Chapter 15. Relax

 

Tja.

 

Die letzten zwei Wochen der Reise.

Nachdem ich in den ersten zwei Tagen nur geflucht habe und wieder nach Pai wollte, brachte eine Wink des Schicksals mich zu wohl einem der besten Plaetze auf der Insel.

 

Dies alles zu verdanken einem Hollaender.

Auf dem Weg dorthin sammelte ich noch einen Herrn aus Belgien ein, der statt einem haufen Schotter nun einiges sparen darf.

150 Baht fuer einen Bungalow, die Besitzer lassen sich Mama und Papa nennen und wir haben ein Digerdidoo und zwei Gitarren.

Das ganze bedindet sich in Haad Chao Phao im Norden, eine ganze Ecke weg vom Partyzentrum, was die beste Entscheidung war.

Denn im ersten Teil der Reise gab es genug davon, so dass ich nun einfach nur noch in meiner Haengematte liegen moechte um Terry Pratchett zu lesen.

 

Ich erlebe so auch ein ganz anderes Phangan, ein Phangan, dass scheinbar noch den hauch aus der Zeit besitzt, den es vor zehn Jahren hatte.

In der Naehe ist eine Reggae Bar nach der anderen und Live Musik. Ein bisschen wie Pai auf dem Thailaendischen Hawaii?

 

Ja, die Leute sind eher auf Yoga und Relaxing aus, auf Gesundheit und Ruhe und es ist viel einfacher in eine gute Unterhaltung zu kommen.

 

Ich werde mir ausser zu entspannen jedoch noch ein paar Sachen anschauen, den Norden der Insel kenne ich ja nicht und das Fahrrad steht bereit.

So alles in allem muss ich also sagen, dass die erste Haelfte der Reise viel zu viel Geld weggegangen ist, weil der Abschnitt wo ich war, viel zu teuer ist.

Aber so ist es nun.

Man braucht beim ersten mal die Zeit um alles zu entdecken und zu realisieren wie die Dinge laufen.

 

Ich empfehle definitiv NORDEN.

Norden von Thailand, Norden von Phangan…

So neigt sich diese Unternehmung ihrem Ende und ich bin voll von wunderbaren Ereignissen.

 

Insgesamt gefaellt mir die zweite Haelfte in jedem Fall besser.

 

Ein paar Ergaenzungen kommen noch -vielleicht- und die fehlenden Abschnitte (Kapitel) gibt es wohl erst in Deutschland, bei Interesse bei mir abzuholen.

 

danke an euch, die ihr ab und an hier gelesen habt.

bis bald.

Chapter 14. The Pai Jungle Farm

 

Tja. Jetzt ist Dienstag Mittag (08.02.) und ich mache Notizen.

Diese zweite <Woche> bin ich voll in Pai gelandet. Die Seele ist da, ich weiß was im Garten auf der Farm zu tun ist und was heute noch auf dem Programm steht ist die Reparatur des Feuerstabes, beziehungsweise das Anbringen des Kevlars aus Europa. Wie geil oder was… Der neue Volunteer aus Frankreich hats gerichtet, guter Mann.

Und im Natural Mystic hieß es vormittags für drei Stunden> The Bakerman is bakin bread, und was für eins.

Dieser Ort beweist einmal mehr seine Kraft darin, den Blues zu haben.

Pai hat den Blues.

Und es ist ein magischer Ort.

 

Morgens, wenn die Sonne anfängt sich über das Tal zu erheben, steigt der Dunst des Berges auf, und taucht die Welt in einen Zauber, in ein Meer aus Helle, eingehüllt wie die Braut im Kleid.

Eine mystische Eigenart spiegelt sich in den Menschen wieder, wie eine ganz natürliche Trance, die dieses Schauspiel mit sich bringt. Ich dachte nicht nur einmal an Hexen und Zauberschulen, ganz verborgen im Wald, so wie den Gott des Waldes in Gestalt eines Hirsches und eine Menge Wichte und dergleichen.

Das Tee Haus <The Good Life> bietet so viele Arten Tee wie ich es noch nie erlebt habe, für alles, ganz besonders hervorzuheben die Heilelixiere, wie in einem Hippie-Kurdorf.

 

Doch es ist die Natur, die einen mitnimmt, sich in einem ausbreitet und ganz und gar in Beschlag nimmt.

Diese Berge….

 

Seht doch…

Spinnen weben rote Netze, die im Licht fluoreszierend glänzen,

Rauch steigt auf, nur ist es gar kein Rauch,

es ist der Wald der taut

 

Pferde galoppieren, Katzen spielen verrückt

Pai, das muss ich sagen, du hast mich schwer entzückt!

 

Ein Platz zum Bleiben.

Ein Ort zum Verweilen

Holz sammeln gehen

Und weiter Entstehen

 

Weiter Entstehen

Dem Geist Freilauf schenken

Einfach nur leben

Und nicht so viel denken

 

Nachts ist es Kalt

Und tagsüber heiß

Ringherum Wald

Und Unser Fluss

 

Der Pai Mountain River

Pfeifen im Wind

Da kommen die Leute

Und Laufen Geschwind

 

Zum Mae Yen vor Mittag

Zum Klettern Und springen

Übers Nass und Felsen

Zum Vergessen All den Dingen

 

All den Dingen im Kommerz

Ich vertraue dieser Welt

Hier in Pai da liegt mein Herz

Vergiss, vergiss das Geld!

Roots!

 

Und nun die Aktualisierung, weiter im Text… (13.02.)

 

Da gibt es diesen Titel <Lonesome Town>, der mir just in diesem Moment im Ohr klingt, der super zu Pai passt.

