India Introduction

„Dear Sears and Madame,
Herewith I declare that the intention for my travelling to India is purely for touristic reasons. I will be on holidays in Goa.
The main reason for my journey is to be part of a workshop for dancers and meditators called „Goa Ecstatic Festival 2018“ at Arambol Beach, where I am a helper. Ecstatic Dance is a dancing meditation invented by Osho (born as „Rajneesh“ Chandra Mohan Jain), an Indian Yogi and Philosopher.“

Der indische Visaantrag muss über eine Agentur abgewickelt werden und ich bin so spitzbübisch und schreibe das ich Freelancer bei Self-Employed bin, genauer: Writer.
In Kombination mit einem ganz besonderen Anflug von Witz auch noch hinzuzufügen ich sei früher Social Worker/Charity gewesen bringt die pfiffigen Beamten so aus der Fassung, oder besser gesagt auf die Palme, das wir alle miteinander in ein ganz wunderbares Durcheinander geraten. Ja, ist denn erahnbar in welchen Zusammenhang diese Raufbolde solche Dinge bringen? Nun bin ich auf einmal ein sozial engagierter Journalist mit politischem Motiv auf einem Feldzug gegen die Ungerechtigkeit der Welt, diesmal eindeutig das arme Indien im Visier, das gar nichts dafür kann. Ich habe ja schon Thailand und Kambodscha aufgemischt und Revolutionen angezettelt – wegen mir gibt’s nur noch feinstes Porzellan, Marmeladengläser und Bio-Hanf-Kleidung in Bangkok, wohingegen sie in Kambodscha jetzt alle vegan sind und den Müll trennen.
Okay, also ein kleines Feuer bricht aus, mentales Gerangel über die Strippe, oder 3G, als ich ihnen ein bisschen Dampf mache – hab da schon diesen ganz besonderen Silvesterflug im Auge (meine Reiseberaterin war so freundlich) und naja, schaut mal, mich verbindet da was besonderes mit eurem Land, und das nicht erst seit gestern um zweiundzwanzig nach zwölf, bei manchen ganz ausgefuchsten auch Mittagspause genannt.
Das sage ich Ihnen so natürlich nicht, vielmehr drücke ich, aufgrund der Dringlichkeit, pünktlich beim Festival anzukommen zu müssen, auf die Tränendrüse. Eine echte Zerreißprobe! (ich meine soll ich ohnmächtig werden, nach allem was ich durchgemacht habe; der werte Leser wird noch erfahren was genau ich meine). Die Mitarbeiterin gibt auf und mich weiter an eine andere. Die schwingt ihre Stimmbänder brachial durch mein billiges Samsung, das mir fast das Trommelfell platzt.
Ich solle Geduld haben – ich hätte ja draufgeschrieben ich sei ein Writer.
Ja, herrjemine, doch aber nur, weil das so ne flinke Idee war, in Hinblick darauf das euer Paolo Jones nach so langer Zeit aus gegebenem Anlass diesen Blog wieder aktivieren will und das doch ganz gut passe – hätte ich gewusst was fürn Gewitter losbricht, hätte ich meinen Regenschirm mitgenommen und in der größten Pfütze getanzt (dann stände da bei Occupation „Superfoods Doktor. Tänzer. The Living Phenomenon. Handle With Care.“)…

Ja, aus gegebenem Anlass. Feierlichem Anlass. Großartigem Anlass. DEM Anlass.
Denn, liebe Freunde, Indien hat sehr geduldig auf mich gewartet.
Es stand auf der Agenda, dem Plan, der Liste, dem Wunschzettel, der Empore, im Rampenlicht, von Anfang an. Vorhang auf für das große Land. Bühne frei für ein neues Abenteuer, in der Ferne, weit weg vom Bioladen um die Ecke, in einer anderen Dimension… (der fünften)…
Doch ganz ehrlich, so ganz genau weiß ich selbst nicht mehr wie das damals alles begann…

