Chapter 1. Ankunft in Thailand

Bangkok.

Flughafen.

Zahlreiche Neuankömmlinge strömen zu den Schaltern, welche jene letzte Barriere markieren, bevor es mal wieder heißt; es wird heiß im Land des Lächelns. Denn draußen erwartet dich die Hitze der Nacht, die schwüle Brise der Hauptstadt, meist bestehend aus einer Mischung aus Abgasen, Müllgestank, exotischen Gewürzen und Tiger Balsam.

Ich bin zurück. Zurück in meinem Traum, mir schien es ein ganzes Leben her zu sein, doch ist es anscheinend präsenter als ich dachte.

Die Neuankömmlinge rücken langsam vor, Schritt für Schritt ins Paradies. Aus meinen Kopfhörern schwingt der sanfte Klang des ersten Albums von Ulrich Schnauss in meine Ohren, ein Prickeln fährt durch meinen Körper, warm und angenehm, ich bin gleich dran.

Dann geht alles sehr schnell, so schnell wie nie, und ich warte auch nur geringfügig lange auf meinen Rucksack.

Glorreiche Brise, die du durch meine Nasenlöcher strömst direkt ins verwirrte Hirn, dass noch nicht so richtig weiß, was eigentlich los ist im Hause Jones.

Das Unübliche, doch Übliche, da schon zum zweiten male, dummes Hirn.

Ankunft in Thailand.

Ja, diesmal ging alles viel schneller, musste ich doch beim letzten Trip fast einen halben Tag in Doha zubringen, weil ich erst so spät gebucht hatte.

Diesmal gab es nur zwei Stunden, die wie im Fluge vergingen, in der Zwischenwelt Abu Dhabis… und in den Maschinen selbst konnte ich mir die Zeit einmal mit Liebesgrüßen aus Moskau und das andere mal dem neuesten Batman vertreiben, nur unterbrochen von leichten Turbulenzen hier und da, was dem Film durchaus entsprach.

Nun, nach 16 Stunden letztendlich, mit etwas Verspätung also…

Bangkok.

Flughafen.

Ich spreche zwei Deutsche an, ob sie eine Ahnung haben, welcher Wechselkurs der richtige auf der Anzeige ist, also der, den man am Automaten ausgezahlt bekommt, und sie scheinen noch weniger irgendeinen Schimmer zu haben, als ich, aber so ist das eben mit Schimmern, auf die ist kein Verlass, verdammte Saubande.

Was solls, ich komme also mit Moe und seinem Kumpel ins Gespräch, die zur Kao San wollen, aber schon wieder kleinen blassen Schimmer haben, wie, in diesem Falle aber ich. Mit dem Zug nämlich, nicht mehr mit dem Bus, der wurde abgeschafft.

Nun, ist auch viel bequemer, preiswerter, schneller und überhaupt, da weiß man doch wie der Hase läuft und woran man ist.

Schon bald stehen wir auf dem Endbahnhof und treffen auf zwei weitere Deutsche, ein Pärchen, dass etwas älter ist als wir es sind, die sich ein Taxi bestellen möchten, wo wir uns natürlich sofort dranhängen und bääm – Kao San Road.

Wie habe ich die gehasst beim ersten mal, völlig überfordert war ich von den Eindrücken, all die übertriebenen Lichter, die wahnsinnigen besoffenen Engländer und all die Leute die einem was verkaufen wollen – ganz besonders die verdammte Pussy Show.

Irgendwie vermisse ich die Aufregung, ja ich bin gut drauf, alles super glatt gegangen, kaum was bezahlt für den Weg bis zu Kao San und interessante Gespräche innerhalb der kleinen Reisegruppe, die sich gebildet hat. Aber irgendwie ohne diese prickelnde pochende mächtige Aufregung vom ersten mal, was nur eins heißen kann; es ist wie beim Sex!

Nun, ich weiß wo ich hin will und es ist kurioserweise direkt gegenüber von dem Hotel welches sich die beiden Jungs ausgeguckt haben. Dieses ist jedoch viel zu teuer und sie riskieren einen Versuch mir zu folgen in das; Peachy Guesthouse.

Dies hat Doppelbettzimmer mit Fan für 160 Baht (ziemlich genau 4 Euro), was das Langzeit-Backpaper-Herz doch mehr als erfreut, junges Volk da draußen, oder wie oder wer oder watt oder wieso eigentlich oder nich?

