Chapter 2. Koh Samet

Vierter Tag der Reise.

Ich sitze im Travellers und schaue mir die erste Hälfte von Darjeeling Limited an, nachdem ich ein ziemlich gutes Frühstück hinter mir habe. Die Räumlichkeit passt zum Film, da die Tische und Stühle im indischen Stil aus Holz geschnitzt sind und Pflanzen das ganze hervorragend untermalen.

Es dauert noch eine ganze weile bis ich zum Mini Van gerufen werde und die Zeit vergeht mit einem hinter-dem-zug-herhechtenden Bill Murray, drei verrückten Brüdern auf Tranquilizern und einer unfassbar hübschen Inderin.

Typischerweise kommt der Mini Van zu spät und die Fahrt ist einmal mehr eine Fahrt mit Hochgeschwindigkeit, wie ich sie einmal von Kambodscha aus über den Highway erlebt habe; es ist auch derselbe Highway, den wir nehmen.

Auf dem Weg, während wir eine Pause an einer Tankstelle einlegen, damit der Van weiterhin sein immenses Tempo halten kann, lerne ich eine Kanadierin, einen Belgier und einen Isländer kennen, die alle schon weit herum gekommen sind und spannende Geschichten zu erzählen haben.

Es dauert nicht lange, bis wir an der Zwischenstation in der Nähe des Hafens angekommen sind, uns die Zeit vertreiben, und schließlich unsere kurze Fahrt vom Festland hinüber auf die Insel unternehmen.

Koh Samet ist eine sehr kleine Insel unweit der Küste in Richtung Kambodscha und meine Wahl dorthin zu reisen lag in dem Fakt, erst einmal eine Woche am Strand verbringen zu wollen, bevor es direkt in den Norden des Landes gehen sollte.

Doch schon bevor wir das Boot besteigen, melden sich starke allgemeine Kraftlosigkeit und Kopfschmerzen bei mir an, auch nichts gegen eine Fahrt dorthin zu haben.

Auf dem Boot ist es dann so heftig, dass ich Zeit habe, um mir ausgiebig Sorgen zu machen, wobei die ballernde Sonne nicht gerade eine Hilfe darstellt.

Nun, ich mache das beste daraus und versuche dennoch zu genießen, schon bald sind wir auf der Insel angekommen.

Die beiden Kerle wollen lustigerweise zum selben Resort wie ich, dem Samet Ville Resort, welches ich bei google.maps entdeckt habe, als ich mich zuhause vorbereitete.

Ich erfahre allerdings dass jeder von ihnen 2000 Baht dafür hinblättern muss, was mich als Low Budget Longstay Backpaper natürlich abschreckt.

Ich fahre trotzdem mit, weil ich in den schmalen Süden möchte (die Insel ist breit im Norden und wird gen Süden dann immer schmaler, schaut von oben echt putzig aus) und mir denke dass es schon eine preisgünstigere Möglichkeit in der Nähe geben wird.

Die Fahrt mit dem typisch offenen Thai-Taxi mutiert zu einer spektakulär-knackigen Tour, die uns alle kräftig durchschüttelt und dazu zwingt uns gut festzuhalten, um nicht den Halt zu verlieren.

Während die Straße des Zentrums im Norden, wo Resort and Resort gereiht ist und sich der lange Hauptstrand befindet, noch human und gerade verläuft, kann man den weiteren Verlauf in Richtung Süden getrost als irrsinnig bezeichnen. Die angebliche Straße ist schlicht und einfach nicht existent, es ist ein verdammter Schotterweg bestehend aus Erde, Sand und Steinen. Und Löchern. Die Löcher nicht zu vergessen.

Sie sieht aus als wären vor nicht allzu langer Zeit Bomben auf der Insel eingeschlagen, nichts anderes kann wohl diese mondartigen Krater verursacht haben. In der Realität allerdings, wird es wohl die Flut in der Regenzeit gewesen sein, die sich gerne damit die Zeit vertreibt, die Straße zu transformieren und ihr so jedes Jahr aufs neue eine andere Gestalt zu schenken.

Der Weg ist auf jeden Fall eine Gaudi, es rumpelt und wackelt und rumpelt und wackelt, dass sich einem der Magen umdreht und sich die Erdnüsse, die ich zu mir genommen habe, in erstklassigen Mus a la Cartè verwandeln.

Schließlich knallt es mächtig neben unseren Ohren und es scheint, als würden zu bestimmten Tageszeiten wohl doch Bomben auf die Straße nieder hageln.

Es ist der vordere linke Reifen, der sich irgendeinen einsamen Stein oder etwas anderes sehr spitzes geküsst hat und der Belgier berichtet es unserem Fahrer, der es nicht mitbekommen hat. Wir stoppen an der höchsten Stelle der Straße, parken dort und beenden so unsere Fahrt.

Während wir auf das nächste Taxi warten, schlendere ich gelassen über den schmalen Pfad zu unserer rechten zu einer Klippe, von wo aus einem der Blick auf das Meer freigegeben wird, weit und blau erstreckt es sich zur linken, wird nur ein Stück weit gestoppt zur rechten, wo sich eine kleine Ecke Festland erstreckt.

Bald kommt das nächste Taxi, voller Chinesen, und bringt uns zum Samet Ville, wo wir nach kurzem Gang an der Rezeption landen.

Das Samet Ville ist definitiv ein luxuriöses Anwesen mit Pool, Holzschaukeln, einem kleinen versteckten steinigen und einem pornösen lagunenartigen Traumstrand.

Es gibt ein überdachtes Restaurant mit dazugehörigem Außenbereich und Gäste, die hauptsächlich aus Russen und Chinesen bestehen.

Bald merke ich, dass es keine weiteren Low-Budget Bungalows in Reichweite gibt und dass Taxi verlangt 400 Baht von mir, da ich der einzige bin der kurz vor Dämmerung zurück in den Norden fahren will.

Ich entscheide mich für eine Nacht zu bleiben, es gibt noch die preiswerteste Variante und zwar die Hälfte eines Doppel-Bungalows mit Fan für 1100 Baht (sind fast 30 Euro).

