Goa Ecstatic Gathering

Liebes Universum, Geistführer, Schutzengel, Jesus.
Danke für das Ecstatic Dance Festival und das ich dort bin und viel lernen darf und das ich fürs Tanzen geboren bin!
Danke für die Wutkraft, danke fürs Trauma, danke fürs wachsen, diese Wohnung, die Heizung, für Kakao, das Tanzen, die Musik!
Die moderne Musik! Ambient, Dub, Electro, Psychedelic, Sitar, World, India, Space, Tribal.
I AM grateful for everything! I AM grateful for money! I love Money…

Alles hat geklappt.

Aber warum schreibe ich in der Einleitung das der Visakrimi eine Zerreißprobe darstellt? ich meine soll ich ohnmächtig werden, nach allem was ich durchgemacht habe?
Nach der Verwandlung komme ich Schritt für Schritt in die Gänge, erkunde mich bei Freunden und Bekannten erst einmal zwecks möglichen Jobs. Durch einen meiner lieben Freunde, durch den die Geschichte am 19.11. auf das nächste Level angehoben wird (und zwar mittels seiner tatkräftigen Weiterleitung an eine Expertin auf diesem Gebiet), setzt großer Enthusiasmus ein, der mich sechs Tage lang in die Bibliotheken schickt, damit ich im Netz nach Jobs suchen kann. Gleichzeitig gehe ich in die tiefsten Gebete und Affirmationen aller bekannten Zeiten, Räume, Andromedanebel und Cashewkerne, von denen ein Auszug der Dankbarkeitspraxis am Anfang dieses Artikels zeugt, um eine Idee davon zu vermitteln. Fast instantly gelingt dieses Bestreben, indem nach sechs Tagen der Durchbruch folgt. Die folgenden vier Wochen bescheren harte Arbeit, die so ungesund ist, das ich davon krank werde, schließlich sieht es die außerplanetarische Progressivität aus einer Reihe von Leberreinigungen und Darmsanierungen nicht gerne wenn im Anschluss plötzlich Metallstaub, Industriegifte und derlei anderer Annehmlichkeiten auf die Pauke hauen. Besonders wenn sich auch noch ein besonders frecher Kälteeinbruch ins Menü hinzu gesellt.
Die Rettungsanker in der Not hier: Basisches Badesalz, Superfruchtsäfte von dm und einige Tage Ruhe…
Das sind die Gründe jener Zerreißprobe, da sämtliche Nervenbahnen an jedem Punkt aller Körper unter Hochspannung stehen, als der Visakriminalfall sein Feuerwerk entzündet.

And Now For Something Completely Shifting…

Was ist denn nun eigentlich Ecstatic Dance? Ecstatic Dance beschreibt eine Art freies Tanzen. Als Überbegriff wird es ebenso genutzt um transzendentalen und heiligen Tanz zu beschreiben, sowie weitere Praxen der Bewegungsmeditation. Im Grunde gibt es solche Tänze seit jeher in der Geschichte der Menschheit: z.B. den Native American Ghost Dance, Classical Indian Dance, Ritual Dance und viele mehr.
Ecstatic Dance Events sind talk, drug, smoke and alcohol free. Die gespielte Musik füllt ein großes Spektrum elektronischer Musikstile und Weltmusik aus. Gabrielle Roth hauchte dem Begriff „Ecstatic Dance“ neues Leben ein durch ihre in den 70ern erfundenen „5Rhythms“ sowie späterem Tanz und Buch „Sweat Your Prayers“. Der erste dieser Tänze wurde in den 80ern von Rosa Glen Riley umgesetzt. Dies setzte die Grundsteine für die aktuellen Ecstatics, die ohne verbale Anleitung auskommen. Eine der ersten dieser Art erblickte in den 90ern in Austin Texas das Licht der Welt und wurde „Body Choir genannt“, bis Max Fathom, der als Teilnehmer das Konzept Anfang des neuen Jahrtausends nach Hawaii mitnahm. Schließlich entstand ein Ecstatic Dance Event in Oakland, Kalifornien, und dieses Format verbreitet sich jetzt über die ganze Welt.
Es gibt ein Warmup, gefolgt vom Opening Circle, samt Guidelines und Agreements, dem eigentlichen Dance und Closing Circle.