Anno 2009…
Eine Gruppe junger Wilder bester Laune erfreut sich des Sonnenscheins und stürmt geradewegs auf die Eisdiele zu, zur Feier des Tages, mitten in Berlin.
Es ist Hochsommer und die Energie ist hoch. Vorfreude und Spannung geben sich das Stelldichein, tanzen gemeinsam in der Hitze des Moments, und Neugier winkt von weitem mit einer Kugel Kokoseis, feierlich, als wolle sie sagen: Ich möchte bei der großen Sause dabei sein, kann ich mich zu euch geselligen?
In der Tat steht eine Sause bevor, eine massive, dicke, fette, geheime, nur von Eingeweihten besuchte, Sause. Das Sea U Site 2009. Die unglaubliche, dreizehnte Fusion ist gerade mal ein paar Wochen her, wo Michael Jackson sich verabschiedet hat und die selbsternannten Würfel Mutanten ihm die letzte Ehre erwiesen haben, indem sie die gesamte letzte Nacht auf grün beleuchteten Wassertanks spielten – und zwar mit Stöcken, Campinglehnen, Flaschen, Füßen und was sie nicht noch alles auftreiben konnten. Das Sea U Site hingegen beginnt am gleichen Ort, dem Kulturkosmos-Gelände, mit einer Schnippseljagd. Wo ist die Sea U Site? Folgt den Zeichen und nicht dem weißen Kaninchen, ihr Trottel. Ist hier der Grundstein gelegt worden?
Die Inspiration kommt seitens einer ganz besonderen Frau, oder sie bringt nur den entscheidenden Wink und die Idee befand sich bereits in meinem Kopf oder dem Herzen; weise und geduldig wartend auf den Moment der Aktivierung.
Fakt ist, das wir beide uns von Anfang an lieben und gemeinsam nach Indien fahren wollen. Wir verleben ein ganz besonders Festival miteinander, das uns eng verbindet – wann genau das Thema Indien zur Sprache kommt kann ich nicht mehr sagen, doch es wird in den kommenden Monaten nach dem Festival geschehen sein.
Ich kann auch nicht mehr sagen ob sie bereits selbst hinflog und dann im kommenden Jahr nach ihrem Trip bei mir einzog, sicher ist nur, das ich nach meinem ersten großen Reiseziel suche und sie bei mir den Sommer über wohnt, bis wir uns hart zerstreiten und ich aufgrund von psychischem Stress im Herbst des selben Jahres (wir reden jetzt von 2010, meine werten Leser, nur um keine Verwirrung zu stiften. Verwirrung schummelt sich gerne unters Volk, in Kneipen und nicht selten in unfertige Texte), mithilfe eines plötzlich aus dem Nichts auftauchenden Fremden, der einmal als Steward bei Lufthansa gearbeitet hat, für ein anderes Land entscheide. Wie die Geschichte weitergeht, wissen alle die diesen Blog gelesen haben, mich mal zufällig in einem merkwürdigen Winkel dieser Erde getroffen haben oder sich gut aufs Raten verstehen. Es gilt die Devise: Psychatrie oder Ferne. Es geht um Leben und Tod. „Warum nicht alleine nach Indien fliegen?“, Hey, hey hey, Zuhörer in der elften Reihe, Sitz 11, du auf dem billigen Platz, ich muss dir sagen: Gute Frage.
Es hat zutun mit der Intuition nehme ich an. Die kommt hier noch öfter vor, mal nebenher bemerkt, sie ist vermutlich sogar die heimliche Hauptrolle, denn sie ist mittlerweile äußerst präsent…
Irgendwie ist da vor sieben Jahren, siebzehn Wochen, und n paar Zerquetschten, Angst im Spiel. Unter anderem. Doch im Grunde ist es ja dieser Fremde der meint: Dieses andere Land da, noch ne Ecke weiter, kann ich mir gut für dich vorstellen.
Das wird dir bestimmt gefallen.
In wie vielen Träumen wandelte ich bereits an einzigartigen, seltsamen, magischen, mystischen oder farbenfrohen, doch in jedem Falle fremden Orten durch Indien. Fremd und doch vielleicht seltsam vertraut? Da gab es diesen einen Traum, in dem ich durch endlose Gänge voller Kleider und anderer Dinge, alles skurril verwinkelt, auf der Suche nach irgendetwas oder jemandem oder überhaupt gar nichts, Teppiche streifend, durch den indischen Traumkosmos wandelte.
Es war immer im Hinterkopf, jahrelang, bis es von diesem anderen Land, und anderen Zielen endgültig verdrängt wurde. Jetzt war es raus aus dem Kopf. Kam nicht mehr in Frage.
Wie gelangte es denn dann nun aber wieder auf die Agenda, den Plan, die Liste, den Wunschzettel, die Empore, das Rampenlicht? Gar nicht. Es brach geradezu gewaltsam, urplötzlich, aus dem Nichts, wieder auf, brach ein, donnernd wie ein Hochgeschwindigkeitszug, als wolle es sagen: Du kannst mir nicht entkommen, du kleiner Wicht! Oder auch: Hey, naa, mich vermisst?
Das es von so einer völlig anderen Ecke reinrast, nachdem ich es bereits losgelassen hatte, ist absolut erstaunlich und überraschend. Ja es überrascht mich sozusagen auf eine wirklich ganz erstaunliche weise. Mir fehlen die Worte. Ich bin sprachlos. Völlig verblüfft.
Was mich mit diesem Zug immer schon verbunden hat, ist die Musik. Der psychedelische Klang der Sitar, damals, nie zuvor gehört, auf dem majestätischen Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band, back in 2003, um, so vermute ich, ganz an den Anfang zu springen. Dann die Ozric Tentacles und Thievery Corporation, auf deren „Cosmic Game“ sich die indische Sängerin direkt in mein Herz singt, mich im Sturm erobert (und später andere, was mich zu dem Schluss bringt das sie für mich zu den besten der Welt zählen).