Das Zimmer ist nicht gerade komfortabel zu dem Preis, aber das Bett ist gut genug, dass ich nach der betonartigen Matratze in Bangkok wie ein König schlafen kann und es gibt wenigstens im Preis inbegriffenes Frühstücksbuffet.

Am nächsten Morgen stehe ich mit der Dämmerung auf und genieße ein wahrhaft großartigen Morgen und dieser sollte auch der beste während der ganzen folgenden Woche auf Samet bleiben. Dafür hat es sich definitiv gelohnt, einmalig so viel für eine Nacht hinzublättern.

Ich tauche ein in das Meer, dass sich warm und salzig um mich schließt, während die Sonne jungfräulich vor meinen Augen aufgeht, schwimme eine halbe Stunde vorwärts und rückwärts, genieße die herrliche Ruhe und Entspannung – ein Segen nach der Hektik und guter Frühsport noch dazu. Der Strand ist wahrlich wundervoll, mit feinem Sand und klarem Wasser.

Das Frühstücksbuffet ist der Knaller, mit Reissuppe, Früchten, Toast, Ei, Tee, eben allem drum und dran, und dabei treffe ich erneut auf den Isländer und Belgier. Wir verbringen auch den Rest des Vormittags gemeinsam für ein Weilchen am Strand und fahren dann zurück in den Norden, wo die beiden in ein weiteres recht teures Resort einchecken, das fast genauso heißt wie das vorherige und ich mache mich auf die kurze Suche nach einem anderen Space.

Dieser befindet sich keine 500meter weiter an einer kleinen Straße, welche von der zerbombten Hauptraße abgeht, an einem von den Touristenmassen ausreichend abgeschirmten Ort und nennt sich Lelawadee Guesthouse. Dort bittet mich eine alte Dame Platz zu nehmen und zu warten, bis die Eigentümerin kommen werde.

Diese erscheint dann um mir zu offenbaren, dass ein Zimmer 500 Baht die Nacht koste und ich willige erstmal ein, um später mit ihr 450 Baht auszuhandeln, da ich eine Woche bleibe.

Das Gasthaus ist komplett neu und alles ist sehr sauber und, nun, neu und ich verbringe die komplette Woche gerne dort.

Der schöne Morgen mit all der Entspannung ist vorbei und der Abend hält im Gegenzug eine Party bereit, zu der mich die Kanadierin einlädt, als ich sie in der geschäftigen Hauptmeile im Norden treffe, mit der Bitte, doch die beiden Kerle mit zu schleppen.

Diese Party ist der absolute Mist, wir trinken aus einem Bucket (was dann das zweite mal in meinem Leben darstellt) Wodka Red Bull und nach einer weile (mit einem ausreichenden Pegel im Blut) lassen wir uns auf die in Wahrheit extrem miserable Musik ein, um am Ende völlig auszuflippen bis wir halbnackt auf den Tischen tanzen.

Nun, es ist nicht ganz so erniedrigend wie die Full Moon, aber es kommt dem sehr nahe.

Irgendwann hört diese Farce auf und ich befinde mich inmitten der Insel irgendwo zwischen Bungalows und auf einem kleinen Weg, mit meiner Kopflampe beleuchtet und muss mir eingestehen dass ich mich hoffnungslos verlaufen habe. Die Szene ist recht creepy und ich bin echt erleichtert als ich es endlich in mein Bett geschafft habe, um bis zum nächsten Nachmittag durchzuschlafen.

Tja, was für ein Montag auf Koh Samet.

Die nächsten Tage verbrachte ich damit, jeden Tag zum 7eleven zu wandern, um mich mit Wasser und Nüssen zu versorgen und bleibe ansonsten viel im Bett, da es mir immer schlechter geht. Ich schwitze extrem unter der Decke und beginne mit Terry Pratchetts Pyramiden, ein fantastisches Buch.

Es gibt schließlich noch zwei spezielle Tage, an denen ich mich zum einen an den Nordstrand begebe (es gibt nur einen einzigen Strand im Norden, alle anderen befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite) und zum anderen zu Fuß den gesamten Weg ans Südkap zurücklege.

Der Tag am Strand beginnt mit der Erkundung des nahen Sees, welcher allerdings künstlich zu sein scheint. Man kann ihn gut auf google.maps sehen, da wirkt er allerdings etwas größer als er ist. Ich entdecke ein paar schöne Schmetterlinge und ein Wesen, dass mir gänzlich unbekannt ist, mit schwarz-gelben Flügeln und einem schwarz-roten Körper, das elegant auf weißen Blüten landet.

Irgendwann verlasse ich diesen Ort wieder und auf meinem Weg zum Strand kreuzt noch ein Jugendcamp meinen Weg, von wo aus einem ein guter Blick auf das Meer gegeben wird.

Koh Samets Vegetation besteht hauptsächlich aus Wald, ist kaum tropisch und weniger üppig im Vergleich zu den Inseln im Süden Thailands. In diesem Sinne empfinde ich es, um ganz ehrlich zu sein, als ein bisschen langweilig. Dementsprechend fehlen auch viele tropische Vögel und andere Tiere, wodurch ich auch keine nennenswerten Geräuschaufnahmen habe machen können.

Der Nordstrand ist sehr ruhig und entspannt, kaum Leute die ihre fetten Ärsche auf dem Sand verteilen und so habe ich einen angenehmen Ort zum schwimmen, sonnen und –zum ersten mal- Poitraining gefunden. Ein großartiger Nachmittag vergeht damit und endet in einem ebenso großartigen Sonnenuntergang, der sein rotes Licht malerisch über den Horizont verteilt. Das Poispiel ist sehr energetisch, ich steigere mich bis zum Maximum hinein und wirbele mehrfach in hoher Geschwindigkeit um die eigene Achse, während die Wi vermutlich auch rückwärts dazu rotiert.

Kommen wir nun zu etwas völlig anderem…

Der Plastikmüll der am Strand angeschwemmt wird. Dieser ist nicht unbedingt ein Einzelfall auf Koh Samet. Ob Flaschen oder Beutel, es ist eine ganze Menge was sich da so sammelt und ich schrieb während der letzten Reise schon einmal ansatzweise über die Umweltproblematik in Thailand. Ich sagte, ich würde gar nicht darüber nachdenken wollen, was dies bedeutet. Nun tue ich es.