Und das Goa Ecstatic 2018 ist manifestiert.

Am Morgen des neunten Januar zaubere ich mir noch fix ein Müsli, um etwas zu spät beim Meeting einzutreffen.

Die Vorstellungsrunde ist sehr berührend. Strahlende Gesichter in einem großen Kreis.
Alle sind entspannt und voller Vorfreude auf das Kommende – erzählen kurz etwas über sich und wie sie aufs Festival gekommen sind. Die Atmosphäre ist familiär. Ich schätze es handelt sich alles in allem um etwa vierzig Menschen – DJs, Organisatoren, Helpers und Teacher eingeschlossen. „Sunny from the Universe“ tönt es. Alle lachen. Die Stimme gehört einem rothaarigen, quicklebendigen Wesen mit bunter Kleidung. Und ich sage: „I am so absolutely grateful to be here, its a miracle. When I were dancing in Berlin at Ecstatic I discovered this is my life“.

Meine kleine Spaceholding Crew besteht aus sehr liebevollen, bewussten und hochmotivierten Seelen, und wir sind alle miteinander sofort eng verbunden. Meine Dankbarkeit könnte nicht größer sein. Alles geschieht sehr organisch. Unsere Aufgabe ist es in den kommenden Tagen eine gute Energie zu schaffen auf dem Dancefloor: Uns um den Altar zu kümmern, mit Salbei oder Palo Santo den Raum und die Besucher zu räuchern/reinigen, zu schauen das es allen gut geht, und die ersten zu sein, die Tanzen. Dafür finden wir uns immer vor dem allabendlichen Ecstatic eine halbe Stunde vorher zur Besprechung ein.

Und im Anschluss folge ich dem Tip von Biodanza Nataraj bezüglich einer Bleibe ums Eck und es fügt sich ganz hervorragend, denn es ist ein Zimmer in dem entsprechenden Gasthaus frei, was ich innerlich sofort nehme aber noch nicht offiziell entscheide. Zudem entdecke ich einen Kombucha an einem Stand nahe des Forgotten Land, der ohne Umschweife sofort gekauft und getrunken wird (Ginger Lemongrass Himalayan Green Tea). Dann gehe ich wieder zum Zeltplatz am anderen Ende des Strands und kann endlich ausziehen und schleppe die Sachen in die neue Behausung und erfreue mich des Seins. Endlich voll ankommen!!

Bevor es wirklich losgeht, gehe ich noch auf einen Trip mit den Berliner Bekannten in den Jungle, zum Abschied, und das zieht sich bis in die späten Abendstunden hin…

10.1., Tag1

Nach einer demzufolge weiteren kurzen Schlafphase von nur fünfeinhalb Stunden stehe ich um zehn Uhr morgens auf. Ich mag den Raum mit seinen pink-gestrichenen Wänden und einer halbwegs passablen Matratze und genieße die erste Papaya; eine riesen Papaya; mit Gersten- und Weizengraspulver in Cashewmilch, und im Anschluss den ersten Kakao (30g Paste). Samt folgendem Kombucha tunen diese weisen Helfer mich zärtlich ein, für den grandiosen ersten Tag.

Es ist für alles gesorgt – alles synchronisiert.

Die von der Küche „Smiling Nepalese“ zur Verfügung gestellten Speisen – Lunch und Dinner – sind der reinste Segen wenn auch mitnichten gesund – für diese Woche genieße ich es einfach mit vollster Dankbarkeit, und selbst ein paar Chapatis sind mit auf dem Speiseplan, allerdings achte ich hier darauf das ich nicht jedes mal eins zu mir nehme. Ja, die Curries sind nicht alle vegan und ich frage immer nach, und esse nur diejenigen wo sie mir sagen das es nur wenig Sahne enthält. Schließlich gibt es immer wieder welche die ganz vegan sind. Die Dals sind die Highlights – und der absolute Höhepunkt eine grüne Pampe mit Spinat. Der Unterschied zu einem Restaurant ist hier, das man sich den Teller vollhauen kann, denn sonst ist es nur wenig Flüssigkeit etwa beim Veg Thali und stattdessen überwiegend weißer Reis und Chapati. Hier kann man so viel nehmen das man ein schön flüssiges Curry hat. Nach dem Festival stelle ich den Brotverzehr wieder ein.
I am just so grateful for everything that i just take it in. Natürlich hat die Sache mit dem -nimm so viel wie du willst- oder -all you can eat- immer den Nachteil das man sich leicht überisst.

