Full Moon Power / The „Little“ Festival

Danke für das Ecstatic Dance Festival und das ich dort bin und viel lernen darf und das ich fürs Tanzen geboren bin!

Und ob ich viel lerne. Der Prozess in den ich gerate ist tief und reichhaltig. Die Inspirationen der reinste Segen.
Es ist ein zweites kleines Festival im Gange, oh saftige Tanzfaltigkeit, ein zweites kleines Festival voll bunter Lebenslust und Transformation, mit weiteren sechs Tagen wie schon beim Gathering, und am besten zu beschreiben ist’s mit
waves are comin in…
Hier fließt die Kraft zurück in alle Glieder, alle Sinne, alle Körper. Es sprudeln über mit der ersten Welle, die Lebensgeister und die Lust zu sein, geradewegs auf die Tanze, zu Aruns Ecstatic hinein. Ein energiegeladener neuer Morgen enthält den ersten Kaffeeeinlauf seit über einem Monat, zwei goldene Kombucha, eine Spezialität in Kokosöl, Chiabowl mit Wassermelone, Gerstengras und Kurkuma, sowie intergalaktischen Kakao sich selbst übertreffender Qualität. Dank der Unterstützung des wirksamen Wunderminerals und (so wird vermutet) fünfeinhalb anderer Dinge, ist die heilige Krankheit nun praktisch überstanden.
Es ist die Kombination aus diesen natürlichen Helfern, die mich zu neuen Kräften führen. Und der Kaffeeeinlauf hat wirklich viel bewirkt (es kann hier festgehalten werden, das dieser Einlauf zwar nicht immer, aber häufig einen starken Energieantieg mit sich bringt, einen Push des Immunsystems, ja, lasst es uns wahrnehmen).
Aruns letztes (alleiniges) Morgenset in Source bringt mich vollends zurück in die Verbindung. Die erste Welle erreicht ihren Peak.
Dann schaffe ich es endlich Missionen abzuschließen: der blaue Wasserballon des K.F. und ein neues Türschloss werden installiert (das alte ging gar nicht zu, es erweckte nur den Anschein als ob). Das Tragen des zum Wasserballon passenden zwanzig Liter Tanks über eine ordentliche Strecke hinweg an den Sanddünen entlang mutiert zur sportlichen Leistung des Tages, während die Sonne fleißig die Säfte zum kochen bringt. Noch ein kleines Stückchen, yeah just a little further, and… Pausen werden hier nötig. …die Schultern wechseln, mal aufm Kopf probieren. Der Schweiß tropft, und ich erkenne die letzte Hürde bis zum Ziel: Die Treppen hinauf zur Wohnung. Noch einmal durchatmen und los. Geschafft.
Klatschnass sind die Klamotten – das war eine gute Übung.
Surrender to the journey – surrender to the intense trip. There is nothing to fear.
Schließlich befinde ich mich nach einiger Sucherei und dem üblichen Spätdransein (das mich über die Einkaufsmeile Arambols schickt) auf dem Konzert von Massive Vibe, der Einladung folgend, und total im Augenblick. Alles strahlt, hell und klar. Die Brillanz des Moments. Und die Stücke der Band wie eine Offenbarung – auch wenn ich später erfahre das sie das doch etwas anders sehen, macht es für mich an diesem Abend total Sinn. Passt zu allem. Source. Nummerlogy. Truth.
Der zweite Tag bringt die Produktion eigenen Hummus und das Heart To Heart Set von Pascal und Tikki am Abend. Allgemein gesagt bin ich hier eher seltsam im Zustand und die Stimme eines anderen verlautet hier knackig „nun, das ist halt manchmal so!“ Dennoch enthält eine komplette Session immer auch Freude, immer auch Sinn, und wenns des Trainings halber ist.
Dieser gesamten Zeit über hat das morgendliche Ritual nach dem Aufstehen warmes Limonenwasser, Acerola und im Anschluss Zeolith zu bieten.
(Kommen wir zum dritten Tag)
Jetzt ist da der Strand. Der vorm Forgotten Land. Und diese wundersamen Gestalten da, was machen die denn? Kopfhörer? Leuchtende Kopfhörer? Was geht denn hier?
Da läuft man so nichts ahnend am Strand entlang und pfeift ein kleines Lied, und schon trifft man auf die nächste völlig übersinnliche Überraschung.
Ja, hier wird schon wieder getanzt. Aber anders.
Und das nennen die dann „Silent Disco“, jaa, diese von allen guten Geistern verlassenen Irren, einsperren sollte man die, verstehn se, einsperren…
Zwar entzückt aber überrumpelt und irgendwie auch skeptisch lasse ich mir ein paar Kopfhörer geben und versinke auf der Stelle in eine komplett neue Welt. Die Welt dieser Jestörten, die nur in der Anstalt richtich ofjehoben sin, wissen se, solche, ja, die hätten wer damals ver…“ Uj, ich bitte um Entschuldigung… (der Störenfried wurde in sehr aufwendigen speziell dafür organisierten Workshops drei Wochen lang umarmt) …die Welt meines Tribes, der Barfüßigen am Strand zum Sonnenuntergang. Oh lasst das niemals enden!
Dieses heilsame Ritual findet zweimal wöchentlich statt und das noch für ein paar Wochen. Meister Aman macht das richtig gut und ich liebe seinen housigen Style. Hier möchte ich nicht unerwähnt lassen, das mich die Russen immer wieder in ihrer Landssprache ansprechen und irgend einer davon mal meint ich sähe aus wie ein Moskauer. Ja, interessant, doch ich scheine ja wie tausend andere Völker auszusehen, Peru gab es auch mal ne Zeitlang, aber das mit den Russen ist schon der Running Gag während der gesamten Zeit in Arambol. Nun, von nun an gehe ich öfter zur Silent Disco und das ist jedes mal der absolute Höhepunkt des betreffenden Tages.
Barfuß durch den Sand, umgeben von den Elementen des Planeten: Wasser, Erde, Feuer, Luft. Dieser Silent Disco Crash-in verbindet mit Virgo, dear Mother Earth, und das weite weite Meer. Drehen, winden, springen, in die Wellen hineinlaufen, der untergehenden Sonne entgegen.
Ich atme die Weite.