Der Plastikmüll ist in Thailand erheblich und teilweise verbrennen die Einheimischen den Dreck sogar. Im 7eleven geben sie einem immer eine Plastiktüte dazu und man sollte deshalb sagen, dass man keine möchte.

So wie auf Koh Samet der Plastik angeschwemmt wird, habe ich es auch noch nicht erlebt. Nun, das Festland ist nicht weit entfernt und Rayong und Pattaya, zwei Großstädte mit viel Industrie, befinden sich dort.

Ich werde im nächsten Kapitel noch näher darauf eingehen, berichte jetzt erst noch vom letzten Tag auf Samet, wo ich den Trip in den Süden unternommen habe.

Es sind ungefähr anderthalb Stunden Fußmarsch und es geht auf und ab auf der zerbombten Straße, da die Insel immer schmaler wird, werden auch die Resorts weniger auf diesem Weg.

Es ist nicht besonders spektakulär und in der Mittagshitze definitiv mühsig. Ich schätze es sind so sieben Kilometer von meinem Gasthaus aus bis zum Ende der Insel – dem Südkap. Ich lausche der herzerwärmenden Stücke von Eva Wunderbar, die mich sanft über die Zeit tragen, mich fliegen lassen über den Boden, winzige Tränen der Freude entlockend…

Nun, ich kreuze wieder das Samet Ville Resort und etwas später das Paradee, dass, wie ich feststelle, die einzige bewachte Hotelanlage auf dieser Insel darstellt.

Kurz vor Ende der Insel befindet sich dann noch ein Resort, dass viele Hängematten und Schaukeln zu bieten hat, wo ich mir Banana Cake und Erdnüsse gönne und eine einstündige Verschnaufpause einlege in einer der Hängematten. Das erste mal Hängematte auf der Reise! Ich schaukele für mein Leben gern und in Hängematten fühle ich mich zuhause, aber sie muss ständig weit schwingen, sonst ist es nur halb so interessant.

Kurze Zeit danach stehe ich schließlich am Südkapp und betrachte die Mikroinsel die sich an Samet anschließt und das offene weite Meer. Plastik wurde angespült und ein alter Latschen.

Ich atme die Weite.

Die Weite des Kosmos, die Weite des Seins.

Als ich mich auf dem Rückweg befinde und erneut das Paradee kreuze, jene bewachte Hotelanlage, keimt in mir ein spontaner Gedanke auf, dass ich dieses Anwesen von innen sehen will – dass ich mich nicht irritieren lasse von diesen Sicherheitsfuzzis.

Eine Ecke entfernt, die Straße hinauf und um die Ecke, entdecke ich einen kleinen Pfad durch den Wald, den ich ohne zu zögern einschlage. Ich bin sicher; es gibt einen anderen Eingang!

Der Pfad führt zu einem kleinen Platz mit einer Feuerstelle und ich kann das Resort schon erkennen, schleiche mich vorsichtig um die Ecke eines Bambuszauns und bin drin. Die Häuser sind weiß und wirklich extrem nobel. Ein „Wächter“ kommt mir entgegen und will wissen, wohin ich gehe, mein Herz klopft und ich antworte schnell, dass ich unterwegs zum Strand sei, nur dass der Weg den ich gehe, gar nicht wirklich zum Strand führt, wie mir kurze Zeit später klar wird.

Der Weg endet an einem der Häuser und geht in einen anderen kleinen Pfad über, der nach links oben weg führt, weg vom Resort und schließlich in den Wald. Ich bin nervös wegen des Wächters und bin unsicher, denke mir, er wird Verstärkung holen und zurückkehren.

Im Wald gibt es viele DSCF5328SpDSCF5332innennetze und der Pfad ist sehr klein, ich muss mich durch Sträucher und Äste kämpfen, doch ich verlaufe mich ziemlich schnell und werde mehrere male von lästigen Moskitos gestochen, was mich dazu veranlasst, wieder zum Resort zu gehen. Von dort aus erkenne ich den Strand, der wesentlich kleiner ist als jener im Samet Ville und sehr idyllisch wirkt. Doch ich traue mich nicht ganz, den Pfad dorthin zu nehmen, ich gebe auf, will keinen Ärger.

Behutsam schleiche ich den Weg entlang wie Pteppic in Pyramiden und gehe nicht wieder die selbe Route, sondern mache mich geradewegs an dem Ausgang aus dem Staub, der direkt neben dem Haupteingang liegt, wo mich der Wächter von außen nur leicht kritisch beäugt.

Nun, das war der Trip in den Süden.

Mein Fazit zu Koh Samet;

Es ging mir die meiste Zeit über nicht so gut und ich Samet ist darüber hinaus keine großartig lohnende Insel. Es ist die Insel, auf der Thais, Chinesen und Russen Urlaub machen, wo es am Wochenende voll wird im Gegensatz zur Woche, wo Plastikflaschen angespült werden und kaum Palmen am Strand stehen (am Nordstrand waren jedoch ein paar wenige). In diesem Sinne stimmt es vielleicht auch nicht ganz, dass der Regen in der Regenzeit die Straße transformiert. Es soll wohl wesentlich weniger Regen geben als auf den südlichen Inseln wie Panghan oder Phi Phi. Keine wirkliche Alternative dazu also, aber es bot sich eben an, weil ich ja zu Anfang erst einmal an den Strand wollte und es nicht so weit entfernt von Bangkok ist. Ich bin froh, als ich wieder im Boot zurück ans Festland sitze und etwas neues beginnt.

Das nächste Kapitel ist schon fast fertig, dauert aber vielleicht noch so 2-3 Tage und wird sehr lang (hat jetzt schon 10 Seiten)

Ein frohes neues euch allen!

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Chapter 15. Relax

 

Tja.

 

Die letzten zwei Wochen der Reise.

Nachdem ich in den ersten zwei Tagen nur geflucht habe und wieder nach Pai wollte, brachte eine Wink des Schicksals mich zu wohl einem der besten Plaetze auf der Insel.

 

Dies alles zu verdanken einem Hollaender.

Auf dem Weg dorthin sammelte ich noch einen Herrn aus Belgien ein, der statt einem haufen Schotter nun einiges sparen darf.