12.30Uhr treffe ich ein und arbeite bis zum Opening Circle / Welcoming Dance um 16.30Uhr im Saal. Zuerst hängen Aman und ich gemeinsam die Tücher hinterm DJ Pult auf und danach kümmere ich mich vor allem um den Boden, indem ich viele kleine Löcher und Ritzen mit Tape abdichte und dabei tänzerisch erfühle wo es noch Bedarf an Tape gibt und wo es bereits ausreicht. Die ideale Aufgabe! So sorge ich dafür das alle sicher und komfortabel tanzen können und habe gleichzeitig mein eigenes kleines Warmup!

Dann folgt der Opening Circle.
Die frohgemute Schar tanzwütiger Gleichgesinnter lauscht fleißig den organisatorischen Reden des Pascal und Aruns. Diesmal gibt es keine Vorstellungsrunde, denn das würde den Rahmen deutlich sprengen. Dafür werden wir Spaceholder vorgestellt und dieser Moment ist ein Geschenk, das ich nie vergessen werde – wie wir geschlossen in die Mitte laufen und uns nach allen Seiten allen zeigen und an den Armen fassen! Grinsend, elektrisiert…
Das Complaining about the food eine Sache ist die nicht an den lächelnden Nepalesen sondern bitte direkt an die Heimleitung zu richten ist – wird genauso besprochen wie die heilige Shedule zu Arambol.

Zuerst gibt es also den Welcome Dance, dann das erste Dinner und den ersten Ecstatic Dance. In den kommenden Tagen gibt es immer morgendliches Singen, zwei Workshop-Blöcke, und den allabendlichen Ecstatic. Besonderer Hingucker ist der Nachmittagsblock „Rest & Digest“ – eher als lustiger Hinweis eingebaut, das kleine Geflunker der heiteren Art.
Nun, seht selbst in der Grafik, und auf dem Foto.

shedule

Ecstatic_Shedule_Board

Irgend wie wirkt es doch wie der bessere Schulunterricht – jetzt noch Meditation, Yoga, Qi Gong, Ernährung, Sprachen, Permakultur, Theater und ein paar andere Fächer dazu, und wir haben die ultimative Schule… ach Zauberei natürlich nicht zu vergessen.

Der erste Tanz im Saal ist ein unerwartet intensiver, reichhaltiger Auftakt und eine offene ausgelassene Stimmung breitet sich im Raum aus.

Um 19.00 findet sich meine Spaceholding Crew vor dem Ecstatic ein, das ist dann jedoch das letzte Highlight des Tages, denn den Ecstatic nehme ich nicht mehr mit, da ich schlicht zu erschöpft bin. Er ist nicht schlecht, doch ich bleibe nur zur Hälfte.

Das Vaping reduziert sich und wird dafür in den Momenten am Abend und mitunter morgens besonders genossen. An diesem ersten Tag nehme ich vier Gelegenheiten wahr, fernab der heiligen Stätte.

11.1., Tag2

Die Entscheidung besser einen längeren Schlaf zu haben, und die Kräfte zu schonen, wird von einschlägigen Experten mit besonderer Hingabe als äußerst ratsam, heilend, zukunftsorientiert und -du machst das jetzt, oder s gibt was aufn Hintern, du Frosch- eingestuft. Renommierte Beobachter der elften Koboldkaste loben zudem das hausgemachte papaya´sche Gerstengras-Gedöns in Cashewmilch und den Qi Gong Auftakt der Siebenfaltigkeit zur subtropischen Dachterrasse. Ja, das Dach gibt einiges her. Inmitten schillernd-bunter Häuser des arambolschen Viertels San Pedro ist geschäftiges Treiben zu hören, Hundebellen, Affen, Vogelgesang und Gekrächze (ja das indische Pondon zu den deutschen Raben ist hier vertreten), sowie gesprochene Gebete und mitunter das donnernde Knallen einer tödlichen Waffe, Kaliber Kokosnuss. Es dauert ein bisschen bis die Klarsicht darüber einsetzt, das es eben kein Inder, Russe oder Terrorist aus dem weißen Haus ist, der da seinen Erzfeind ins Jenseits befördert. Nun, der Blick über die Dächer des Viertels ist ein Vergnügen, irgendwie weder urban noch ländlich, sondern irgendwas dazwischen. Palmen drängen sich zwischen die Bauten, der offene Stil ist erfrischend. Ich muss sagen, doch, irgendwie mediterran.
Ein kleines Geheimnis ist vor Ort, das unerlaubtes warmmachen von Limonenwasser beinhaltet – in der kleinen Küche des gegenüberliegenden Hauses, die zwecks dessen über das dementsprechende Dach erreicht wird.

