Chapter 13. Pai

 

Why Pai?

 

Ich wusste schon vorher, wo ich hinwollte, weil mir ein Paar aus Hamburg den Tip gegeben hatte.

So traf ich am Montag, den 31.Januar in dem kleinen Dorf Pai nahe Chiang Mai, in den Bergen ein.

Schon der erste Eindruck war großartig, aber als ich die Jungle Farm aufspürte, konnte ich meinen Augen kaum noch trauen.

Alle Informationen waren korrekt :

Arbeiten auf der Farm und dafür wirste versorgt und musst nichts fürs Übernachten bezahlen.

 

Genial.

 

Ich wurde von Joe zu einem Tippi geführt, wie geil, leben wie ein Native!

Die folgenden vier Tage erkundete ich erst einmal die Gegend, um alles kennen zu lernen, dabei stellte ich fest, dass ich definitiv am richtigen Ort eingekehrt bin.

Solch einen Ort habe ich gesucht, endlich kam ich an.

Ich leihte mir ein Fahrrad aus, genoss frittierten Reis mit Gemuese und hatte erheblich mit dem Klima zu kämpfen, da es nachts bis zu 7 Grad herunterging und ich dass so gar nicht mehr gewoehnt war!

 

Arbeitstechnisch lief deshalb noch nichts, abgesehen von den paar Strohmatten, die ich gleich zu Beginn mit hochschleppte und einem halbstuendigen Aufrauemen des Bodens, auf dem tausende Spaehne und Bambusreste herumlagen, die von der Arbeit am Bar Haus stammten. Letzteres war am dritten Tag und ich bekam dafuer freundlich vom Berg Thai (der kein Englisch sprach, sich aber sehr bemuehte mit mir zu kommunizieren) Sangsom (DEN Thai Whisky) gereicht, welchen er offensichtlich sehr liebte.

 

Ansonsten war ich mehr als angetan davon im Tippi zu schlafen und genoss die Abende an denen ich krampfhaft versuchte das Feuer anzukriegen (ich scheiterte klaeglich, was nicht nur daran lag, dass die Stoecker feucht waren). Ich benutzte erst mein Oel, spaeter nur noch etwas Papier.

 

Diese Ruhe! Dieser Frieden!

 

Ich brauchte ein bisschen, um einen gescheiten Zeitpegel zu erreichen, am Anfang war es so, dass ich sehr spaet wieder in der Farm eintraf, nachdem ich im Dorf die einzigartige Atmosphaere aufgesogen hatte, die zu beschreiben mir wohl kaum gebuehrend gelingen wird.

 

Es ist einfach so, dass es kein Wort dafuer gibt.

Ich kann nur sagen, dass es bezaubernd ist, Zauber ist kein schlechtes Wort. Doch im zweiten Kapitel mehr.

 

In meiner zweiten Nacht bekam ich einen Schlafsack und zwei Decken von Joe, das war bitter noetig, die erste Nacht hatte mir beinahe die Supererklaeltung eingebracht, fortan hiess es dennoch immer Schniefen, Husten… einfach zu heftig der Temperaturwechsel.

 

Doch noch mal zum Zeitpegel:

Generell ist es so, dass die Arbeit auf der Farm morgens bis mittags und nachmittags erledigt wird, was ich erst mit der Zeit kapierte.

Aber es ist logisch, denn es wird einfach zu heiss zwischen 11.30 und 15.30 Uhr.

 

An diesen Lebensrhytmus muss man sich erst einmal gewoehnen, doch wenn es dann verinnerlicht ist, macht es umso mehr Spass.

 

Mae Yen Valley

 

Am Donnerstag (Tag 4) machte ich den Trip zum Mae Yen Wasserfall.

Wie sich herausstellte, war ich nicht der einzige und so ergab sich eine fetzige Truppe, die hauptsächlich aus Italienern bestand (ohh diese Frauen…).

 

Sie waren schon vorgegangen während ich noch an meinem Kaffee muemmelte, traf aber sehr schnell dazu.

Der Italiener mit der verrückten Brille war irre witzig, ein klasse Typ, er riss andauernd Witze (bei der Gelegenheit ein Gruß an den Herrn Minuzzi), während der zweite eher der ruhige war (und kaum Englisch sprach). Nummer Drei war eine Frau die Deutsch sprach, wir unterhielten uns viel über die Natur und die Berge und wie das Leben sei.

 

So schritten wir voran.

Der überwältigende Naturpfad entlang des Pai Flusses war eine einzige Offenbarung.

Manchmal geht es weg vom Fluss ein bisschen bergauf, manchmal geht es durch den Wald, manchmal muss man an dicken Felsbrocken klettern um voranzukommen.

Dabei kreuzt man immer wieder über kleine Steine springend den Fluss (andernfalls füllen sich die Schuhe mit Fröschen, Steinchen und kristallklarem Wasser).

 

Wie lange ist das her dass ich solch einen Wandertag mitgemacht habe?

Wunderschön!

 

Und dass mit so einer lustigen Truppe, in die ich gut hineinpasste.

 

Der Weg wird immer verzwickter, immer ursprünglicher, das Vorankommen schwieriger.

Und es dauert zweieinhalb Stunden bis der Wasserfall erreicht ist.

 

Und wenn er dann erreicht ist, ist klar, wieso man den langen Weg auf sich genommen hat, auch wenn gesagt werden muss, dass es auch ohne dieses Ziel ein herzhafter, knackiger Weg ist, den das Abenteuerherz mehr als zufrieden stellt.

 

Um am Wasserfall hinauf zu gelangen, ist es erforderlich, richtig zu klettern, denn es geht steil aufwärts.

Der Italiener mit der verrückten Brille war gleich oben, ich hingegen ließ mir noch Zeit und machte die Tour etwas später.

 

Die Frau in der Truppe schmierte Toastbrote die zu erstklassigen Sandwiches wurden. Hammer! Das sollte das erste mal sein, dass ich ein Brot mit Käse, Tomaten, Gurken und Fisch zu mir nahm. Es ist zwar nur Toastbrot und Toast-Käse, aber trotzdem!

Überhaupt hat Pai ein paar Bäckereien, doch nur eine ist Weltklasse, warum? Nun, weil es ein Italiener ist, der sie leitet!

 

Nachdem wir die Rast beendeten und genug vom Wasserfall hatten, traten wir den Rückweg an und da wir die Energie des Berges in Form seines belebenden Wassers aufgesogen hatten, waren wir viel schneller.

Und es war uns fortan egal ob unsere Schuhe nass wurden, wir schritten bewusst und mit viel kindlicher Freude direkt über den Fluss ohne uns länger damit abzugeben, die Steinchen zu benutzen.

 

Das war ein brillanter Trip, der den Geist belebt!

 

Weiter mit Pai geht es Kapitel 18.

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