Dafür sind die Betten hart wie Beton, aber es ist dafür ein wenig abseits gelegen von den totalen Tourimeilen.

Also, die folgenden zwei Tage und drei Nächte insgesamt verbinge ich in Bangkok und gegenüber dem ersten male muss ich doch sagen, gibt es zwar weniger prickelnde Aufregung, dafür aber umso mehr Gelassenheit, die dem jungfräulich empörten Chaos entschieden entgegen tritt mit einem HaHa! Erschrecken tust du mich nicht mehr, du alte Hauptstadt-Sau! Ja, wirklich, ich bin geradezu überstürzt geflohen vor zwei Jahren aus diesem Moloch, dass mich fressen wollte wie hungrige Monsterspinnen eine kleine sensible Ladyboy-Fliege.

Doch nun, ich genieße die Zeit, gehe abends noch mit der Kurzzeit-Reisegruppe ins Jazz Happens! wo eine Funky Band guten Sound zum Besten gibt und schlendere mit den beiden Jungs sogar über die Kao San, wo Pad Thai mir den Abend zu versüßen versteht.

Am nächsten Tag gibt es dann weiteres Schlendern, und eine wirklich gelungene belebende liebliche Thai-Massage, woraufhin der zweite Tag zum Ausflug ruft: Besichtigung des Grand Palace und Wat Pho, des Tempels, der den liegenden Buddha zu bieten hat und dieser Trip ist wirklich sein Versprechen wert; golden schimmernde und in allen Farben strahlende buddhistische Bauten, die einen so vereinnahmen, dass man eigentlich gar nicht mehr weg will, so geht es mir jedenfalls immer, zumindest kann man sich daran wahrhaftig nicht satt sehen, so viel steht fest.

Ich habe früher Tomb Raider gespielt, ich war süchtig nach diesem Computerspiel, und die Realität sieht definitiv besser aus. Nur fehlen mir leider ein bisschen die Rätsel, die ich lösen muss, der Ruf des schicksalshaften Abenteuers, bei dem es verborgene Schätze und längst vergessene Artefakte zu entdecken gibt.

Nun, es ist auch kein Wunder, bei all den Touristen, das gleiche Problem hatte ich schon in Angkor Wat, Kambodscha. All diese Assis… oh, ich meine natürlich Touris.

Am wohlsten fühle ich mich immer wenn ich alleine neues entdecken kann, da wo keiner sonst hingeht, verweile und alles in Ruhe beschaue. Ja, das ist es. Den einen Abend in Bangkok lief ich durch einen andere Tempelanlage nahe der Kao San, da schien schon geschlossen zu sein, es gab allerdings eine Pforte, die geöffnet war und ich stürzte mich ins Vergnügen… es war schon dunkel und der Hauch des Geheimnisvollen haftete der Szenerie an, es war schön, ja das hat Spass gemacht.

Und kurz darauf durfte ich Teil einer chinesischen Zeremonie werden, bei der etwa hundert Menschen einmal um den Block liefen, angeführt von ein paar Mönchen und die schließlich endete an einem hübschen chinesischen Wat. Das war beeindruckend.

Also…

Ich erkundete Angkor mit dem Fahrrad, was kaum ein anderer Irrer sonst allen Erntes machen möchte denn der Wankende wird dabei seinen Verstand verlieren, ich entdeckte eine Volunteer Farm in Pai, auf die ich zurückkehre um mein dort verlorenes Herz zurückzuholen, ich schwang den Feuerstab wie ein tollwütiges Eichhörnchen an einem pornösen und nicht mehr ganz legalen Strand und flitzte todesmutig über die Full Moon Party – der wohl mit Abstand abartigsten Feier aller Welten, ich kletterte über eine halb nicht mehr existente Brücke mit einem 20meter Abgrund darunter und was mag wohl als nächstes kommen… bleibt dran wenn es wieder heißt; Paolo Jones macht Südostasien unsicher und alle englischen Mädchen müssen entsetzt fliehen, denn sie haben keine Chance!

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Ralf
    Dez 29, 2012 @ 01:51:56

    Das ist ja fein … tanz weiter tollwütiges Eichhörnchen und komm‘ gesund wieder … derRAlle

    Antwort

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