Ankommen.

Die erste Session am Vormittag: 5 Rhythms, die nur als absoluter Knallkörper der aberheimlichen Sorte bezeichnet werden kann.
Hier transformiert das Chaos zur Stille, und an diesem Punkt der tollwütigen Stimulanz fließen nicht wenige Tränen. Die Realisierung meiner tief empfundenen Dankbarkeit lässt auch mich weinen. I AM SO GRATEFUL! I AM GRATEFUL FOR EVERYTHING! Its all happening now, a dream comes true…
Die ganze Session wird so wunderbar geleitet wie es sich ein jeder hier nur wünschen kann, mit einer superben Einleitung und permanenten Kurve hinein ins Staccato, wo wir aufgefordert werden uns Partner zu suchen. Eine tiefe Begegnung mit der kleinen Italienerin Solé wird mir zuteil, ein heißer, erotischer Moment, verspielt und exotisch – wild und frei. So sexy das ich mich direkt verknalle. Wir beide, die Speedies, und hochenergetischen, sexy Lover, kommen uns nahe beim Tanz.
In absolut organischer Transformierung kommt es zum Übergang ins Chaos, nun finden sich erst Gruppen aus vier, dann acht. Und dann noch einmal multipliziert. Einer oder mehrere tanzen aus dem Kreise in die Mitte hinein, und/oder es wird in den Kreis hinein geschrien, gelacht, gefiebert, wir lassen alles raus. Im Support des Tribes. Ausbruch. Release. Wahnsinn.
Schweiß. Juicyness. Juicy.
Und aus der Stille gelange ich, elektrisiert, gereinigt und so wach wie erstaunt, endlich ins Meer. Ganz langsam, wie in Zeitlupe, nur um den Moment auszudehnen wie Kaugummi, zu ziehen, zu strecken, laufe ich hinein, und lache und lache und lache – und spüre es mit dem ganzen Körper. Dabei erinnert es mich stark an die Szene aus „The Beach“, wo die drei Protagonisten nach ihrer Ankunft das erste mal mit der Gruppe gemeinsam ins Wasser laufen. Das Paradies! Und das zu teilen macht so viel mehr Spaß als immer nur alleine zu sein.

Und die anderen genießen ebenso tief…

Im Anschluss ans Mittagessen folgt am ersten Nachmittag: Das Authentic Relating.
Dieser Workshop wartet mit einigen ganz großartigen Spielen auf. Da ist z.B. das Channeling des Higher Self zu nennen, das erstaunliches zum Vorschein bringt.

Lasst die Spiele beginnen!

In der großen Gruppe mit 16 geht es los mit der Frage: What if… i would be music, sage ich. Und what if i was music, responded Pascal. When i dance i am in my full energy, i am balanced and grounded.
Channeling Higher Self. I cant bare the addict and higher self says, youre alright, also with the negative side.
Dann mit einem Partner und einem weiteren werden die Fragen gestellt: When i show you my joy we… und ich sage… dancing in the rain, und da gleiche dann mit sadness und love…
Diese Spiele haben mich so inspiriert, ich möchte sie unbedingt mitnehmen und mit anderen Menschen, Freunden, praktizieren. Es ist eine großartige Praxis to connect. Vor allem das Eye Gazing ist tief und intensiv.

