Chapter4. Trip zum Pambok Wasserfall

Kraft der Natur! Öffne dich mir! Ich gebe mich dir hin und atme deine Klarheit, lasse sie sich in mir ausbreiten wie eine kalte Kompresse auf dem unruhigen Geist des Großstädters, o Wonne der Frischluft, Reinheit des Baches, die den Göttern entsprungen sein muss.

Seht doch! Ein Spalt öffnet sich zwischen den massiven Felsen und das Wasser prescht triumphierend hinab in eine natürliche Badewanne ohne Quietsche-Entchen, kratergleich! Ein Schauspiel, gleichermaßen friedlich und gewaltig, entgeht dem Betrachter nicht ohne Jauchzer, und wenn doch, möge ihn sofort und ohne Umwege, also gewissermaßen auf der Stelle ein Frosch bepieseln für dieses Verhalten, denn es ist schändlich, oh himmlische Achtfaltigkeit, die du kreislich geschlossen die Ewigkeit umspannst, mit deiner Güte und Herrlichkeit!

Da kommt er, eingehüllt in Stein, stolz und mit Hall, der rauscht durch die Umgebung, der Pambok Wasserfall!

Sein beruhigendes Rauschen umspült die stressgeplagten Ohren sanft, schenkt Entspannung in einer sonst so lauten Welt, lässt einen innehalten und sich besinnen.

Mein Ausflug dorthin lohnte alle Mühe. Alle Mühe, nachdem ich mit dem Fahrrad bergauf und bergab gedüst bin.

Die Landschaft von Nordthailand ist überwältigend.

Überall Wald, Wiesen, Bäume, Palmen. Und diese massiven Berge mit ihren fruchtbaren Tälern. Die Vegetation ist reichhaltig und das Klima ist weniger feucht. Nur die Temperaturunterschiede sind etwas anstrengend. Denn nachts kann es sehr kalt werden, während es tagsüber heiß ist.

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Die Straße vor mir zog sich endlos in die Höhe, ich versuchte alles herauszuholen aus meiner Fitness, doch die Kraft reichte nicht aus. Ich musste mal wieder absteigen und schieben. Mal wieder, weil dies keine Seltenheit ist, denn mein Fahrrad war zwar gar nicht mal so schlecht, aber seine Gangschaltung reichte bei weitem nicht für diese steilen Straßen aus. Doch bei aller Anstrengung: Die Belohnung ist jedes mal atemberaubend. Denn bei dieser Abfahrt erreicht man eine solche Geschwindigkeit, dass einem die Ohren schlackern. Ich liebe das. Da spüre ich die ganze Freiheit des Reisens und des Lebens – ja, durch die Berge heizen mit dem Rad ist himmlisch. Dem Himmel so nah.

Auf diesem Weg ging es viele male auf und ab, nur unterbrochen von Zwischenstopps, um die Weite der Landschaft einzuatmen. Schließlich traf ich am Parkplatz vor den Toren des Wasserfalls ein und ging zu Fuß weiter. Dem Flusslauf folgend, über eine niedliche, typischerweise schon halb zerfetzte Dschungelbrücke, lief ich in Richtung des Pambok, aber hob ihn mir noch für später auf, folgte stattdessen nach rechts oben einem Pfad, der hinter den Wasserfall führte, wo der Fluss seinen Weg fortsetzte.

Dort entdeckte ich zwei Becken, in die man eintauchen kann, süße kleinere Wasserfälle und die ganze Schönheit dieser Welt. Nun, ich war etwas spät aufgebrochen, was ein bisschen Schade ist, denn es lohnt sicher am Fluss noch weiter entlang zu wandern und mehr von der Gegend zu erkunden, bei all der Pracht!

Ja, ich war etwas spät und es würde bald die Dämmerung einsetzen. Deshalb musste ich rechtzeitig wieder zurückfahren.

Doch vorher…

Herrliche Kraft des Bergwassers, versorge mich mit neuer Lebensenergie, spende Klarheit, lass mich erwachen im Körper, Geiste und der Seele!

Zwar hatte ich das so lebenswichtige Handtuch vergessen, aber ich war ja nicht per Anhalter unterwegs und lasse mich auch gerne mal von der Luft trocknen.

Nachdem ich also eingetaucht war in dieses herrliche klare Becken, war ich bereit mir Pambok anzuschauen.

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Und im Anschluss daran ging es wieder zurück durch die Landschaft mit dem Rad, aber noch nicht nach Pai, erst stattete ich noch dem Rice Harvest Festival in Tacome Pai unweit der Stelle, an der man Richtung Wasserfall einbiegen muss, meinen respektvollen Besuch ab, der etwa zwei Stunden andauerte und wo ich u.a. wieder auf Pontes stieß.

Das Rice Harvest Festival fand vom 26. – 28.12. auf der Organic Farm statt, die übrigens auch eine Volunteering Farm ist mit einem recht preisgünstigen Angebot für die ersten vier Wochen und danach kostenfreiem Aufenthalt.

Nun, mir war nicht nach viel Trubel zumute, war ich doch gerade ausgiebig durch die Landschaft gerauscht. Aber eine schöne Farm, dass muss man sagen. Ich genoss das Abendessen dort, führte ein paar Unterhaltungen und zog dann wieder ab.

Insgesamt ein guter belebender Tag, den ich morgens mit dem Wechsel vom Giant Guesthouse ins KK Hut begann, nachdem mir James aus der Zirkus Schule dazu geraten hatte. Das KK Hut wird von sehr herzlichen, lieben Thais geführt und die Preise sind fast schon zu gut um wahr zu sein. Dabei ist sogar Frühstück inklusive.

Zudem traf ich vor dem Trip in Pai noch auf einen Traveller, der mir von etwas speziellem berichtete; Dem Wat Tam Wua, einer Tempelanlage auf dem Highway Richtung Mae Hong Son, der unbegrenzte Retreats auf Spendenbasis anbietet, d.h. man kann kommen, so lange bleiben und so viel geben wie man möchte. Großartig! Genau was ich gesucht habe.

So wurde an diesem 27.12. nicht nur Klarheit in meinem Kopf geschaffen, sondern auch ein weiterer Grundstein für diese Reise gelegt, ich sagte ja im letzten Kapitel dass die Sache mit der Meditation als einziges noch fehle (und eine angenehme preisgünstigere Unterkunft).

Kraft der Natur! Eröffne dich mir! Spende mir Gelassenheit und neue Kraft! O Wonne der Frischluft, Reinheit des Baches, die den Göttern entsprungen sein muss!

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