wir verblieben damit, dass ich noch einmal vorbei schauen würde.

 

B. Ta Kev

Es folgte die zweite Tempeltournee, dabei ging es wieder in die Stadt Angkor Thom und von da rechts weiter die Straße entlang, bis ich auf Ta Kev, einem Tempel, welcher der Form einer Pyramide ähnelt, traf.

Von vier Seiten führen lange Treppen nach oben in den Hauptturm und es  ist eine Wohltat für alle begeisterten Kletterfreunde. Auch kann man rund herum wandern mit einem recht anschaulichen Ausblick.

Neben Angkor Wat finde ich Ta Kev richtig attraktiv, ich mag diese Art der Architektur mehr als jene vielen heruntergekommenen Ruinen, die ansonsten den Komplex säumen bzw. schmücken.

Obwohl diese vielleicht gerade so eine Art Tomb Raider Feeling versprühen? (ich hatte diese Gefühl allerdings eher selten, vermutlich wegen der hirnerweichenden Touristengruppen aus China und Japan, oh Indi, wo sind die nur ausgegraben worden, ich meine die gehören doch zum Inventar oder?)

 

C. Ta Prohm

Heissa Hoppsassa, was für ein abgefahrener, einzigartiger Bau durchwachsen von urzeitlichen Bäumen!

Dies ist wohl der Tempel neben Angkor Wat, den es zu sehen gilt.

 

Stränge der Auswucherungen jener Wurzeln aus Urzeiten breiten sich aus als wäre es nichts, während die massiven Steinblöcke versuchen Stand zu halten gegen diese Kraft der Natur und die Zeiger der Uhr haben schon lange ihren Dienst quittiert; Die Zeit ist stehen geblieben.

 

Was bleibt da noch zu sagen?

Hammer, weisst!

 

D. Und auf einmal war die Luft raus (Und täglich grüßt der Fahrrad Joke)

Auf dem Rückweg in Richtung Gasthaus, bereits in Angkor Thom, gab es wieder einmal eine kleine Fahrrad-Episode.

Ich fuhr so gemütlich vor mich hin, tief beeindruckt vom Erlebten, als ich plötzlich feststellen musste, dass mein Fahrrad (oder das Fahrrad jenes Touristen, der jetzt -ahnungslos oder nicht- mit meinem bzw. besser: mit dem des Gasthauses herum dackelte) vorn einen Platten ausgebildet hatte.

Ach verdammt, nicht schon wieder, dachte ich.

Also sah das Ende des Tages so aus, dass ich durch Angkor Thom laufen musste, während mir eine Milliarde forscher Tuk Tuk Fahrer ihren Dienst aufzudrängeln versuchten und noch mehr Radfahrer einen Spaß daraus machten mehrmals so breit zu grinsen wie Kinder beim Erschrecken alter Omis auf Glatteis.

Nach einer Ewigkeit von Minuten, während der sechs Gasflaschen in Kolumbien ex- und zahlreiche Teenagerinnen in Paris masturbierten, sowie eine Packung Popcorn in einem Kino zweitausend Kilometer entfernt verzehrt wurde, später, traf ich nahe Angkor Wat ein, wo mir mehrere hilfsbereite Khmer den Weg in jene Richtung wiesen, welche mich zum Spezialisten für Fahrradprobleme-zur-falschen-Zeit-am-falschen-Ort brachte.

Dieser verstand jedoch wenig Englisch, dafür eine Menge von nicht-passenden-Ventilen-in-einer-Kiste und fand dabei heraus, dass sich im Schlauch ein Loch befinden musste, was ich jedoch erst nicht so recht zuordnen konnte.

Na lange Rede kurzer Sinn es verging viel Zeit und die Sonne hinter dem Horizont, doch das Problem wurde gelöst, wofür er zurecht zwei Dollar von mir verlangen konnte (das Tuk Tuk hätte fünf gekostet) und meine Heimfahrt war gesichert.

 

Wirklich enden jedoch tat dieser Tag allerdings einmal mehr im <Little India>, einem hervorragenden kleinen indischen Lokal in der Innenstadt, der uebliche Ausklang waehrend meiner Zeit in Kambodscha.

bei meiner weiteren Inspektion (runde 3 viel weniger text)

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Chapter 10. Angkor Runde 1

 

A. Einleitung

Was für ein unglaublicher Sonntag das war, dieser 23.Januar.

Ich schütte mein Herz vor euch aus; Keine Barrieren mehr, reine Natur.

Gepflastert voll mit Eindrücken in einer wahren Kaskade an Ereignissen.

Und Steinen.

Massiven, tonnenschweren Steinen, die eine Hochkultur zur Zeit der Kreuzzüge errichtet hat, um ihren Glauben zu verankern und ihrer Götter zu huldigen.

Monumente von gigantischer Größe türmen sich auf inmitten der Tiefen eines Dschungels, überwältigend und geheimnisvoll.

Genauso wie der Verstand, der mir innewohnt, den zu fassen ich jedoch nicht genug tuend vermag, da mir verwirrende Gefühlsausbrüche den Weg zu versperren drohen.

Warum nur, warum können sie einen zuweilen nur so spielend leicht irritieren wie Anker die sich nicht lichten lassen für die Mannschaft eines Seglers, gewaltig, mit dem Geschmack von altem Rost, nie zufriedenstellend und bleiern voll und ganz.

 

Jeder Mensch hat seine Fehler, jeder Typ seine Schwächen, doch was sind das für Sorgen die uns westliche Zivilisation heimsuchen, wo sie doch so sinnlos wirken gegenüber den Leiden jener Minenopfer in Kambodscha beispielsweise?

Die Mücke wird zum Elefanten und für mich hat sie sich mittlerweile dank Moskitoschutz tatsächlich so verwandelt.

Die Elefanten zieren meine neue Tasche, die Elefanten laufen durch Angkor.

B. Angkor, What?

Der Wecker rumorte gegen halb fünf in der Frühe zum ersten und kurz daraufhin erneut.

Mein Plan sah vor, zum Sonnenaufgang vor Angkor Wat, dem wohl beeindruckendsten Tempel der Welt, einzutreffen, und wieder einmal hatte ich kaum geschlafen.

Seltsame Traumepisoden hatten mich heimgesucht und dabei ging es in gewisser Hinsicht um Dämonen, Himmel und Hölle, nur sehr unterschwellig in Bildern versteckt.

Eine halbe Stunde war ich dazwischen wach gewesen und hatte den Fernseher eingeschaltet, den ich zu meinem Erstaunen auf dem Zimmer registriert zu haben vermochte, um Berichte von der Anti-Gentechnik-Demo verfolgen zu können und dem Thema Fleisch oder Vegan (alles von einem deutschen Kanal!).

Dies alles erleichterte nicht gerade ein unermüdliches aus-dem-Bett-schnellen, aber ich schaffte es schliesslich im Bewusstsein jene Unternehmung zu initialisieren welcher wegen ich nach Siem Reap

gekommen bin.