150 Baht fuer einen Bungalow, die Besitzer lassen sich Mama und Papa nennen und wir haben ein Digerdidoo und zwei Gitarren.

Das ganze bedindet sich in Haad Chao Phao im Norden, eine ganze Ecke weg vom Partyzentrum, was die beste Entscheidung war.

Denn im ersten Teil der Reise gab es genug davon, so dass ich nun einfach nur noch in meiner Haengematte liegen moechte um Terry Pratchett zu lesen.

 

Ich erlebe so auch ein ganz anderes Phangan, ein Phangan, dass scheinbar noch den hauch aus der Zeit besitzt, den es vor zehn Jahren hatte.

In der Naehe ist eine Reggae Bar nach der anderen und Live Musik. Ein bisschen wie Pai auf dem Thailaendischen Hawaii?

 

Ja, die Leute sind eher auf Yoga und Relaxing aus, auf Gesundheit und Ruhe und es ist viel einfacher in eine gute Unterhaltung zu kommen.

 

Ich werde mir ausser zu entspannen jedoch noch ein paar Sachen anschauen, den Norden der Insel kenne ich ja nicht und das Fahrrad steht bereit.

So alles in allem muss ich also sagen, dass die erste Haelfte der Reise viel zu viel Geld weggegangen ist, weil der Abschnitt wo ich war, viel zu teuer ist.

Aber so ist es nun.

Man braucht beim ersten mal die Zeit um alles zu entdecken und zu realisieren wie die Dinge laufen.

 

Ich empfehle definitiv NORDEN.

Norden von Thailand, Norden von Phangan…

So neigt sich diese Unternehmung ihrem Ende und ich bin voll von wunderbaren Ereignissen.

 

Insgesamt gefaellt mir die zweite Haelfte in jedem Fall besser.

 

Ein paar Ergaenzungen kommen noch -vielleicht- und die fehlenden Abschnitte (Kapitel) gibt es wohl erst in Deutschland, bei Interesse bei mir abzuholen.

 

danke an euch, die ihr ab und an hier gelesen habt.

bis bald.

Der Hundekatastrophenalarm

 

Stell dir vor, es ist nach Mitternacht und du kurvst gerade mit deinem Fahrrad gemütlich vom Geburtstag eines Freundes zurück in die heimischen Gefilde deiner nach allen persönlichen Maßstäben eingerichteten Luxuswohnung in Berlin und träumst dabei von einer herrlich wohlig-warmen Badewanne mit enorm teuren ätherischen Ölen aus der ganzen Welt plus Teegelage mit deinem Haustier, welches mal wieder zu lange vor der Glotze gehangen hat und dir eins von sonst wie eleganten Weihnachtsgeschenken erzählen wird.

 

Douglas Adams betonte oft, wie sehr er mit seiner Computertechnik zu kämpfen hatte, den kleinen Bammeldingern und Kabeln, von denen er Alpträume bekam, in denen sie ihn verfolgten wie hoch giftige und aggressive Schlangen.

Wenn du also durch Berlin kurvst, hast du im Moment mit einem Haufen Schnee und einer beißenden Kälte zu kämpfen, weißt aber, dass sich dir sonst nichts in den Weg stellen wird.

 

Das alles hat da wo ich bin keine Bedeutung.

Wir haben alle unsere Gewohnheiten und einige davon verbinden uns sehr stark miteinander, wie die Tatsache, dass wir in Berlin leben und keinen Hundekatastrophenalarm kennen.

 

Hundekatastrophenalarm bedeutet, dass du nach Mitternacht gerade gemütlich vom Geburtstag irgendeines Menschen, den du nicht kennst, zurück in dein Hostel kurvst und deiner Gewohnheit nach dass auch wirklich sehr gemütlich tust.

Nur dass auf einmal tausend aggressive Hunde aus unbekannten Winkeln des Bürgersteiges schießen wie die Kabel aus Douglas Adams Schrank und sich vorgenommen haben, dich und allein dich in ihr Pedigree Pal Menü zu integrieren.

 

Jedes mal wenn mir das passiert, bin ich auf einmal wieder putzmunter und zwei Wörter in meinem Kopf, die lauten <aggressive Hundestrecke>.

Mit der Gemütlichkeit ist es vorbei.

Ich fange an in die Pedale zu treten wie ein junger Gott bei der Tour de France und hoffe und bete wie der christlichste Katholik, dass ich kein Weihnachtsbraten werde.

Sie sind wirklich hinter dir her, mach dir das klar, nur dir, denn du bist der einzige Trottel auf der ganzen Insel der um diese Zeit ohne Licht mit einem Gefährt durch die Wahllachei dümpelt, dass keinen Motor hat und Sie haben auf diesen Moment gewartet.

 

Das ist kein Witz.

Sie sind aggressiv und ich glaube, dass Sie alle aus einer Psychiatrie geflohen sind, in der noch verrücktere Laborärzte mit ihnen unaussprechliche Versuche mit Benzodiazepinen, Modern Talking, David Hasselhoff und Vitam-R durchgeführt haben, was eine explosive Mischung pangalaktischen Wahnsinns darstellt.

 

Und obwohl ich Hunde normalerweise gut leiden kann, selbst wenn ich nie ein Herrchen gewesen bin, rase ich mit all meinen Kräften los um schnell wieder im Hostel zu sein, so bald diese Horde durchgeknallter Köter mit fehlender Beisshemmung die Jagd auf mich eröffnet hat.

Sie hören nicht auf, hinter dir her zu rennen, bis du entkommen bist.

 

Bitte, ich wünsche mir Probleme mit den Computerkabeln zu haben.

Chapter 7. Neue Woche auf Phangan

Der Rückenflügel des Schmetterlings besteht aus drei Ebenen, die insgesamt Sicheln bilden.

Auf der oberen gehen drei gravierte Punkte nach rechts und links und zwei jeweils nach unten ab, die alle aussehen wie ein Frühstückstoast.

Die letzten beiden unteren Punkte dieser Ebene treffen auf die zweite Ebene und bilden den Mittelpunkt, was bedeutet, dass sie die Augen darstellen.