Die Musik.
Und diese bringt mich auch wieder auf die selben Gleise mit dem Zug – wir prallen erneut aufeinander, verschmelzen in der Musik, dem ekstatischen Tanze, in einer Kollision der Extraklasse, eine Explosion, ach was schreibe ich… Dieser Tag, diese Stunde, dieser Moment als wir aufeinanderprallen, kann nur als hell strahlende, gewaltige, konfetti-lastige Supernova im Sternquadranten Knallbunt 55,77 bezeichnet werden. Mit einem atomaren Vollkacharo stirbt das Alte und wird das Neue geboren. Sonderbare Wesen mit Tentakeln und einem intergalaktischen Sinn für Humor schnappen sich ihre letzten glutenfreien Himalaya-Salzstangen, zart gedünsteten Gemüsechips und Kosmobucha, mit einer Reife die einen an den Rand der Hypersinnlichkeit befördert (Raum der Tetrakraftfelder, nicht zu verwechseln mit der Ultrasinnlichkeit, Anm. der Red.), und genießen die Show.
Wir schreiben den 2.Nov 2017, und seht doch! Die humanplanetarische Leberreinigung nach unserem berühmten Mr. Moritz, sorgt für außergalaktische Progressivität* in Angelegenheiten der Entgiftung und Ernährung, die zu einem enormen Höhepunkt führt, noch durch gleichzeitige Darmsanierung und Nierenreinigung auf die Spitze getrieben! Meine Yings und Yangs, Tentakel und Veganer, das ist hier nicht irgendein Firlefanz aus der achten Dimension, das ist eine neue Folge von „The Living Phenomenon und der Kakao der Dreifaltigkeit! Oder wie der Flummi über den Boden fliegt!“ Ja, genau, seid euch darüber im Klaren, das hier die Gesetze des Außerordentlichen außer Kraft gesetzt werden, und kein Kakao mehr fermentiert wird! Übertragen auf Sirius 5, Beteigeuze 42, dem neunten Quadranten der schleimigen Kröte, Schlaraffenland, Alpha Centauri, den Pleiaden und heute ausnahmsweise sogar einem kleinen Reissack namens Bancha Bio. Eine sich wie Kaugummi hinziehende Woche dauert es bis die außergalaktische Progressivität ihren Höhepunkt erreicht. Involviert sind hier Lord Unruhe, Dr.med phil. Insomnia, Bio-Datteln und ein unheimliches Streitsgespräch. In Folge des Konflikts tritt unsere heiß diskutierte Mrs. Unsicherheit, gerade aus dem Urlaub zurück, aufs Schachbrett und bringt alles noch mehr durcheinander. Nun findet die Befreiung statt. Doc Insomnia gibt nochmal alles, die Dampfe kehrt zurück und großer Rappel geschieht.
Doch schaut selbst.