 

Dusche, Zahnputzerei und ab in die Klamotten, um hinunter zu bugsieren.

 

Die meisten Touristen die den langen Weg auf sich genommen haben um Angkor zu entdecken, bedienen sich eher geldraubender Mittel wie dem Mieten eines Tuk Tuk Fahrers, wohingegen ich die ganze Tour mit einem schrulligen alten Klapprad durchziehe.

Also schwang ich ich mich aufs Vehikel und heizte gen Ziel.

Auf den Straßen war wenig los und die Dunkelheit versperrte die Sicht.

Ich radelte vor dem Fluss nach rechts, der Ausschilderung folgend, was sich als fataler Fehler erwies, weil es die erheblich längere Strecke ist.

 

So rumpelte ich durch den Rest der Nacht, den Morgenstern im Visier und schon bald geriet ich in unbequeme Ahnungslosigkeit, was den weiteren Verlauf der Straße anging.

Ich bog nach einer weile links ab, da mir ein Mädchen den Weg wies und fuhr leider wieder aus Unsicherheit zurück, um nach weiterer Wegweisung festzustellen, dass es doch die richtige Richtung war.

Schließlich traf ich auf ein paar Kambodschaner die jedem erklärten wo es lang ging und so polterte ich weiter.

Doch um das Ganze mal abzukürzen, komme ich gleich zum Schluss.

Ich traf vor Angkor Wat ein, um dort abgewiesen zu werden, weil die Ticket Office woanders ihren Platz hat und ich dieses ja benötigte. Ein Mädchen vom Kaffeestand brachte mich für drei Dollar hin, mir blieb nichts anderes übrig, weil ich bereits zu kaputt war.

Immerhin ziemlich abenteuerlich und hübsch war sie und raste wie Michael Schumacher.

 

Daraufhin war es geschafft.

Der Malerische Sonnenaufgang voll im Gange, mein Kaffee heiß wie Feuer.

Die prachtvollen Türme des riesenhaften Tempelkomplex glänzten im rötlichen Schein, die Stimmung wartete mit einer gehörigen Prise Mystik auf und die Touristen bildeten eine wahre Pilgerschar wie vollbeschäftigte Ameisenvölker.

 

Meine folgende Besichtigung dauerte einige Stunden und es war durchaus schon fantastisch, im wahrsten sinne des Wortes.

Trotz allem habe ich mir den Ort größer vorgestellt, nun, aber es ist sicherlich so, dass es auf einen anders wirken kann, bedenke man doch die zahlreichen Malereien, Eingravierungen und so weiter, ganz zu schweigen von den massiven Klötzen, die erstmal da hin geschafft werden wollen!

Was nicht heißen soll, dass ich nicht beeindruckt bin, oder besser, eher überwältigt weil es schier schwer erfassbar ist bei all den Details.

 

Das ganze Areal erstreckt sich ein ganzes Ende und ich erkundete zwischen der Sichtung der Tempel an sich noch die weite Dschungelfläche auf der anderen Seite, bevor ich zu den Haupttürmen in der Mitte emporstieg.

Aber seht selbst.

Das ganze Gebiet ist geometrisch exakt konstruiert worden. Es wird viereckig umschlossen von Wasser, dann geht es bis zu den Haupttürmen so weiter, viereckige Anordnung.

Am Ende meines Aufenthaltes gönnte ich mir endlich ein Essen, nach Stunden das erste am Tag (Frittierte Khmer Nudeln mit Möhren und allerlei, sehr lecker), welches ich zu mir nehmen musste, während mich vier junge Khmer Frauen in regelmäßigen Abständen ihre Sachen verkaufen wollten (Only Wan Dollar, Sir) und mich zudem in Gespräche über mich verwickelten.

 

Aber ich ließ mich nicht beirren.

 

C. Monkey Buisness oder die Armee der 12 Monkeys

Das war die beste halbe Stunde des Tages.

Die irre Affenshow.

Zuerst begegneten wir uns ziemlich schüchtern, aber als wir unsere Barrieren erstmal überwunden hatten, fingen wir an miteinander zu feixen. Sie wurden ziemlich frech, wollten mir meine Tasche zerpflücken und das Wasser entwenden.

Aber alles in allem, hat es richtig viel Spaß gemacht. Ich kam ihnen so nah es ging und so nah bin ich Affen noch nie gekommen. Überhaupt, ich glaube, ich habe ein paar von ihnen gerade ein- zweimal im Zoo gesehen.

Also ein überwältigender Moment für mich.

D. Die Sache mit dem Fahrrad

Da begann der negative Aspekt dieses Tages und meine in der Einleitung angekündigten Gefühlsausbrüche versuchten Schritt um Schritt die Kontrolle zu gewinnen.

Eine solche Szene ist definitiv in Deutschland undenkbar!

Ich verließ Angkor Wat, um mit dem Fahrrad weiter zu ziehen und musste dabei feststellen, dass es nicht mehr da war.

Zuerst versuchten mir zahlreiche Khmer Kids bei der Suche danach zu helfen, wobei einer von ihnen unterstützend mit meinem Schlüssel gleich zwei Schlösser öffnete, die so absolut gar nicht die waren, die zu meinem Fahrrad gehörten.

Dass war der erste Streich.

In mir keimte eine irritierende und herrlich ironische Vermutung auf und aufgrund dessen will ich dies hier mal in eine These verwandeln.

Ich glaube, dass einfach die meisten Fahrradschlösser in Kambodscha die gleichen Schlüssel besitzen, weil sie schlicht und ergreifend gleich sind….,

also ist diese Story vermutlich kein Einzelfall.

Nachdem ich alles jedes Klapprad abgeklappert hatte, musste ich erschreckenderweise akzeptieren, dass meines vermutlich jemand anderes mit seinem Schlüssel geöffnet hatte und damit bereits in irgendeinem exklusiven Lokal leckeren frittierten Reis mit Hähnchen zu sich nahm.

Ich musste also eine Entscheidung treffen.

Entweder ich lasse mich mit einem Tuk Tuk für viel zu viel Geld zum Gasthaus bringen und bezahle dann noch mal viel zu viel Geld für den entstandenen Schaden, nämlich dass kein Fahrrad mehr vorhanden ist, oder ich nehme mir einfach ein anderes, wo mein Schlüssel passt.

Dies schien mir der vernünftigere Ansatz zu sein.

Obwohl dies alles mit allem zu tun hatte, nur nicht mit Vernunft.

Mittlerweile hatten andere bereits ihre Räder abgeholt und mir blieb nicht mehr viel Auswahl, ich suchte mir also eins aus und es klappte.

Der Asian Allround Key passte.

Ein Khmer hatte jedoch Wind davon bekommen (was auch kein Wunder war bei dem ganzen Aufriss) und auesserte seinerseits Zweifel, indem er auch noch den Polizeibeamten dazu beorderte.

Auch das noch! dachte ich mir, jetzt wird es richtig kompliziert, da bekanntermaßen die Kräfte des Gesetzes weder in Thailand noch in Kambodscha dazu in der Lage waren, der englischen Sprache mächtig zu sein!