Der anschließende eigene Hummusteller gelingt geradezu meisterhaft, in eigener Version mit rotem Reis, einem gelben Tamarind Curry samt Broccoli, Karotten und Salat (Gurke/Tomate).

Vierter Tag.
Gleiche morgendliche Gesundheitsprozedur, und ein neuer Kaffeeeinlauf. Es geht wieder zur Guten Morgen Session, diesmal mit Pascal und Arun, was den definitiv letzten Auftritt von Arun bedeutet. Eine weitere Reise im Spielplatz Source, die köstlich mundet.

Durch die vielen sich überschlagenden Ereignisse dieser Tage gelingt es mir nicht wie üblich alles aufzuzeichnen und so gibt es starke Lücken in meinem Buch und das ist der Grund warum die Ausführungen an einigen Stellen etwas kürzer ausfallen.

Schließlich gibt es an den letzten beiden Tagen dieses entzückenden kleinen Bonusfestes meine Involvierung in zwei Events meiner Spaceholding Freunde vom Gathering in der blauen Pyramide. Den Anfang macht eine 5Rhytms Session, bei der ich den Einlasser spielen darf, bei der wir auf warme weise durch die Elemente geführt werden – leider lässt uns das Soundsystem ziemlich frech im Stich, dient dafür allerdings wunderbar als Warnung für den großen Höhepunkt der nächsten Tages, sich darum zu kümmern. Nichtsdestotrotz ist die Session von guter Qualität und einige sind in der Lage richtig viel aufgestaute Gefühle loszulassen, und ein paar Tränen gibt es auch. Bei mir kommt aufgestaute Wut hoch und ich stampfe sie heraus und wüte wild springend durch eine nicht allzu kleine Ecke des Raumes.

Und nun zum Finale.
Die Kakaozeremonie von Laura.
Die Vollmondenergie rumpeldipumpelt kräftig, und satt scheint er auf unsere Leiber herab, klar, fordernd, die weite Flur erhellend.

In der blauen Pyramide finden sich um die vierzig Menschen zusammen. Ich bin dankbar das ich mich um die Musik kümmern darf, damit Laura sich voll und ganz darauf konzentrieren kann, die Teilnehmer durch die Zeremonie zu führen. Das Welcoming umfasst historisches zu den Zutaten des köstlichen und heilenden Kakaos und praktische Infos was wir gemeinsam erfahren werden. Sie erzählt ihre persönliche Verbindung und macht ein paar Späße. Dann geht es über in die Dankbarkeitsmeditation – ganz ähnlich wie ich es auch seit dem November vor Indien praktiziere (und relativ nahe dran an der buddhistischen Loving Kindness Praxis). Wir gehen in uns, danken uns selbst, Virgo, Dingen, anderen Menschen und dem Kakaospirit.
Oh großer Kakao, der du unsere Herzen öffnest und uns unterstützt in unserem Prozess. Schon seit meiner Ankunft in Arambol denke ich daran eine Kakaozeremonie zu organisieren. Tanzen und Kakao sind zwei Partner, die geradezu perfekt harmonieren – und dabei helfen unser inneres Kind zu heilen. Doch dazu mehr im folgenden Artikel über den Weg hin zur Manifestation meiner eigenen ersten Zeremonie. Alles geschieht aus einem bestimmten Grund – und das Ecstatic Festival und dieser Abend weisen mir den Weg. Wir gehen in der Musik auf, tanzen die fünf Elemente und Hilight Tribe treibt die Vollmondenergie in schweißtreibende Höhen. Am Ende singen wir Mantren und der Ausklang könnte nicht schöner sein. Da es allerdings zu viel des guten Gebräus gibt und jeder ganz schön einen „im Kakao“ hat (er ist aber auch unheimlich lecker) sind viele, so auch ich, ganz schön aufgedreht.

Fazit: Ich lerne so viel übers Tanzen wie nie zuvor sowie der spannenden Pflanze Kakao, und die Wellen auf dem Arambolschen Segelschiff sind mal sanft und mal stürmisch: Von der Schlaflosigkeit beim Übersetzen von Berlin nach Arambol übers Ecstatic Gathering und hoher Schwingung auf dem fliegenden Teppich zur turbulenten Landung durch die bakterielle Vergiftung, hinein ins zweite Ecstatic und das Finale der Kakaozeremonie. So ist der Januar bunt und turbulent – und auf keinen Fall langweilig, thats for sure.

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