Auf dieser Höhe, der Mittelebene, gehen goldene sichelförmige Vierecke in beide Richtungen schräg ab.

Und die untere letzte Ebene schließlich beherbergt ganz kleine schwarze Punkte, welche den größten Teil einer Strecke auf dem Flügel zurücklegen.

Der Flügelmittelpunkt also besteht aus zwei Punkten, die wie viereckige Augen aussehen.

Diese Augen haben einen seltsamen Blick.

Es sind Augen wie die eines strengen weisen Schamanen, der aber auch gefährlich werden kann, wenn ihm danach ist.

Der ganze Flügel sieht es aus wie das Bildnis eines schamanisch-elefantartigen Gottes, wie ein wandernder Schamanenelefant.

Wie er in Indien aussehen sollte.

Mit einem äußerst sicheren Grinsen.

Entschuldigung.

Der Schmetterling saß gerade fünf Minuten auf meiner rechten Hand, nachdem er sich außerordentlich langsam und scheu auf den Weg dorthin begeben hatte und schaute mir fast die gesamte Zeit über tief in die Augen.

Es war absolut sonderbar und großartig, fast so, als hätte er begriffen, dass ich ihn gerade versuche zu beschreiben und mich mit seinem Besuch auf meiner Hand enorm dabei unterstützten wollte.

Nur schade, dass es meine rechte Hand war, mit links kann ich weniger gut schreiben, na, er wollte eben mit mir plaudern, auch in Ordnung.

Ich wollte ihn nur kurz beschreiben und dann mit meiner eigentlichen Geschichte fortfahren > was für ein Moment mit dem Schmetterling.

Aber es bringt mich zu einer wunderbaren Überleitung.

So sind die Tropen.

Seit nunmehr drei Tagen ein Wunder nach dem anderen.

Am 11. Dezember dass Schauspiel der Natur an der Küste durch Ebbe und Flut, frei treibende Kiteboarder, Fahrradtour und Wochenmarkt mit Abschluss in einer indisch-dekorierten Technobar.

Gestern dann erwachen mit indischem Frühstück und Mantramusik, eine Dämmerung mit märchenhaften Wolkenschleiern und dem heranrückenden Gewitter, welches mich am Ende den Regenwald in vollem Maße erlebbar machte.

Und Heute?

Ich erwachte durch die Shiva Moon Experience erst gegen vier Uhr am Nachmittag, machte mich jedoch gleich nach einem kräfteweckenden Müsli auf den Weg, um mich auf Phangans Tagesmarkt in Thong Sala ins Getümmel zu stürzen.

In das südasiatisch-rege Marktleben einzutauchen ist ein bisschen so wie ins Mittelalter zu reisen.

Zahlreiche Stände, gefüllt mit den Köstlichkeiten aus aller Welt, locken uns Hungrige an, die wir dürsten nach dem Fleisch der Früchte und Zähne leckend an ihnen vorbeischleichen.

Es riecht nach all unseren Wünschen, dass uns das Wasser im Munde zusammenfließt und Rauch durchströmt die Flur, während Wörter und Sätze hektisch erklingen. Stimmen, die fremd in den Ohren rauschen, aber eines gemeinsam haben: sie preisen die Waren an.

Ich sehe Brathähnchen sich drehen, blubbernd kochende Suppen und dampfendes Pad Thai in riesigen Woks.

Gebratener Fisch mit schwarzer Kruste, Würstchen, Schrimps, Bananen und Pfannkuchen.

Auch Hot Dogs, Donuts und Kebap sind im Angebot.

Frisch gepresste Fruchtshakes, Obst und sogar Schmuck, doch ich suchte nach frischem Fisch.

Am Ende, als ich über den Markt gelaufen war, wurde ich in der dahinter befindlichen Speisehalle fündig, am ersten Stand auf der linken Seite.

Die Speisehalle entspricht in Form und Flair dem einer Mensa. Ein großer Raum mit vielen Tischen in der Mitte, ringsum die Cafes und Restaurants.

Hier gibt es sogar Spagetthi und Pizza.

Ich bestellte White Snapper, einen mittelgroßen Fisch und durfte meine Beilagen selbst aussuchen, die aus Frittierten Nudeln, Möhren, Blumenkohl, sowie Cocktailtomaten und großen grünen Bohnen bestanden, was mir frisch zubereitet wurde.

Ich genoss das Festmahl, da ich mir seit meiner Ankunft in Thailand noch keinen Fisch gegönnt habe.

Was für ein Land!

Was für eine Insel!

Meine gemächliche Fahrt zurück zum Red Cube fühlte sich an wie ein freier Flug durch Träume der Zufriedenheit.

So leicht und sinnlich wie mein Schmetterling, der jetzt an der Tischblume klebt als gehöre er zur Dekoration und bestünde aus Plastik.

Ich rollte also auf meinem Fahrrad zurück, ein Federgewicht, um nur kurz einen Umweg in den deutschen Biergarten zu machen, den ich seltsamerweise noch kaum registriert habe, obwohl er direkt gegenüber ist.

Ich betrat ihn und erfuhr dass der Betreiber aus Süddeutschland stammt und gegenüber seinem Publikum ist er ein angenehmer Zeitgenosse.

Zwei Hängematten und zahlreiche psychedelische Bilder ringsherum, sowie die typischen Latte, Bier- und Weingläser auf dem Regal.

Aber die deutsche Schwachsinnigkeit bildet die Jägermeister Maschine: Eine Zapfanlage mit dem großen Hirsch und vier Literflaschen auf dem Dach, die den Kräuterschnaps hineinrauschen lassen.

Die Trinkdekadenz einer Kultur, zu der ich nicht gehören möchte.

Ebensowenig wie zum Schwarwaldsäufervolk, dass ihre Promillebräuche dem buddhistischen Thailand aufbrummt wie die Amis uns ihre fettigen Burger.

Bratwurst, Schnitzel und Ketchup durchlaufen ihren Weg vom Herd bis an den Tisch.

Ich entschied mich eine Cola zu trinken und dann rasch wieder das Weite zu suchen> der krönende Kontrast zum meinem vorangegangenen Exotiktrip über den Thaimarkt, was mir schauerliche Gefühle einbrachte, als würdest du in einem Gespensterhaus die Kellertür aufstoßen und dadurch ein ohrenbetäubendes Knarzen verursachen.