Dementsprechend dauerte es eine weile bis ich den Khmer Übersetzer davon überzeugen konnte, den Polizisten davon zu überzeugen, dass dies alles schon in Ordnung sei und ich kein Verbrecher sei, den man in einen voller Rattenkacke besetzten Knast stecken müsse.

Danach konnte es endlich weiter gehen.

Aber es war noch längst nicht alles.

Als ich das Fahrrad vor und nach meiner Bergtour abschloss, wehrte es sich vehement wieder aufzugehen und dass eine nervenaufreibende Ewigkeit lang.

Plötzlich funktionierte meine These doch nicht mehr und ich musste quasi gefühlte Jahre damit zubringen, dass alles wieder gerade zu biegen.

Also vermutete ich danach, dass vielleicht doch einfach die Schlüsselmacher in Kambodscha einfach miserabel in ihrem Job sind, was die Sache ein bisschen erklären würde.

Nun, ich fand heraus, dass es am Mechanismus liegt, und zwar wie du den Schlüssel drehst, mit viel Gefühl geht es spielend leicht und ich raffte es mit der Zeit.

Jetzt geht es ganz hervorragend und ich kann auch frittierten Reis essen gehen ohne neun Tage Zeit dazwischen einplanen zu müssen.

Doch jetzt kommt die Pointe.

Als ich wieder im Gasthaus ankam, fiel den Leuten überhaupt gar nicht auf, nicht mal in entferntester weise, dass es nicht mehr das richtige Fahrrad ist, was ich angeschleppt habe.

Also jetzt mal ohne Jux und Tollerei, die haben hier alle nicht mehr alle Schrauben beisammen!


E. Bergtour

Die ganze Szene mit dem Fahrrad brachte mich bald in ziemliche Rasche, aber die Bergtour zu einem weiteren Tempel (ich muss wohl feststellen, dass es nicht Phnom Bakheng ist, der ist kurz vor Angkor Thom und ich habe ihn erst viel später entdeckt und noch nicht angesehen) weit oben.

Dass troesteste noch ein bisschen und machte enormen Spaß. Ich meine, ich liebe es zu klettern und ganz besonders liebe ich es, die darauffolgende Aussicht genießen zu dürfen als quasi Geschenk für die Anstrengungen.

 

F. Angkor Thom

Nachdem ich noch einen kleinen Abstecher auf einen schmalen Pfad in den Dschungel gemacht hatte, begab ich mich schließlich in die Tempelstadt Angkor Thom, die mit einem Haupt und mehreren Nebeltempeln aufwartet.

Doch meine Nerven neigten sich dem Ende zu, mittlerweile kann ich sagen, dass ich einfach zu viel an einem Tag gemacht habe, sehr schnell erschöpften sich also meine Kräfte und ich geriet in enorme psychische Probleme, wie in der Einleitung angekündigt.

 

G. Völlig am Ende

Die Gefuehlsausbrueche uebernahmen die Kontrolle und der bescheuerte Komfort-gewoehnte Westler in mir geriet in Panik. Ich entschied mich rasch, Kambodscha so schnell wie möglich wieder verlassen zu wollen, auch weil ich das Gefuehl hatte, keine Woche fuer Angkor brauchen zu müssen und auch keine Woche lang Steine angucken zu wollen.

Dies machte mich doppelt rasend, weil ich 60 US Dollar für ein 7Tage Ticket ausgegeben hatte.

Der Moment der Entscheidung war jener, als ich fragte, mein Ticket ändern zu können in ein 3Tages Ticket um 20$ zurückzuerhalten, was natürlich nicht ging und ich eine weile böse Blicke verteilte und wie ein kleines Kind in die Gegend schmollte.

Ich war so am Ende, dass ich (und ich schütte wie gesagt auch mal ein bisschen das Herz hier aus, das war nicht das erste mal mit panischen Reaktionen) wieder alle anderen Ängste auspackte, vor den ganzen asiatischen Krankheiten und so weiter. Ich war aber auch saudreckig nach diesem Tag, wie ich im Zimmer feststellen musste.

 

Nun, so endete dieser Tag, der im Grunde einen der abenteuerlichsten der ganzen Tour darstellt und am nächsten Morgen stellte ich wieder einmal fest, dass mich die Gefühle überwältigt hatten. So ein Mist aber auch.

 

Mister Jones, machen sie sich doch nicht immer so einen Stress.

Was für ein unglaublicher Sonntag das war, dieser 23.Januar.

Chapter 9. Wechsel nach Kambodscha

 

Langsam komme ich zur Ruhe.

Bin aber noch immer perplex von dem irrsinnigen Trip hierher – nach Siem Reap, Kambodscha.

Es hieß von der Reiseagentur im<Travellers> in Bangkok, dass es zehn Stunden dauern solle und mein Geld war im Prinzip sehr gut eingeplant, meine restlichen 60 Baht sollten ausreichen, im Anschluss könnte ich mir ja Dollars ziehen.

Dachte ich.

Dich es kam sowas von anders.

Der Trip dauerte über 13 Stunden und war eine ultraoberaffendurchgeknallte Fahrt in die Hölle der Wüste eines anderen Planeten.

Die erste Hälfte der Strecke ging es mit einem Kleinbus der das Wort Bequemlichkeit noch nie gehört hatte, zu zehnt, davon sechs Inder. Ich hatte nur vier Stunden geschlafen und das sollte es somit auch vorerst gewesen sein.

Die letzten paar Baht gingen noch vor der Grenze für Wasser drauf und als wir den Punkt erreichten, an dem wir die Dokumente auszufüllen hatten, war jegliches Geld meinerseits erschöpft und ich wurde fortan von einem amerikanischen und einem schwedischen Paar versorgt.

An einem eingezauenten Stützpunkt im Nirgendwo fühlte ich die Grenzpapiere aus, bekam von einer verrückten Russin mit Kind (ich bin mir sicher sie war auf irgendwas drauf, oder haute sich permanent das Thai Red Bull hinter) die Hälfte ihres Essens, was aus Reis mit Ei bestand.

Dann ging es weiter bis zum Konsulat, wo die Inder einige ihrer Dollars spendeten um ihre Visa zu erhalten, während ich mit dem Mann der einen Indiana Jones Hut trug, plauderte.

Er verriet mir ein paar Sachen über Angkor und Kambodscha, nützliche Infos auf dem Highway To Hell.

Irgendwie war er derjenige aus der Truppe, der mich am meisten beruhigte und auf den ich mich ständig fixierte, um zumindest den Hauch eines Halts zu behalten, um nicht komplett durchzudrehen.

Die Inder kehrten zurück und schrien lauthals herum, waren über irgendwas ganz schrecklich empört, was genau war nicht auszumachen.

Nachdem sie sich beruhigt hatten, indem sie ein paar mal <Shanti> in die Gegend sagten, konnte es weitergehen bis zur Grenze.