Beim zweiten Ecstatic am Abend gibt es dann u.a. knackigen Drum&Bass, Martyn aus Holland bedient hier die Audience. Nach wie vor macht sich der Schlafmangel bemerkbar, die volle Kraft ist noch nicht da. Der Tag endet mit dem Verlust meines Handys, das irgend jemand spaßeshalber eingesteckt hat – wie das passiert ist, ist mir schleierhaft, spielt aber auch keine Rolle, denn everything happens for a reason. Da waren noch einige für mich bedeutende Notizen gesammelt, auch Ideen für neue Tracks – es dauert ein wenig das zu akzeptieren und loszulassen, aber es geht gleichzeitig schneller als erwartet. Dafür gibt es einen schönen Spaziergang mit Solé.

12.1., Tag3

Endlich gelingt es neun volle Stunden durchzuschlafen, ich beginne den Tag um 10Uhr morgens. Ich lasse den ersten Workshop des Tages ausfallen, nehme mir die Zeit die ich brauche – der Körper freut sich. Das Menü des Morgens bringt Qi Gong, Lemon Water, frisches Kokoswasser, Ingwertee, Acerola-Natron-Mix und fünf Gramm Zeolith aufs Tablett. Die Routine wird also neu etabliert und meine Kräfte kehren zurück. Dazu etwas Blueberry Cake Vape in Moderation. Die achtsame Ernährung freut sich wieder bei mir zu sein. Bevor der dritte Tag so richtig in Fahrt kommt, trifft auch meine Kleidung frisch gewaschen ein, gerade rechtzeitig. Meine russischen Nachbarn einen Stock über mir erlauben mir bei sich was zu kochen, besonders den Kakao am Abend für das Set von Tikki in, und das ist wirklich außerordentlich, oder wie sollte es auch anders sein, The Source. In Exchange gebe ich ihm ne gute Portion Musik von meinem Stick. Wäre das Handy nicht verloren wäre ich vermutlich wieder so früh aufgestanden und hätte hätte Fahrradkette weniger Erholung erfahren. Mein Nachbar ist so lieb und schaut für mich auf die Uhr – es ist 13:13. Trotzdem bekomme ich noch etwas zu essen in der heiligen Stätte, obwohl Lunchtime eigentlich schon abgelaufen ist.
Nun wird mir klar das die Inspiration so stark wirkt das ich ohne Laptop dumm dran bin, denn ich habe beschlossen länger in Arambol zu bleiben und in Source zu spielen wäre eine großartige Geschichte.
Fluent Body Workshop: Die grandiose spanische Tänzerin weiht uns ein in ihre Geheimnisse: juicy, sweet and fluently. Lets get back to more juicyness, more authentic and more aliveness. Das Wort „Juicy“ wurde von Arun ins Feld geführt – das ist bei mir stark hängengeblieben. Logo: Dr.Mango, juicy and sweet. Es geht darum die Bewegungen des Körpers fließend zu gestalten, sich hinzugeben, oder wie Bruce Lee es so treffend formulierte: be water, my friend. Mit dem Körper im Fluss zu sein beim Tanz, sich zu biegen, und sich zu trauen das schelmische herauszulassen. Definitiv sexy, definitiv frisch, und sehr lebendig!

Source-Peak; 20-22.30:

Mit etwas Verspätung treffe ich in Source ein und das Set beginnt gerade hochzufahren.
Tikki Masala und Martijn spielen ein Ping Pong Set der besonderen Art und heizen uns richtig ein. Source ist richtig voll.
Mein Kakao entfaltet seine Wirkung. Die Mischung: Etwa 50g unfermentierte Masse aus Belize, frischer Ingwer, Vanille, Kardamom, Zimt, Cayenne und Kokosblütenzucker in selbstgemachter Hafer-Hanfmilch.
Irgendwann kommt der absolute Burner des Abends: International Velvet – Stargazer (Mo Horizons Freestyle Remix) und ich fliege durch Source wie ein junger Gott, springe und renne durch die Masse hindurch, im Rausch der Freiheit. Drum & Bass, Dubstep, Indian Electronic Music Style, Explosion.
Doch den wahre Höhepunkt bildet unser Tribe Dance, eine Gruppe vom Festival die im Kreis wie die Indianer tanzt – ich muss dazu sagen das an diesem Abend viele Tanzwillige zugegen sind, die nicht Teil des Festivals sind. Unsere kleine Gruppe tanzt also umeinander herum und durcheinander durch wie wir es beim 5 Rhythms praktiziert haben.
Intensity, Clarity, Grounding, Flying, Crazyness. Holy Shitness.
Das habe ich mir, so denke ich, immer gewünscht. Das ist was wir brauchen, das gemeinsame Rauslassen, Loslassen…
Dance – Release – Dance – Release
Hohohoho Hu Ha Om Shiva Da