Mein klammheimliches Verdünnisieren glich dem dezenten Eintreffen mühelos und ich stattete den nahen Strandbars daraufhin einen ebenso unauffälligen Besuch mit absolutem Zehenspitzengefühl ab.

In der Dunkelheit der Nacht ein weiterer sternenklarer Himmel und Michael Jacksons Thriller weht mit dem Wind um die Wette.

Die Bars hinter meinem Hostel vom Holiday Beach aus Richtung Thong Sala bieten Zuflucht für all jene gestrandeten Seelen, die ihrem Burnout Syndrom mit wahrer Sorglosigkeit entfliehen möchten oder einfach nur im richtigen Moment den Reisekatalog aufgeschlagen haben, als ihnen Gute Zeiten, Schlechte Zeiten mal wieder gehörig auf die Eier ging.

Oder weil sie der Gedanke abschreckte, morgens halb sechs von einer intergalaktischen Schneeflocke erschlagen zu werden, nachdem drei Tornados ihre Hunde nach Griechenland transportiert hatten, wo sie nun nach einem Temperatursturz von über zwanzig Grad nicht die einzigen sind, die massenhaft zu Spontanen Massiven Eiskunstskulpturen transformiert werden.

In der Ferne gab jemand seine Feuerspielkünste zum Besten, was mich natürlich anlockte.

All diese Bars wirken wie der bunte Jahrmarkt mit seinen Schießbuden und Zuckerwatteständen, ein einziger Rummelplatz auf dessen Programm statt dessen Drachenfruchtcocktails und Caipirinhas stehen.

Rastaflair hier, Fahrstuhlmusik dort und die erreichte Feuershow wird von ihren Zuschauern beklatscht.

Alles in allem lässt mich der Eindruck nicht mehr los, dass ich auf einem riesigen Fusion Festival gelandet bin, was auch erklärt, warum ich bereits auf vier Partys ordentlich das Tanzbein schwingen durfte in meiner ersten Woche.

<The Incredible Tropic Fusion Island Festival> mit Fröschen die nach kräftigen Regengüssen ihre Megaphone auspacken, damit sie dich möglichst lange wach halten können, aggressiven Vampirfaltern und unendlich vielen Floors.

Und da bin ich noch bis Weihnachten und im Februar.

Mein Hostel, dass eine einzige Kunstgalerie ist, lässt mich verweilen, schreiben, hier, auf einem der beiden nagelneuen orangenen Sofas – mein Schmetterling rechts an der Wand nahe der Decke.

Und so vergeht ein weiterer Tag auf dieser Reise, der den Geschmack des Vergessens über den Teppich des Lebens ausbreitet und so die Fransen der schlechten Webereien jener gestrigen Partynacht in den Staub des Verblassens entlässt.

Ein neuer Zyklus hat begonnen.

Wohin er mich treibt ist ungewiss.

Aber die Fluten des Daseins, die Strömungen der Zeit führen mich zu neuen Ufern des wachen Bewusstseins.

Stück für Stück.

Welle für Welle.

Berauschend und seelendurchströmend.

Chapter 6. Shiva Moon Experience

 

An einem Sonntag im Dezember gibt es auf Koh Phangan viele Möglichkeiten seine Zeit zu verbringen.

Eine Safari durch den Dschungel mit Schlangenshow, Affenfüttern und Elefantenreiten, ausgedehnte Tauchexpeditionen bis rüber nach Koh Samui, Klettertouren bis an die Grenze der Erschöpfung oder Partys ohne Ende.

 

An speziell diesem 12.September gab es weniger Möglichkeiten aus guten Gründen.

Die Shiva Moon Experience.

 

Als randgruppenbewusster Vollblutgoanaut muss ich dass natürlich so darstellen. Also nicht irritieren lassen, ein Ritt auf einem Elefanten ist bestimmt genauso witzig.

 

Ich folgte in jedem Fall wieder einmal dem Ruf des Mondes, der mich in ein interessantes Abenteuer verwickelte.

 

Doch zuvor die Ironie.

Die Ironie ist etwas, dass gegen einen Jux nicht viel einzuwenden hat und einem deshalb gerne mal mit enthusiastisch und penibel geplanten Spässen aufwartet.

So kam mir vor einem Jahr das erste mal die Idee zu verreisen.

Ursprünglich jedoch nicht nach Thailand, sondern Indien.

Und die Ironie hat sich für diesen speziellen Fall natürlich nicht den Schneid abkaufen lassen und ausgiebig vorbereitet, um mir durchweg indische Merkmale vor die Nase setzen zu koennen.

So ist nicht nur indisches Essen auf meiner Speisekarte, sondern auch indisch hergerichtete Bars kreuzen meinen Weg. Auch an diesem Tag der Shiva Moon sah es nicht anders aus.

Ich weiss nicht genau wie es hiess, vielleicht war es Masala.

In jedem Falle ein interessanter Punkt so alles in allem.

 

Zusätzlich lief auch indische Musik, was sonst…

 

Aber Fakt ist, die Ironie gefällt mir doch sehr> eine Komposition die mir alle geistigen Kraefte zurückgibt, gemeinsam mit einem erneuten Gang zum Strand, wo ich Douglas Adams Vorwort zu P.G. Wodehouses <Sunset at Blandings> genüsslich verzehre.

 

Die Wolken schoben sich ineinander waehrend das Rot der Sonne von unten durch sie hindurch brach. Zauberhafte Gesichter wie aus einem Märchen, manche wie hauchdünn gesponnene Seide, andere wie dicke Zuckerwatte, bilden und lösen sich wieder auf, dazu bieten Kokospalmen zwei exotischen Vögeln Unterschlupf, auf dass sie einer sehr intensiven und wohlbelebenden Paarungszeremonie frönen können.

 

Ich merke wie alles in mir heilt. Friedliche Ruhe vor dem Sturm….

Der nicht weit entfernt lauert und sich auf die Insel stürzen will wie die Nadel auf einen Junkie oder Beavis auf einen Nacho.

 

Oder auf die Shiva Moon Experience mit einer ganzen Garde Ironie.

 

Es regnet in Strömen.