Und die Ewigkeit des Wartens zwischen ein paar Dutzend unterschiedlicher Touristen meist aus Frankreich, England und Australien, aber nie Deutschland, nahm ihren Lauf.

Es war nervenzerfetzend.

Es dauerte an der Thaiseite erstmal eine volle Stunde, dann stand ich vor em Moment der Entscheidung und ich wurde natürlich wieder weggeschickt, weil ich ein einziges Blatt nicht ganz ausgefüllt hatte – da riss mein erster Geduldsfaden.

Schließlich kam ich durch und die Truppe mit neuem kambodschanischen Führer wartete bereits auf mich. Sie lief dann viel zu schnell vorwärts, ich konnte kaum Schritt halten, geschweige denn ein Foto schießen oder ein Schluck Wasser zu mir nehmen – während die glühende Hitze iner scheinbar tausend Grad Celsius heißen Wüstensonne auf mich niederbrannte.

 

Bis zur Erschöpfung ging es Schritt um Schritt, bis wir am Grenzpunkt Kambodscha angelangten und wieder warten mussten:  Gefühlt eine weitere Stunde, ich hab keine Ahnung wie lange genau.

Dabei ging es durch einen schmalen Gang mit Millionen von Touristen, an der Wand ein Schild, auf dem stand: <Respect Our Children> und weiter sinngemäß übersetzt <Bei sexuellen oder gewalttätigen Übergriffen wählen sie folgende Nummer…>.

Mir lief ein erster Schauer über den Rücken aber ich war vorgewarnt.

 

Nachdem wir endlich durch den zweiten Grenzbereich durch waren, hieß wieder weiter Warten, Warten, Warten.

Wir wurden in einen Bus gelotst, mussten da warten, wieder aussteigen, in einen anderen Bus steigen, warten, dann fuhren wir ein Stück zu einem nicht weit entfernten Ort, wieder aussteigen, das amerikanische Paar besorgte mir ein Wasser, warten, mehr Leute kommen hinzu und irgendwann endlich ein, endlich ging es weiter.

 

In einem DDR Bus mit viel zu harter Klimaanlage.

 

Die folgenden Stunden glichen einem Martyrium der Extraklasse. Ich sah die ganze Zeit aus dem Fenster während ich Dead Can Dance hörte und die Bilder brannten sich in mein Hirn wie Propellermaschinen in den Boden nachdem sie von Kriegsschiffen abgeschossen wurden waren.

Und der Staub bohrte sich in meine Lungenflügel wie Asche.

 

Eine brechend staubige andere Welt mit Menschen die weniger als nichts zu haben scheinen.

Dass was sie haben sind Wellblechhuetten,  Sand und ein paar ausgetrocknete Palmen.

Je weiter der Bus fuhr und je mehr ich von dieser Welt zu sehen bekam, desto mehr wurde mein Bewusstsein durch eine zehn Tonnen schwere Waschmaschine gejagt und das Ganze ohne Weichspueler.

 

Meine Gedanken waren schrecklich, besinnlich und klar zugleich, voller Wahnsinn, Ruhe, Komplexität und drehten sich in Lichtgeschwindigkeit.

 

Es wurde dunkel und der Horizont auf beiden Seiten glänzte weiß, also total weiß, nichts war zu sehen außer dieses Weiß.

Ich döste etwas weg und der Bus erreichte eine Zwischenstation im Nichts, damit alle was essen und trinken können.

 

Ohne Geld war das für mich sehr sinnfrei, aber das amerikanische Paar sprang ein und gab mir drei Dollar, die ich in French Fries und einem Wasser investierte weil ich jeglichem anderen Essen hier im Nirgendwo nicht vertraute.

Doch dass kam nach der intensivsten Szene meiner gesamten Reise.

 

Der Szene mit den Khmer Kindern.

Ich hatte mir eine Zigarette geschnorrt und stand so da, um sie zu rauchen, abseits von den Tischen, an denen die anderen Touristen bereits irgendwas tranken und sich unterhielten.

 

Da stürzten sie sich auf mich.

Sie umkreisten mich professionell und waren kaum bemerkenswert kleiner als ich und sie sahen so aus als hätten sie noch nie jemanden wie mich betrachtet, was auf gegenseitigkeit beruht.

Ein Mädchen band mir ein Band um die Hand und sagte dabei dass es für Glück sei ohne dass ich etwas geben müsse, während die anderen mich fragten, ob ich ein Alien sei.

Dabei bewunderten sie meine Haare und berührten sie aufgeregt.

 

Kurz danach ging ich dezent ohne viel gesagt zu haben wieder zu den Tischen und meine Welt hatte sich in diesem Augenblick prägend verändert, was ich jedoch erst auf den letzten 60minuten bis Siem Reap bemerkte, weil mir ein paar Tränen ins Gesicht kullerten und ich die Hände zum Gebet faltete. Eine LSD verwandte Droge musste in meinem Kopf begonnen haben, ihre Wirkung zu entfalten und es gibt kein Zurück.

 

Nie wieder.

 

In Siem Reap spendeten mir die Schweden das Tuk Tuk, ich konnte in der Supermall Geld abheben, suchte ein Gasthaus, fand keins, wurde von einem Kambodschaner fuer einen Dollar zu einem gebracht und als dies alles erledigt war, brach ich in einen Schlaf der sich gewaschen hatte und vierzehn Stunden ging.

 

Bis vor sechs Stunden.

 

 

Alles was ich ansonsten weiß ist, dass ich nicht mehr genau sagen kann, auf welchem Planeten ich mich wirklich befinde und ob ich ihn jemals verstehen werde.

Im Moment jedenfalls nicht und ich gehe mir morgen bis zu tausend Jahre alte Tempelanlagen anschauen, beziehungsweise eine komplette Woche lang und was mich während dieses Trips erwarten wird, weiß nur der Lord allein.

 

Freunde der Kunst, bis auf weiteres

wünscht mir Glück

 

 

Chapter 8. Bangkok Time.

 

tuk tuk time

Und auf einmal kann alles sehr schnell gehen.

Die Sonne hat sich bereits wieder unter das Meer geschoben, was bedeutet dass du viel zu spät erwacht bist und einmal mehr komplett aus dem Rhythmus geraten bist.

Wenn du auf Koh Phangan eine weile verbracht hast und dein Plan vorsieht, weiter zu ziehen, kann das nach Sonnenuntergang nur bedeuten, dass dir eine sehr schlaflose Nacht bevorsteht und du am nächsten Tag eine Menge um die Ohren haben wirst.

Und so packst du deinen Krempel zusammen, checkst alles doppelt und dreifach, merkst, ohh nein, du kannst noch nicht auf dein neues Geld zugreifen, gerätst in Panik, rufst alle an, die du kennst und alle die im Telefonbuch stehen, dass sie eine Expressüberweisung machen, was dann zum Glück jemand tut, woraufhin du dich freust keinen Herzinfarkt bekommen zu haben und auch noch die Finanzplanung durcharbeitest.