Alles ist in Bewegung. Schreibtisch und Notizen werden endlich geordnet, er denkt an alles was er jemals wollte, und führt ein langes Telefonat mit seinem Cluster, und findet heraus, findet heraus, findet heraus. Die halbe Nacht in den neuen Monat, zur Halloweenschen Geisterstunde, verbringt er klärend, räumend, ordnend, strukturierend.
Besorgt CBD, und die außergalaktische Progressivität findet endlich ihren Höhepunkt.
Das Menü: CBD, ein kleiner Espresso mit Kokosmilch, die zeremonielle Dosis unfermentierte Kakaomasse aus Belize von Rohkao und 15 Kakaobohnen über den Abend verteilt.
Die Nacht davor kaum ein Auge zu bekommen, er hat. In für ihn typischer Hektik klappt alles im letzten Moment, die Bereitung des Kakaos geschieht etwas hastig und nach dem Abendessen.
Doch alles ist gut, denn alles ist late. Tikki Masala spielt. Hallo, Intuition (ja, hier ist sie wieder) und hab vielen Dank.
Qi Gong und Stretchings bilden den Auftakt, in einer gemütlichen kleinen Ecke am Rand, nahe der Säule.
Jetzt seht ihr es: Alles schüttelt, alles dreht, alles schwitzt, alles tobt. Der indische Breakbeat holterdipoltert durch den Kosmos und lässt alle Sterne leuchten.
Und inmitten der Szenerie die Dampflok, die Kollision, das Innehalten, so hin etwa wie damals bei der Reincarnation 2010, als die halbe Shiva richtig losdonnerte und ihm einen trockenen Orgasmus bescherte, gerade als der Bass von unten zurückkehrte, den Boden unter den Füßen zerschmetternd und alle Gedanken in Stücke zerfetzend.
Ein Innehalten und plötzliches Visualisieren: Alle im Raum anwesenden zerplatzen, zerreißen. Explodierende Köpfe und donnerndes Grollen. Mörderische Wut. Und er denkt einfach nur: „Hey, was ist denn jetzt los? Ich liebe diese Menschen, ich bin gerne hier und dankbar für sie!“ Diese Gegenerkenntnis zu dem was vor seinem inneren Auge geschieht, hebt ihn auf eine andere Ebene. Er beginnt zu weinen.
Seine Schilderung, eine Liebeserklärung: „Da stand ich nun. Im Wechselbad der Gefühle. Auf die mörderische Wut (die seine Seelenpflegerin und jahrelange Begleiterin in existenziellen Angelegenheiten einmal ebenso anstoßend ins Spiel brachte wie das Wort Selbstsabotage), folgen Trauer und Tränen, und auf einmal verändert sich nicht nur meine gesamte Wahrnehmung, sondern auch meine Atmung. Ich verwandle mich.
Es ist mir alles egal. Weder irgendjemand in diesem Raum, noch die Vergangenheit oder Zukunft, oder irgend etwas ist noch von Bedeutung. Das einzige was zählt ist der Tanz. Unheimlich, gar düster, und total im Moment, schaue ich durch den Raum, und die besagte Atmung ist tief und schnell (irgendwo zwischen Feueratmung und Meditation, vielleicht entfernt vergleichbar mit dem Schnauben eines Bullen vor dem roten Tuch). Und ich muss an Black Swan denken. Genauso fühle ich mich. Ja, genau, das ist es. Ich bin der schwarze Schwan. Und ich rase, renne, tolle, drehe, springe durch den gesamten Saal wie es noch kein Irdischer zuvor gesehen hat. Die Säulen sind meine Tanzpartner, die lange Heizung meine Komplizin – alles dient der Beschleunigungshilfe – das der Schwan in den nächsten Gang schalten kann. Wie Katapulte, die ihn höher hinaus schleudern, in die weiten des Kosmos, higher and higher we go. Der Schwan schwimmt nicht länger, er fliegt. Und so geht das eine ganze weile. Die Bestimmung. Die Erinnerung an die Bestimmung. Das innere Kind. Ja, genau, ich wollte immer Tänzer werden, von Anfang an, als Michael Jackson das erste mal auf unserer Mattscheibe erschien, Anfang der 90er. Tikki hält den Musikwaggon kurz an, eine Pause, Durchatmen, es ist ganz schön anstrengend. Gut, das jetzt mal ne Verschnaufpause kommt. Aber während der nächsten Welle liebäugele ich mit der linken Säule am Ende des Saals… Und verwandle mich diesmal in Michael. Erstaunlich viele Bewegungen, Abwechslung und Stile, ich bin selbst erstaunt welch mannigfaltige Kombinationen ich hier zum Besten gebe – ich bin frei und war noch nie so frei. Mal frech, mal sexy, dann überaus witzig und komödiantisch, fast wie ein Clown, und dann wieder ganz seriös, fordernd, cool – und superschnelle Drehungen, nach oben, unten, rechts, links, vorne, hinten, wirbelnd, drehend, schiebend, gleitend, hart, weich…
Ja, das bin ich. Ich bin zurück. Ich bin wieder da.“
Draußen sieht er nach diesem Bombast einen Flyer: Goa Ecstatic Festival.
Und noch einen: Wutkraft.
Er weiß, das er dort ist. Er weiß, das er alles daran setzt, dort zu sein.
Dies wird in Fachkreisen mitunter als Zeitsprung oder Shifting Timeline bezeichnet.

„How is the situation with my Visa, visa Number…“ „Whos there?“ Ich nenne meinen Namen. „We know your name! Its in the work. 3 working days“… Hm, schnell rechnen, aha, das ist ein Samstag, der 30., das wird nichts, aber ich habe ja den Silvesterflug ohnehin längst aufgeben und mich stattdessen mit dem einen besonderen Soulmate verabredet, den ich damit zum ersten mal seit etwas über einem Jahr wieder sehe. Alles ist genau so, wie es sein soll (warum aber ist es so, das wir dazu neigen, dennoch wieder gern auf die Barrikaden zu steigen?).