Die Raumschiffe sind wieder da.

Meine Fahrt mit dem Giant wird zum Abenteuer platschnasser Urzeitlichkeit.

Der Plastikumhang den ich mir gekauft habe, hält den Wassermassen nicht stand und es dauert nicht lange bis ich aussehe wie ein durchweichter Pudel in Baumwolltracht, den seine reiche Juwelierladenbesitzerin aus Versehen in die Waschmaschine gesteckt hat.

Es schüttelt mich wie den Dampfer waehrend eines Tsunamis oder der Ekel vor einem Pariser Kentucky Fried Chicken und der Schleudergang setzt ein, als ich von der regulären Strasse auf den bergaufführenden Feldweg des Dschungels wechsele.

Da fuhr ich nun, mitten auf dem Pfad voll von Tropenmatsch, den der Regen verursachte > die Taschenlampe mit der einen und die Bremse mit der anderen Hand umklammernd.

Eine Milliardenschar rasender Tropfen peitschte verheerend den Erdboden und zwang ihn radikal dazu, Baeche ausbilden zu müssen die keine Touristenpudel mit dem Hang nicht mehr alle Schrauben beisammen zu haben, leiden koennen und sich deshalb entgegen dem geltenden Versammlungsgesetz zu Pfützen von der Grösse explodierter Wasserkraftwerke zusammenschliessen.

Ich schaue konzentriert, immer mit Blick auf diesen sich gerade auflösenden Erdboden gerichtet, mit dem Rad vorankaempfend wie die Faueste von Terence Hill.

Und plötzlich, fuer den Moment einer Millisekunde unaufmerksam, krache ich mit Lichtgeschwindigkeit, oder zumindest Warp 4, in ein Tyrannosaurus Rex grosses Wasserloch, was den Totalausfall meines sonst so genialen Trekkingrades zur Folge hat.

Triefend erreiche ich dennoch kratzerfrei die kleine Einlasshuette zur Shiva Moon Experience, die wie aus der Dimension gefallen wirkt. Aus einer weit entfernten Dimension ungeführ in der Nähe der Beteigeuze.

Reisserisch wie die Wassermassen jenes Abends war es bis heute nicht mehr, dass ist eine von den Erinnerungen, die sich unauslöschlich in deinem Gehirn einnisten wie Kaulquappen in einem Teich oder die Fledermause in Batmans Höhle.

 

Die Shiva Moon Experience.

Und was für eine!

 

Danach kann die eigentliche Party nicht annähernd so punkten wie das Naturspektakel, welchem ich zuteil geworden bin.

Die Tanzfläche befindet sich in einer tiefen Kuhle, ein Wunder, dass die noch nicht geflutet ist> in einem Dschungelloch vom Durchmesser eines Tennisplatzes und einer Dekoration die eingefleischte Technikstudenten dazu bringt, sich ihre Zungen an ihrem Espresso zu verbrennen und die Haare aller Goanauten auf der Stelle in Dreadlocks verwandelt.

 

Ich werde in den Strudel eines Fiebers gerissen, dass an Obskuritaet nichts offen lässt auf der Shiva Moon Experience, die wegen des Sturms voller Ironie seltsam unbeschreibbar und mit wenig Publikum zurueckbleibt.

Gedehnt und verzerrt in meinem Gedächtnis.

 

Ein irrer Tag.

Chapter 5. Regen ohne Ende

 

Regen Regen Regen.

Unaufhörlich ergießt er sich über der Insel, als wolle er sie ins Meer versenken.

Normalerweise beendet er seine Arbeit schon Ende November und gönnt sich eine kostspielige Kreuzfahrt in andere Gefilde, aber dieses Jahr will er einfach nicht weg.

Es regnet nun schon seit ich vor zwölf Tagen angekommen bin und nur an drei Tage davon war es sonnig. Ich kann den Regen nicht mehr sehen.

Dazu kommt dass du machen kannst was du willst, deine Klamotten und alles andere wird nicht trocknen.

Alles ist und bleibt feucht.

 

Die Blackmoon Party vor zwei Tagen wurde deshalb abgesagt und dass verursachte eine große Verwirrung bei allen, die extra gekommen waren, um mal gewaltig die Sau rauszulassen.

Alternativ jedoch wurde eine gleichwertige Party mit dem selben LineUp organisiert, welche nicht allzu weit entfernt unter Planen stattfand und sogar kostenlos war, was mich und meinen kleinen Geldbeutel natürlich enorm freute.

Ich traf vorher auf ein deutsches Pärchen, dass ziemlich angepisst (im wahrsten sinne des wortes) von dem Ganzen waren, aber irgendwie wieder zu guter Laune fanden, als sie mich trafen, weil ich dem ganzen doch mit einigem Humor zu begegnen verstand. Sie spendierten mir dann auf der Party einen Wodka Red Bull und von diesem genehmigte ich mir dann noch einen von meinem eigenen Geld, was mich zuerst sehr puschte (in dem Red Bull in Tailand ist irgendwas drin, was einen enorm in die Höhe hebt) und über eine Stunde in einen irren Powerflummi verwandelte, welcher nichts geringeres tat als über die gesamte Tanzfläche zu fliegen und zu drehen wie es nur ein Powerflummi kann.

 

Wirklich gute Musik wurde aufgelegt, doch nach besagter Stunde drehte sich alles um mich herum und ich musste mich in eine der zahlreichen Hängematten unter einer Palme zur Ruhe legen, weil wirklich nichts mehr ging.

Dass zog sich dann bis in die frühen Morgenstunden so hin, irgendwie hat es mir am Ende doch etwas die Party versaut und ich musste den ganzen folgenden Tag schlafen.

Na bei dem Regen auch nicht weiter tragisch.

Genauso wie heute. Ich verzog mich in mein Zimmer und begann die Ausdrucke über Thailand und Kambodscha zu studieren, was sehr interessant und entspannend war.

Ich habe Phil von Koh Tao wiedergetroffen und ihn wegen der Laos Idee angesprochen und <perfekt> er will mit noch jemanden Anfang Januar nach Laos reisen. Ich sagte ihm, dass ich mich dem anschließe.