Dann ist schon fünf vor zwölf und du hechtest auf zum Hafen, wirst dabei auf halber Strecke vom Besitzer des Internetcafes indem du immer gewesen bist auf sein Motorroller gehievt und gelangst viel zu pünktlich dort an – Warten ist in Thailand übrigens so normal wie herzhaftes dunkles Brot in Deutschland, Geduld jedoch hast du mittlerweile im Gepäck.

Schließlich sitzt du nach langer Zeit mal wieder eine lange Zeit auf einem Schiff, im typischen Reisehalbschlaf und daraufhin in einem Bus, der dich zu einer Zwischenstation bringt, wo du zwei Stunden am Daumen nuckeln darfst während sich besonders durchgeknallte Köter eine Schlacht liefern, wobei drei gegen einen nicht sehr fair ist, wie man bemerken sollte.

Der nächste Bus kommt, bringt dich nach Bangkok und du bist froh vier Plaetzte für dich zu haben, denn mittlerweile sind mal eben vierundzwanzig Stunden vergangen und du knackst sofort in einen todesähnlichen Tiefschlaf weg.

Und auf einmal kann alles sehr schnell gehen.

Damit meine ich, dass deine Seele immer irgendwie hinterherhinkt.

Mein Körper ist in Bangkok, Ortszeit gerade 20.30, aber der Rest von mir?

Der begreift schon wieder gar nichts mehr, zu viele Eindrücke auf einmal, ich weiß nur, es war im Grunde ein seltsam wundervoller Tag seitdem ich aus der Totenstarre gerissen wurde, weil der Bus kurz vor sechs in der Frühe am Ziel eintraf.

Beziehungsweise seit ich mich an zwei Mitreisende gehangen habe und wir zu dritt ein Zimmer gefunden haben.

 

Denn es ist so:

Immer wenn du irgendein Vehikel in Thailand mit dem Reiserucksack verlässt, stürzen sich alle existierenden Taxifahrer des Landes auf dich, um Geld zu ziehen wie aus einem Bankautomaten und du hast keine Chance dich zu sortieren, besonders dann nicht, wenn noch nicht einmal die Sonne aufgegangen ist nach einer 12stuendigen Busfahrt.

Übrigens, da fällt mir ein: Die Taximafia ist sehr erpicht darauf, ihren Teil der Kohle einzukassieren, zumindest war das auf Phangan so, dass geschieht auch ganz offensichtlich, du kannst es beobachten. Und die Summe ist nicht unerheblich, wenn man bedenkt, dass die Fahrer eh schon so wenig bekommen.

Nun, aber wo war ich stehen geblieben?

Ja, also nachdem wir das überlebt und zahlreiche ausgebuchte Hostels abgeklappert hatten, darf ich vorstellen> Der Fel.X., James The Chatter Box und ich, das Dreamteam, begann ein wunderbarer Tag und ich komme damit zum nächsten Punkt.

Ich spreche jetzt wieder über die Khausan Road.

Die Khausan Road kann ganz seltsam positiv berauschend sein, aber wahrscheinlich eher dann, wenn du nicht alleine unterwegs, ein Insider oder gerade aus der Psychatrie geflohen bist, oder um es kurz zu machen> wenn du ich bist.

So war es geradezu witzig sich heute auf ihr zu bewegen. Ganz früh am morgen schlich ich noch alleine über sie hinweg, denn zwei Drittel des Dreamteams hatte nicht das Glück gehabt, hundert Meter Freiraum im Bus genießen zu können und musste sich deshalb noch ausruhen.

Ich spazierte weiter, in die Seitenstraßen von der Khausan weg und befand mich plötzlich in einer ganz anderen Welt, jenseits jedweder Touristen, nur zwischen Thais und sah spürte das Fremdsein auf eine tiefe eindringliche weise, also recht tief, aber vielleicht nicht so tief wie manch anderer, da ich mir schon immer etwas fremd und wie ein Alien gegenüber den meisten Menschen vor kam. Trotz allem, bewegende Gefühle in mir.

Eine staubige, dreckige, stinkende Metropole und ich befinde mich mittendrin.

Motorroller, Tuk Tuks, Taxen, Busse und Lastwagen rasten scheinbar ineinander hinein und durcheinander durch und die ersten Läden begannen zu öffnen.

Mönche gingen langsam an Ständen entlang, hinter denen Frauen sehr schnell Essen fertig verpackten um es ihnen zu reichen. So bald sie dies getan hatten, pressten sie ihre Hände aneinander und hielten sie an ihren Kopf, um ihren Respekt zu erweisen.

Arme Leute strickten in dunklen Ecken oder organisierten ihre Waren, was genau alles, puhh, einfach alles mögliche, alles.

Ich lief weiter und kam in einen Park am Fluss, wovon man die riesige Brücke sehen konnte, die Rama V (oder VI?), die gigantisch ist. Der Hammer. Ich starrte sie eine Zeitlang an, guckte wieder weg und starrte sie wieder an. Wow.

Nun, ich ging nach meinem Rundgang frühstücken, hatte das beste Fruehstueck seit Beginn meiner Reise, was aber auch etwas teurer war, aber in Ordnung geht, weil ich ja sehr preiswert schlafe und auch sonst keine großen Ausgaben habe.

Aber egal, jedenfalls danach dann schließlich war ich nicht länger alleine, wurde ins Dreamteam assimiliert.

Wir als Dreamteam hatten richtig viel Spaß und ergänzten uns ganz wunderprächtig.

Fel.X wollte Klamotten und wusste wo diese ekelhaft riesige Supermall steht, während James dass gleiche wollte und nicht wusste wo sie steht und ich die Kamera begehrte, die ich so lange nicht zu meinem Eigen zählen konnte, was schon verrät dass ich sie jetzt habe, aber wir können ja so tun, als sei es weiter total spannend und so.

Das eigentlich spannende ist ja bekanntlich der Weg und dies trifft auch auf heute zu.

Zuerst ging es ins Taxiboot – ich sage ja lieber Schiff, denn es ist schon recht groß und enorm viele Leute hängen dort herum. Eigentlich ist es wie eine Straßenbahn auf dem Wasser, die mehrere Stationen anfaehrt.

Dabei ist es nahezu unbegreiflich wie schnell die Thais dieses Gefährt anlegen und wieder losmachen, dass ist dermaßen schräg, dass der schiefe Turm von Pisa eine Lachnummer dagegen darstellt.

Irre.

Und während der Fahrt versuchten wir dann staunend zu begreifen wie irre auch eigentlich alles in dieser Stadt, in dieser Metropole, in dieser anderen Welt ist, was wir dann aber sein ließen und nur noch anfingen irre zu grinsen, was dem ja dann sehr passend gegenübersteht, wie ich finde.

Andere Straßenbahnboote kreuzten den Fluss, eine mörderisch fies grinsende Smogwolke schien einfach überall ihren Spaß zu haben und wir erreichten die letzte Station.

Es ging weiter mit dem Sky Train, nicht ganz so irre, aber auch, denn die Sonne knallte wie die Sau und im Sky Train ballerte die Klimaanlage wie bekloppt.