Hätte nicht gedacht das ich doch so schnell bei der Quelle sein würde!
Es ist der absolute Blast! Real Connection, Powerful Gathering, Awesome Togetherness.
Und im Anschluss gibt es die limitierte, einzigartige und nicht vegane Spaceholding Cream. Dieses abenteuerliche halbe Kilo Cashew Kardamom Mandel Eis wird von drei Mitgliedern meiner Crew (mich eingeschlossen) und Solé mit Genuss verzehrt. Wow, wenn das noch vegan wäre – was für eine Mischung! Time goes by in slow-mo this evening, like melting honey, syrupish and creamy as shifting timeline like on the 2.11. when Tikki played in Berlin. Ich wusste einfach das ich auf diesem Festival bin. Und here I AM!
Wir sind total im Jetzt, im Moment, und diese Momentaufnahme ist festgehalten, als wir am Ausgang von Source den Tanz beendet haben.

13.1., Tag4

Angesichts der Tatsache das mein Telefon gestohlen wurde, kann ich mir sehr gut einen neues Musikstück mit dem Namen „Phoneless“ vorstellen. Das ist es was die Menschen um mich herum die nächsten Tage zu hören bekommen. „I am Phoneless“.
Der Körper bedankt sich diesmal sogar für zehn Stunden Schlaf. Und für einen sehr ruhigen Tag. Keine Vormittagssession, und auch die Nachmittagssession fällt aus da es der freie Nachmittag für alle ist.
Das Meeting am Abend mit der Crew ist wieder tief, wir geben uns gegenseitig Energie und bilden eine geschlossene Formation. Der Ecstatic Dance dieses Samstags ist ein offener Dance, der von Arun Ji begleitet wird. Ich bin viel bewusster an diesem Abend, total präsent, und tanze mich quasi richtig ins Spaceholding hinein, wachsam, schaue das die Energie stimmt an allen Ecken und Enden, bei den anderen. Da es ein offener Abend ist haben wir da die besondere Verantwortung. Ich bin überall, wie eine Katze, wachsam.
Und schließlich gerate ich Full on in den Tanz hinein, drehe mich tausendmal um mich selbst und gerate in tiefe Trance. Wieder beweist die Kombination aus CBD und Kakao ihre Stärke. Ich tanze mir ein Stück Nagel blutig.
Arun Ji ist ein saftiger DJ, mit seinem spanischen Temperament feurig und zugleich warmherzig. Auf alle Fälle funky und knackig. Der wahrscheinlich ekstatischste Dance des Festivals für mich. Die Umdrehungen sind teilweise in einer Geschwindigkeit und Intensivität: Rasanter Turbogang des tollwütigen Eichhörnchens von Arambolika 777.
Und die anderen toben nicht unähnlich übers Parkett dieser Stunde – Wirbelwinde sind wir, Wirbelwinde im Sog der Musik!

14.1., Tag5

Rhythmus taucht aus der Versenkung auf und meldet sich zum Dienst. Er galt als verschollen, aber die Polizei war mit Stillstand beschäftigt, dem schwer erfassbaren…, nun, er soll wohl eine Kuh davon abgehalten haben, die Straße freizuräumen..
Das bedeutet das ich diesmal um 7 Uhr morgens erwache und sogar mal das Frühstück auf dem Festival probieren kann. Das besteht aus Früchten und Kartoffelbrei – eine magenunfreundliche Kombination sondergleichen. Dieser äußert sich dazu wie folgt: Junge, pass mal auf, normalerweise vertraue ich dir ja, okay, aber wenn du das nochmal machst, werden die Konsequenzen ungeahnte Folgen haben…, du Arsch!“
An diesem Tag gibt es Wataflow und Shakti Dance, sowie das Ecstatic Set von Pascal.

Wataflow ist eine innovative, überaus spannende Sache. Nach einer Einleitung begeben wir uns ins Meer, wo jeder einen Partner hat, den er unterstützt und von dem er unterstützt wird. Es fällt mir nicht leicht Raphael zu unterstützen, vor allem weil er ein stattliches Gewicht hat und ich wenig… Er aber sagt das es gut funktioniert hat.