Vertrauen, Mr. Vertrauen!

Tikki hat fertig gespielt. Der Closing Circle zuende. Alles ist hell erleuchtet. Michael „Black Panther Swan“ Jackson genießt das Jetzt. Ein bisschen ausgepowert, aber nicht zu viel; eine Linsensuppe im Visier. Und unterhält sich feierlich mit Makasi, völlig begeistert von der Tatsache das es gar nicht anders geht als auf diesem Festival zu sein.

Trust!!!
Das neue Jahr ist groß und ich bin ich dankbar es mit meinem Soulmate gemeinsam begrüßen zu dürfen.
„Hush. Its okay. Dry your eye. Soulmate dry your eye. Cause soulmates never die“ singt Brian Molko, als wir Placebo lauschen. Ich bringe sie zum weinen. Seit Jahren habe ich nicht mehr so ein wunderschönes Silvester erlebt. Um genau zu sein sechs Jahre. Da verbrachte ich es mit zwei anderen Soulmates in Marokko am Meer. Ansonsten gab es meistens nur die völlig sinnfreie Suche nach der perfekten Party, und wenn man dort dann tatsächlich mal landete, winkte Professor Überdosis mit seinem Hut und es gab den Absturz. Nein, diesmal sorgen wir dafür das wir uns vor Mitternacht in der Wohnung verbarrikadiert haben, die wir bis auf einen winzigen Gang zur Tankstelle am Neujahrstag, für geschlagene 42 Stunden (oder sogar etwas länger) nicht wieder verlassen.

Trust!!!
„Schick n Stoßgebet ans Universum“ sagt so oder so ähnlich der werte Pascal beim Ecstatic im Dezember. „Das mach ich schon die ganze Zeit!“, sag ich. Die Verzögerung des Visa ist eine Zerreißprobe, wahrlich, doch eigentlich ein weiterer guter Test in Vertrauen und Geduld. Das Universum gibt Rückendeckung. Alles ist gut. „Ich kann den Flug bezahlen, aber nicht das Festival“, sage ich. „Okay, pass auf, wir machen das so; du kommst in die Spaceholding Crew, da is noch genau ein Platz frei und es hat bis jetzt eh n Frauenüberschuss!“
Woah. Danke danke danke!

Trust!!!
Freudig betätige ich die Klingel meiner Postadresse, und ja, sie ist da, sie ist da.
Die Post. Der Pass. Das Visa.

„Aarg – wieso hast du dieses Kapitel mit diesen Worten nicht abgeschlossen?“
Hey, hey hey, Zuhörer in der elften Reihe, Sitz 11, du auf dem billigen Platz, ich muss dir sagen: Wieso gehst du nicht mal eben den Vorflur kehren, der hat schon seit etwa zwei Stunden keinen Besen mehr gesehen, und er ist äußerst Besenabhängig – also, bitte, er freut sich wirklich über deine volle, achtsame, liebevolle Aufmerksamkeit!“
Der Grund? Nun, wie auch bei jedem Ecstatic gibt es immer noch ein paar organisatorische Fragen zu klären…
Zum einen, Osho ist nicht der Erfinder vom Dance, doch das konnte ich zum Zeitpunkt der in äußerster Hektik verfassten E-Mail im Internetcafé Greifswalder Straße noch nicht wissen (ich ging davon aus weil mein erstes mal ein Mandala Dance und Tags darauf die Dynamic Meditation war, beides im Osho Center The Womb, Pai, und außerdem hat es funktioniert, das Wunderschreiben hat in der indischen Botschaft Berlin eingeschlagen wie die Fäuste von Terence Hill, und darauf kommt es an.
Die Frage wer den Dance wirklich erfunden hat, und wenn ja, wie viele, klärt sich im Kapitel über das Festival.

Trust.
Alles hat geklappt, alles ist genau richtig. Der Silvesterflug war eine witzige Idee (meine Reiseberaterin war so nett), doch viel zärtlicher und schöner die gemeinsame Zeit mit meinem Soulmate: Quasi der „Überflieger“…
Mein Dank geht an die äußerst freundliche Dame in der Botschaft für ihre tatkräftige Unterstützung, Geduld und Ruhe inmitten des Gewitters, und euch, werte Leser, die ihr noch viel geduldiger seid… schließlich war angedacht dieses Kapitel im Januar zu veröffentlichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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