Heavy.

Die Einkaufstournee muss ich aber jetzt nicht noch beschreiben, erstens hasse ich Megaeinkaufszentren und das war eine höllisch riesige Variante davon und zweitens bin ich zweifelsohne gerade richtig am Schlapp machen, eigentlich schon seit ich angefangen habe zu schreiben, was erklärt dass es alles vielleicht an einigen Stellen zu so und so ist, ja ich mache Schlapp, etwa seit dem Aufenthalt in diesem Riesenkomplex, fühle ich mich auch nicht mehr ganz so gut, nun, ich habe ja meine Kamera und das andere Drittel T-Shirts ohne Ende. Also. Mission erfühlt, der Weg ist das Ziel.

Zurück dann ging es mit einem Tuk Tuk zu dritt, das, na, dass war der krönende Abschluss des Tages, und auch völlig irre.

Ach, die sind hier alle verrückt und ich werde es auch langsam.

Ach nein, ich war es ja schon immer, und jetzt wird es erst so richtig gefährlich….

Der gemeinsame Ausflug auf der Khausan Road war dementsprechend medikamentös und wie im Rausch genossen wir unser Dasein, überschwänglich, froh, lebendig, feilschend und oh Shit We are the fucking tourists.

Der Hundekatastrophenalarm

 

Stell dir vor, es ist nach Mitternacht und du kurvst gerade mit deinem Fahrrad gemütlich vom Geburtstag eines Freundes zurück in die heimischen Gefilde deiner nach allen persönlichen Maßstäben eingerichteten Luxuswohnung in Berlin und träumst dabei von einer herrlich wohlig-warmen Badewanne mit enorm teuren ätherischen Ölen aus der ganzen Welt plus Teegelage mit deinem Haustier, welches mal wieder zu lange vor der Glotze gehangen hat und dir eins von sonst wie eleganten Weihnachtsgeschenken erzählen wird.

 

Douglas Adams betonte oft, wie sehr er mit seiner Computertechnik zu kämpfen hatte, den kleinen Bammeldingern und Kabeln, von denen er Alpträume bekam, in denen sie ihn verfolgten wie hoch giftige und aggressive Schlangen.

Wenn du also durch Berlin kurvst, hast du im Moment mit einem Haufen Schnee und einer beißenden Kälte zu kämpfen, weißt aber, dass sich dir sonst nichts in den Weg stellen wird.

 

Das alles hat da wo ich bin keine Bedeutung.

Wir haben alle unsere Gewohnheiten und einige davon verbinden uns sehr stark miteinander, wie die Tatsache, dass wir in Berlin leben und keinen Hundekatastrophenalarm kennen.

 

Hundekatastrophenalarm bedeutet, dass du nach Mitternacht gerade gemütlich vom Geburtstag irgendeines Menschen, den du nicht kennst, zurück in dein Hostel kurvst und deiner Gewohnheit nach dass auch wirklich sehr gemütlich tust.

Nur dass auf einmal tausend aggressive Hunde aus unbekannten Winkeln des Bürgersteiges schießen wie die Kabel aus Douglas Adams Schrank und sich vorgenommen haben, dich und allein dich in ihr Pedigree Pal Menü zu integrieren.

 

Jedes mal wenn mir das passiert, bin ich auf einmal wieder putzmunter und zwei Wörter in meinem Kopf, die lauten <aggressive Hundestrecke>.

Mit der Gemütlichkeit ist es vorbei.

Ich fange an in die Pedale zu treten wie ein junger Gott bei der Tour de France und hoffe und bete wie der christlichste Katholik, dass ich kein Weihnachtsbraten werde.

Sie sind wirklich hinter dir her, mach dir das klar, nur dir, denn du bist der einzige Trottel auf der ganzen Insel der um diese Zeit ohne Licht mit einem Gefährt durch die Wahllachei dümpelt, dass keinen Motor hat und Sie haben auf diesen Moment gewartet.

 

Das ist kein Witz.

Sie sind aggressiv und ich glaube, dass Sie alle aus einer Psychiatrie geflohen sind, in der noch verrücktere Laborärzte mit ihnen unaussprechliche Versuche mit Benzodiazepinen, Modern Talking, David Hasselhoff und Vitam-R durchgeführt haben, was eine explosive Mischung pangalaktischen Wahnsinns darstellt.

 

Und obwohl ich Hunde normalerweise gut leiden kann, selbst wenn ich nie ein Herrchen gewesen bin, rase ich mit all meinen Kräften los um schnell wieder im Hostel zu sein, so bald diese Horde durchgeknallter Köter mit fehlender Beisshemmung die Jagd auf mich eröffnet hat.

Sie hören nicht auf, hinter dir her zu rennen, bis du entkommen bist.

 

Bitte, ich wünsche mir Probleme mit den Computerkabeln zu haben.

Chapter 7. Neue Woche auf Phangan

Der Rückenflügel des Schmetterlings besteht aus drei Ebenen, die insgesamt Sicheln bilden.

Auf der oberen gehen drei gravierte Punkte nach rechts und links und zwei jeweils nach unten ab, die alle aussehen wie ein Frühstückstoast.

Die letzten beiden unteren Punkte dieser Ebene treffen auf die zweite Ebene und bilden den Mittelpunkt, was bedeutet, dass sie die Augen darstellen.

Auf dieser Höhe, der Mittelebene, gehen goldene sichelförmige Vierecke in beide Richtungen schräg ab.

Und die untere letzte Ebene schließlich beherbergt ganz kleine schwarze Punkte, welche den größten Teil einer Strecke auf dem Flügel zurücklegen.

Der Flügelmittelpunkt also besteht aus zwei Punkten, die wie viereckige Augen aussehen.

Diese Augen haben einen seltsamen Blick.

Es sind Augen wie die eines strengen weisen Schamanen, der aber auch gefährlich werden kann, wenn ihm danach ist.

Der ganze Flügel sieht es aus wie das Bildnis eines schamanisch-elefantartigen Gottes, wie ein wandernder Schamanenelefant.

Wie er in Indien aussehen sollte.

Mit einem äußerst sicheren Grinsen.

Entschuldigung.

Der Schmetterling saß gerade fünf Minuten auf meiner rechten Hand, nachdem er sich außerordentlich langsam und scheu auf den Weg dorthin begeben hatte und schaute mir fast die gesamte Zeit über tief in die Augen.

Es war absolut sonderbar und großartig, fast so, als hätte er begriffen, dass ich ihn gerade versuche zu beschreiben und mich mit seinem Besuch auf meiner Hand enorm dabei unterstützten wollte.

Nur schade, dass es meine rechte Hand war, mit links kann ich weniger gut schreiben, na, er wollte eben mit mir plaudern, auch in Ordnung.

Ich wollte ihn nur kurz beschreiben und dann mit meiner eigentlichen Geschichte fortfahren > was für ein Moment mit dem Schmetterling.

Aber es bringt mich zu einer wunderbaren Überleitung.

So sind die Tropen.