Als mich Raphael beginnt zu halten und ins Wasser taucht, verliere ich scheinbar das Bewusstsein, ich bin erst wieder da, als wir das Ufer erreichen. Den Rest des Tages geht es mir deshalb total komisch und ich komme auch nicht mehr richtig rein. Ich habe zu viel erwartet. Springen wir besser zum letzten Tag.

15.1., Tag6

Die Wutkraft kehrt zurück.
Denn der letzte Morgen des Festivals beginnt äußerst verwirrend. Aufgrund von Unstimmigkeiten und Missverständnissen werde ich recht gewaltsam aus dem Gasthaus geworfen. So startet der Tag mit irrem Stress und ich muss so schnell ich kann meine Sachen zusammenpacken. Eigentlich wollte ich unbedingt zum Singing Circle, da ich sonst nicht hingegangen bin. Mit vollbepackten Sachen laufe ich los und erinnere mich daran, das Laura ein neues Appartment gemietet hat aber nicht eingezogen ist, weil sie ihr altes doch nicht aufgeben wollte. Ich meldete mich kurz an und zog rasch ein, um sogleich ins Forgotten Land zu gehen. So hat sich alles auf wundersame und recht verrückte Art gefügt… die riesige Wut in mir kann ich nutzen und transformieren als ich zur zweiten Hälfte der abschließenden Vormittagssession 5 Rhythms hinzustoße (die erste musste ich ja leider verpassen).
Die folgende Transformation ist fett, und ich verwandle mich wieder in den Schwan. Die gleiche Atmung, der gleiche Puls, die gleiche Wutkraft (danke für die Wutkraft, danke fürs Trauma).
Und das hochgradig infizierende Finale – das Source Game – ist ein abartiger Spaß: in der Mitte ein Ball aus Leuten die Source sind und ein jeder kann zu jeder Zeit immer wieder rausfliegen und auf reisen gehen und dann zurückkehren. Schweiß, und beim rumfliegen bin ich in der vollen zweiten Verwandlung. Rasend durch den Raum … totale Freiheit wie nie zuvor. Wir sind wie im Fieber – diese Session ist der krönende Rausch.

Und nachdem ich einen weiteren hochpotenten Kakao mit einer lebensgefährlichen Überdosis Vanilla und etwas Honig in Cashewmilch genieße, kommt das knusprige warme, herzensfrohe Finale. With such an intensity – der letzte Tanz mit Tikki, und alle laufen singend und tanzend aus dem Forgotten Land hinaus ans Meer, der Sonne entgegen, dem Sonnenuntergang, howling, singing and hugging the holy shitness of it all: Ich verbinde mich tief mit meiner kleinen Berliner Gruppe, durch sehr langes Umarmen und sehr langes Teilen – wie schon zuvor bei einer der Sessions es zum Teilen unserer Leidenschaften kam.

Das Festival übertrifft alle Erwartungen die möglicherweise dagewesen sind, doch in Wirklichkeit ist es so, das ich Erwartung und dessen kleine Schwester Vorstellung vor dem Start in die Wüste geschickt habe, wo sie einer Familie von Skorpionen möglicherweise ganz schöne Verwunderung beschert haben. Stattdessen habe ich den immer öfter bestellten Weisen =Mal Gucken Was Passiert= eingeladen, der mich seinen Namen getreu in heilige Überraschungsmomente geführt hat. Die mit Abstand intensivste Woche die ich wahrlich je erlebt habe. Es hat sich alles gelohnt! Alles! Alles!
So viel Liebe, Bliss, Sharing, Verbindung, Berührung, Intensität, Freiheit, Prozess, Learning, Abundance – und natürlich Tanz gab es seit Jahren nicht mehr, oder sogar noch nie?

Und das witzige am Ende des Festivals:

Nun habe ich plötzlich zwei Zimmer, Küche, Bad und das zu einem Superpreis von zehn Euro pro Nacht (liebevoll heruntergehandelt). Und der werte Jesus wacht über meinem Bett.

I AM Grateful for Everything. Ich danke allen Supportern und Freunden die an mich glauben und unterstützen!

Ich bin voll angekommen.

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