Also geht es im Januar nach Laos und danach werde ich allein noch die Tempelstadt Angkor Wat in Kambodscha abklappern um dann wieder in Thailand ( mit kurzem Stop auf Koh Pi Pi), auf Koh Phanghan und Tao zu landen.

So der Plan.

Aber was alles dazwischen kommen kann, dass kann ich nicht sagen.

 

Aber auf dass wenigstens der Regen in seine wohlverdienten Ferien verdampfen geht!

Chapter 4. Auf nach Koh Phangan

 

Vorgestern, am 4.Dezember, ging es mir endlich wieder viel besser und ich stieg unter anderem auf den Berg wo die <Experience>, die New Years Party, stattfinden wir, ließ mir meine allererste Thai Massage geben (wow hey) und schrieb sehr viel und lange.

Außerdem knallte es einmal plötzlich hinter mir heftig und es stellte sich heraus, dass ich beinahe zu einem Steak verarbeitet worden wäre. Puuh!

 

Ich war also sehr aktiv und ging schließlich früh schlafen um putzmunter sein zu können für den Wechsel auf die Goanauteninsel Koh Phanghan, was ich gestern dann auch tat.

 

Die Fähre startete um zehn Uhr vormittags und ich wurde sogar zuvorkommender weise zum Pier gefahren, wo auch der Argentinier aus der Bar seinen Trip nach Phanghan antrat.

Zur Abwechslung schien wieder die Sonne, aber nur ab und an, während Wolken sich ihr in den Weg stellten.

Die Überfahrt war erfrischend und ich lauschte Fatboy Slims <Bondi Beach> Mix, der richtig gut dazu funktionierte.

Fische gab es leider keine zu sehen, nur einmal huschte einer sehr elegant über die Oberfläche.

Vielmehr sah ich auf endloses Meer mit relativ ruhigen Wellen.

 

Anderthalb Stunden dauert die Fahrt mit dem Expressboot der Gesellschaft Songserm, das ist die etwas preisgünstigere Alternative im Vergleich zu den Konditionen der Lomprayah, mit denen ich von Chumphon aus bis Koh Tao gereist bin.

 

Als die Fähre im Hafen von Phanghan eintraf, stand bereits eine riesige Meute von Taxifahrern und Resortanbietern am Steg, um uns Touristen mit ihrem typischen Grinsen auf penetrante weise ihren Dienst entgegen zu kreischen.

Es war bizarr.

Ich wünschte, ich hätte einen Fotoapparat zur Hand gehabt, beziehungsweise meinen Audio Recorder, um diese tausendfach gebrüllten <Taxi, Taxi> auf SD zu besitzen (aber das kann ich ja später noch tun).

 

Nachdem ich es geschafft hatte, ihnen mit viel Mühe zu entkommen, schnappte ich mir die erstbeste Karte der Insel und lief straight in Richtung Blackmoon Party Location, einem Gebiet namens Baan Tai Village, ebenso wie bereits Chalok Baan Kao auf Koh Tao im Süden gelegen.

 

Es stellte sich dabei heraus, dass die Insel doch noch viel größer ist als ich dachte und ich die Strecke somit falsch einschätzte.

Mit dem schweren Gepäck eine Tortur.

 

Irgendwann, ich war an zahlreichen Läden und Restaurants vorbeigekommen, kam ich auf eine Brücke, an der mich eine freundliche Thai fragte, wohin ich denn wolle und ich antwortete, ich wisse es nicht so genau, würde aber einen preisgünstigen Schlafplatz suchen, woraufhin sie entgegnete, dass sie mir da etwas zeigen könne und ich stieg hinter sie mit aufs Motorbike.

 

Wir fuhren zu einem Resort, dass mit 400 baht leider schon über meinen Möglichkeiten liegt und machten schließlich (wieder auf dem Rückweg) bei einem roten Hostel mit Namen <Red Cube> Hostel Art Cafe halt.

Die Thai kannte die Betreiber schon und ich wurde sogleich zu einem Zimmer für 280 baht. Perfekt.

 

Das Red Cube.

Ich muss jetzt mal etwas schwärmen.

Es ist so genial.

 

Die Betreiber sind Russen, die erst vor einer Woche ihre Eröffnungsparty geschmissen haben, sind spiritueller als alle Thais die ich bis jezt getroffen habe, hören gute Musik und haben alles dekoriert mit selbstgemalten Bildern.

Die Wirtin heißt Dascha und wir verstehen uns ausgezeichnet.

Sie hat ein Tee-Faible (na endlich mal jemand) und ich durfte am Abend erstklassigen chinesischen Ginseng-Grüntee schlürfen, und sie bereitete mir nicht weniger exzellente Spagetthi Vegetables.

 

Es ist wirklich super.

Jetzt bin ich voll angekommen.

 

Ich ging mir noch die Einkaufsmeile in der Nähe des Hafens ansehen und fand dabei einen traditionellen Markt wo es extrem nach Fisch stinkt.

Es gibt viele kleine <Imbiss> Wagen, die an einigen Ecken stehen, an anderen herumgekurvt werden.

Ich entdeckte nach langer Suche auch Feuerstäbe, einen großen Tesco und einen dieser bekannten Buddha Souvenir Shops.

 

Ich warte aber mit dem Kauf des Stabs noch, weil ich heute bei der Party Phil wiedersehen werde, der sicher weiß wo es noch andere zu kaufen gibt.

Jener Stab den ich gesehen hab, kostet weniger als 15 eus, was klasse ist.

 

Am Ende machte ich noch einen ausgedehnten Gang nach Baan Tai, um mir die Party Locations anzuschauen.

Das wird eine Goanautenwoche vom Herrn, nachher die Blackmoon Culture am Strand und in drei Tagen die Shiva Moon im Dschungel.

Leider gießt es schon wieder in Strömen, so ist es seit gestern als ich auf dem Rückweg von meiner Besichtigung war.

Ich hoffe dass die Sonne morgen früh endlich mal herauskommt, es regnet nun schon die meiste Zeit seit ich in Thailand bin.

 

Aber ich bin ausgerüstet. Ich habe einen Regenmantel und werde dem trotzen!

 

Also ich empfehle mich dann, werd noch was essen und dann zum Goanauten.

 

bis auf weiteres.

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