Seit nunmehr drei Tagen ein Wunder nach dem anderen.

Am 11. Dezember dass Schauspiel der Natur an der Küste durch Ebbe und Flut, frei treibende Kiteboarder, Fahrradtour und Wochenmarkt mit Abschluss in einer indisch-dekorierten Technobar.

Gestern dann erwachen mit indischem Frühstück und Mantramusik, eine Dämmerung mit märchenhaften Wolkenschleiern und dem heranrückenden Gewitter, welches mich am Ende den Regenwald in vollem Maße erlebbar machte.

Und Heute?

Ich erwachte durch die Shiva Moon Experience erst gegen vier Uhr am Nachmittag, machte mich jedoch gleich nach einem kräfteweckenden Müsli auf den Weg, um mich auf Phangans Tagesmarkt in Thong Sala ins Getümmel zu stürzen.

In das südasiatisch-rege Marktleben einzutauchen ist ein bisschen so wie ins Mittelalter zu reisen.

Zahlreiche Stände, gefüllt mit den Köstlichkeiten aus aller Welt, locken uns Hungrige an, die wir dürsten nach dem Fleisch der Früchte und Zähne leckend an ihnen vorbeischleichen.

Es riecht nach all unseren Wünschen, dass uns das Wasser im Munde zusammenfließt und Rauch durchströmt die Flur, während Wörter und Sätze hektisch erklingen. Stimmen, die fremd in den Ohren rauschen, aber eines gemeinsam haben: sie preisen die Waren an.

Ich sehe Brathähnchen sich drehen, blubbernd kochende Suppen und dampfendes Pad Thai in riesigen Woks.

Gebratener Fisch mit schwarzer Kruste, Würstchen, Schrimps, Bananen und Pfannkuchen.

Auch Hot Dogs, Donuts und Kebap sind im Angebot.

Frisch gepresste Fruchtshakes, Obst und sogar Schmuck, doch ich suchte nach frischem Fisch.

Am Ende, als ich über den Markt gelaufen war, wurde ich in der dahinter befindlichen Speisehalle fündig, am ersten Stand auf der linken Seite.

Die Speisehalle entspricht in Form und Flair dem einer Mensa. Ein großer Raum mit vielen Tischen in der Mitte, ringsum die Cafes und Restaurants.

Hier gibt es sogar Spagetthi und Pizza.

Ich bestellte White Snapper, einen mittelgroßen Fisch und durfte meine Beilagen selbst aussuchen, die aus Frittierten Nudeln, Möhren, Blumenkohl, sowie Cocktailtomaten und großen grünen Bohnen bestanden, was mir frisch zubereitet wurde.

Ich genoss das Festmahl, da ich mir seit meiner Ankunft in Thailand noch keinen Fisch gegönnt habe.

Was für ein Land!

Was für eine Insel!

Meine gemächliche Fahrt zurück zum Red Cube fühlte sich an wie ein freier Flug durch Träume der Zufriedenheit.

So leicht und sinnlich wie mein Schmetterling, der jetzt an der Tischblume klebt als gehöre er zur Dekoration und bestünde aus Plastik.

Ich rollte also auf meinem Fahrrad zurück, ein Federgewicht, um nur kurz einen Umweg in den deutschen Biergarten zu machen, den ich seltsamerweise noch kaum registriert habe, obwohl er direkt gegenüber ist.

Ich betrat ihn und erfuhr dass der Betreiber aus Süddeutschland stammt und gegenüber seinem Publikum ist er ein angenehmer Zeitgenosse.

Zwei Hängematten und zahlreiche psychedelische Bilder ringsherum, sowie die typischen Latte, Bier- und Weingläser auf dem Regal.

Aber die deutsche Schwachsinnigkeit bildet die Jägermeister Maschine: Eine Zapfanlage mit dem großen Hirsch und vier Literflaschen auf dem Dach, die den Kräuterschnaps hineinrauschen lassen.

Die Trinkdekadenz einer Kultur, zu der ich nicht gehören möchte.

Ebensowenig wie zum Schwarwaldsäufervolk, dass ihre Promillebräuche dem buddhistischen Thailand aufbrummt wie die Amis uns ihre fettigen Burger.

Bratwurst, Schnitzel und Ketchup durchlaufen ihren Weg vom Herd bis an den Tisch.

Ich entschied mich eine Cola zu trinken und dann rasch wieder das Weite zu suchen> der krönende Kontrast zum meinem vorangegangenen Exotiktrip über den Thaimarkt, was mir schauerliche Gefühle einbrachte, als würdest du in einem Gespensterhaus die Kellertür aufstoßen und dadurch ein ohrenbetäubendes Knarzen verursachen.

Mein klammheimliches Verdünnisieren glich dem dezenten Eintreffen mühelos und ich stattete den nahen Strandbars daraufhin einen ebenso unauffälligen Besuch mit absolutem Zehenspitzengefühl ab.

In der Dunkelheit der Nacht ein weiterer sternenklarer Himmel und Michael Jacksons Thriller weht mit dem Wind um die Wette.

Die Bars hinter meinem Hostel vom Holiday Beach aus Richtung Thong Sala bieten Zuflucht für all jene gestrandeten Seelen, die ihrem Burnout Syndrom mit wahrer Sorglosigkeit entfliehen möchten oder einfach nur im richtigen Moment den Reisekatalog aufgeschlagen haben, als ihnen Gute Zeiten, Schlechte Zeiten mal wieder gehörig auf die Eier ging.

Oder weil sie der Gedanke abschreckte, morgens halb sechs von einer intergalaktischen Schneeflocke erschlagen zu werden, nachdem drei Tornados ihre Hunde nach Griechenland transportiert hatten, wo sie nun nach einem Temperatursturz von über zwanzig Grad nicht die einzigen sind, die massenhaft zu Spontanen Massiven Eiskunstskulpturen transformiert werden.

In der Ferne gab jemand seine Feuerspielkünste zum Besten, was mich natürlich anlockte.

All diese Bars wirken wie der bunte Jahrmarkt mit seinen Schießbuden und Zuckerwatteständen, ein einziger Rummelplatz auf dessen Programm statt dessen Drachenfruchtcocktails und Caipirinhas stehen.

Rastaflair hier, Fahrstuhlmusik dort und die erreichte Feuershow wird von ihren Zuschauern beklatscht.

Alles in allem lässt mich der Eindruck nicht mehr los, dass ich auf einem riesigen Fusion Festival gelandet bin, was auch erklärt, warum ich bereits auf vier Partys ordentlich das Tanzbein schwingen durfte in meiner ersten Woche.

<The Incredible Tropic Fusion Island Festival> mit Fröschen die nach kräftigen Regengüssen ihre Megaphone auspacken, damit sie dich möglichst lange wach halten können, aggressiven Vampirfaltern und unendlich vielen Floors.

Und da bin ich noch bis Weihnachten und im Februar.

Mein Hostel, dass eine einzige Kunstgalerie ist, lässt mich verweilen, schreiben, hier, auf einem der beiden nagelneuen orangenen Sofas – mein Schmetterling rechts an der Wand nahe der Decke.

Und so vergeht ein weiterer Tag auf dieser Reise, der den Geschmack des Vergessens über den Teppich des Lebens ausbreitet und so die Fransen der schlechten Webereien jener gestrigen Partynacht in den Staub des Verblassens entlässt.

Ein neuer Zyklus hat begonnen.

Wohin er mich treibt ist ungewiss.

Aber die Fluten des Daseins, die Strömungen der Zeit führen mich zu neuen Ufern des wachen Bewusstseins.

Stück für Stück.

Welle für Welle.

Berauschend und seelendurchströmend.

Chapter 6. Shiva Moon Experience

 

An einem Sonntag im Dezember gibt es auf Koh Phangan viele Möglichkeiten seine Zeit zu verbringen.

Eine Safari durch den Dschungel mit Schlangenshow, Affenfüttern und Elefantenreiten, ausgedehnte Tauchexpeditionen bis rüber nach Koh Samui, Klettertouren bis an die Grenze der Erschöpfung oder Partys ohne Ende.

 

An speziell diesem 12.September gab es weniger Möglichkeiten aus guten Gründen.

Die Shiva Moon Experience.

 

Als randgruppenbewusster Vollblutgoanaut muss ich dass natürlich so darstellen. Also nicht irritieren lassen, ein Ritt auf einem Elefanten ist bestimmt genauso witzig.

 

Ich folgte in jedem Fall wieder einmal dem Ruf des Mondes, der mich in ein interessantes Abenteuer verwickelte.

 

Doch zuvor die Ironie.

Die Ironie ist etwas, dass gegen einen Jux nicht viel einzuwenden hat und einem deshalb gerne mal mit enthusiastisch und penibel geplanten Spässen aufwartet.

So kam mir vor einem Jahr das erste mal die Idee zu verreisen.

Ursprünglich jedoch nicht nach Thailand, sondern Indien.

Und die Ironie hat sich für diesen speziellen Fall natürlich nicht den Schneid abkaufen lassen und ausgiebig vorbereitet, um mir durchweg indische Merkmale vor die Nase setzen zu koennen.

So ist nicht nur indisches Essen auf meiner Speisekarte, sondern auch indisch hergerichtete Bars kreuzen meinen Weg. Auch an diesem Tag der Shiva Moon sah es nicht anders aus.

Ich weiss nicht genau wie es hiess, vielleicht war es Masala.

In jedem Falle ein interessanter Punkt so alles in allem.

 

Zusätzlich lief auch indische Musik, was sonst…

 

Aber Fakt ist, die Ironie gefällt mir doch sehr> eine Komposition die mir alle geistigen Kraefte zurückgibt, gemeinsam mit einem erneuten Gang zum Strand, wo ich Douglas Adams Vorwort zu P.G. Wodehouses <Sunset at Blandings> genüsslich verzehre.

 

Die Wolken schoben sich ineinander waehrend das Rot der Sonne von unten durch sie hindurch brach. Zauberhafte Gesichter wie aus einem Märchen, manche wie hauchdünn gesponnene Seide, andere wie dicke Zuckerwatte, bilden und lösen sich wieder auf, dazu bieten Kokospalmen zwei exotischen Vögeln Unterschlupf, auf dass sie einer sehr intensiven und wohlbelebenden Paarungszeremonie frönen können.

 

Ich merke wie alles in mir heilt. Friedliche Ruhe vor dem Sturm….

Der nicht weit entfernt lauert und sich auf die Insel stürzen will wie die Nadel auf einen Junkie oder Beavis auf einen Nacho.

 

Oder auf die Shiva Moon Experience mit einer ganzen Garde Ironie.

 

Es regnet in Strömen.

Die Raumschiffe sind wieder da.

Meine Fahrt mit dem Giant wird zum Abenteuer platschnasser Urzeitlichkeit.

Der Plastikumhang den ich mir gekauft habe, hält den Wassermassen nicht stand und es dauert nicht lange bis ich aussehe wie ein durchweichter Pudel in Baumwolltracht, den seine reiche Juwelierladenbesitzerin aus Versehen in die Waschmaschine gesteckt hat.

Es schüttelt mich wie den Dampfer waehrend eines Tsunamis oder der Ekel vor einem Pariser Kentucky Fried Chicken und der Schleudergang setzt ein, als ich von der regulären Strasse auf den bergaufführenden Feldweg des Dschungels wechsele.

Da fuhr ich nun, mitten auf dem Pfad voll von Tropenmatsch, den der Regen verursachte > die Taschenlampe mit der einen und die Bremse mit der anderen Hand umklammernd.

Eine Milliardenschar rasender Tropfen peitschte verheerend den Erdboden und zwang ihn radikal dazu, Baeche ausbilden zu müssen die keine Touristenpudel mit dem Hang nicht mehr alle Schrauben beisammen zu haben, leiden koennen und sich deshalb entgegen dem geltenden Versammlungsgesetz zu Pfützen von der Grösse explodierter Wasserkraftwerke zusammenschliessen.

Ich schaue konzentriert, immer mit Blick auf diesen sich gerade auflösenden Erdboden gerichtet, mit dem Rad vorankaempfend wie die Faueste von Terence Hill.

Und plötzlich, fuer den Moment einer Millisekunde unaufmerksam, krache ich mit Lichtgeschwindigkeit, oder zumindest Warp 4, in ein Tyrannosaurus Rex grosses Wasserloch, was den Totalausfall meines sonst so genialen Trekkingrades zur Folge hat.

Triefend erreiche ich dennoch kratzerfrei die kleine Einlasshuette zur Shiva Moon Experience, die wie aus der Dimension gefallen wirkt. Aus einer weit entfernten Dimension ungeführ in der Nähe der Beteigeuze.

Reisserisch wie die Wassermassen jenes Abends war es bis heute nicht mehr, dass ist eine von den Erinnerungen, die sich unauslöschlich in deinem Gehirn einnisten wie Kaulquappen in einem Teich oder die Fledermause in Batmans Höhle.

 

Die Shiva Moon Experience.

Und was für eine!

 

Danach kann die eigentliche Party nicht annähernd so punkten wie das Naturspektakel, welchem ich zuteil geworden bin.

Die Tanzfläche befindet sich in einer tiefen Kuhle, ein Wunder, dass die noch nicht geflutet ist> in einem Dschungelloch vom Durchmesser eines Tennisplatzes und einer Dekoration die eingefleischte Technikstudenten dazu bringt, sich ihre Zungen an ihrem Espresso zu verbrennen und die Haare aller Goanauten auf der Stelle in Dreadlocks verwandelt.

 

Ich werde in den Strudel eines Fiebers gerissen, dass an Obskuritaet nichts offen lässt auf der Shiva Moon Experience, die wegen des Sturms voller Ironie seltsam unbeschreibbar und mit wenig Publikum zurueckbleibt.

Gedehnt und verzerrt in meinem Gedächtnis.

 

Ein irrer Tag.

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