 

Die Sache ist die, dass dieses kleine Dorf wirkt, als wärst du in einem dieser Western-Filme, wo einer dass Brot backt, einer die Kleider näht und ein dritter den Tee zubereitet und so ähnlich ist es tatsächlich.

Pietro ist der Bäcker, der italienisches Brot im eigenen Steinofen meisterlich erschafft, dazu noch himmlische Brownies, Muffins (Banane, Apfel oder Schoko) sowie (wie sollte es anders sein) Mini-Pizza.

 

Einmal besuchte er die Farm und so erhielt ich Kenntnis von seinem Wirken: mir war schon vorher der Name seines Hauses <Natural Mystic> ins Auge gesprungen und ich hatte es aufsuchen wollen, nur war ich nicht dazu in der Lage gewesen, weil ich es schlicht übersah.

 

Das ist wieder diese Magie … egal was passiert wäre, wir hätten uns auf jeden Fall getroffen. So läuft das in Pai. Menschen die zusammengehören, werden auch verbunden… das funktioniert ganz hervorragend.

 

So suchte ich ihn am Freitag (Tag 5) auf, um sein genüssliches Knoblauchbrot (von allen geliebt) zu verzehren. Ich traf ihn aber erst später bei sich im Mystic, an diesem Tag musste ich im hinterherlaufen, da er mit seinem Karren das Dorf mit seinen Waren beglücken ging.

 

Doch nun mal etwas generelles.

Die ganze Zeit in Pai war so gut, dass ich gar nicht mehr alles so genau weiß und berichten kann, ein Indiz dafür dass jeder Tag seine eigenen Qualitäten und wunderbaren Momente in sich birgt.

 

Ganz besonders einmalig entwickelte sich die Zeit aber ab meinem ersten richtigen Arbeitstag, dem Fr, 04.02.

 

Nachdem ich meinen Zug umgebucht hatte (da 7 Tage in jedem Fall viel zu kurz gedacht war) und den Kanadier Mett zum ersten mal getroffen habe, wurde ich auf der Farm angewiesen beim Gießen des Gartens behilflich zu sein, an diesem Tag aber besonders> meine Aufgabe war es, mit einer Gießkanne alle Beete und Pflanzen mit Wasser zu versorgen, dass ich jedes mal vom Fluss holte und dann einen einzigen Teelöffel von speziellem Fluessigduenger dazugab. Das ganze dauerte zwischen anderthalb und zwei Stunden, kann aber auch länger gewesen sein, man vergisst eben die Zeit.

 

Die Kanne war recht schwer und es war mühsam immer zum Fluss zu gehen, aber es war klasse etwas zu tun und das Ergebnis zeigte sich innerhalb der nächsten Tage rasch.

 

Tags darauf tat ich die gleiche Arbeit nur diesmal mit dem Schlauch, was meine Standardbeschäftigung wurde. Ab und an spülte ich auch das Geschirr und das ist eine Menge, bei der Anzahl der Leute.

 

Ansonsten gab es noch Strohsammeln, Kaffee machen für die Gäste und für mich selbst gab es immer eins zu tun> Holz sammeln für das Tippi Feuer am Abend.

 

Mit der Italienerin, die meist das Kaffeenest schmiss, verstand ich mich hervorragend, doch leider schaffte ich es nicht, mit ihr zusammen meine Hose fertig zu bekommen (ich wollte wieder anfangen mit nähen, was ich in der Schule gelernt habe und jetzt Jahre nicht praktiziert hab).

 

Sie spielt auch Feuer und dass sehr elegant, ich habe sie am ersten Abend in Pai spielen sehen. Ach> am ersten Abend, das habe ich ganz vergessen, durch ein kleines Fest am Ufer des Flusses nahe der Brücke, bin ich so gut an diesem Ort gelandet.

Mit guter Live Musik > Gipsy Musik, mit einem großen warmen Lagerfeuer und den Franzosen, mit denen ich im Bus von Chiang Mai gesessen hatte.

 

Ja, Mensch, vieles ist schon nicht mehr so präsent…

 

Nun, wo war ich?

Ach ja, dem Kaffee Nest und der Italienerin.

Allgemein ist es schade, dass ich so lange gebraucht habe auch einen Draht zu den Thais und Joe auf der Farm herzustellen, erst in der letzten Nacht begann das zu funzen…, mit den Farang verstand ich mich gut und am Sonntag abend traf ein neuer Volunteer ein, mit dem ich am Montag den 07.02. Joes Spezialpflanzen speziell spezialisierte.

Wir lockerten die Böden und brachten um sie herum Stroh an, das war ein guter Job.

 

Also, das ist alles sehr schade und auch dass ich nicht mehr da bin.

 

Die Abende im Chai Saloon mit Korea Boy und Korea Girl,die Abende mit Mett aus Kanada im Good Life, das chinesische Dorf, Dienstag früh bei Pietro wo ich beim Brot backen zugeschaut habe, das Anbringen des Kevlar und Arbeiten mit dem anderen Volunteer (ein französischer Circus Artist der gut jonglieren kann), die Walking Street, all dies, so viel…

und nicht zu vergessen die Katzen.

 

Die Katzen!

Die liebe Katzen und es waren gleich neun Stück.

Was kann ich da noch zu sagen?

 

Erst gab ich ihnen noch im geheimen ein paar Kekse ab, aber als sie sich dann lauthals am Kaffee Nest um mich scharrten musste ich ihnen klar machen, dass es so nun auch nicht gemeint war.

Mit zwei von ihnen entwickelte ich eine besondere Bindung.

 

Aber, Moment, STOP.

 

Ich glaube ich muss was essen gehen und abgesehen davon, es wird einfach zu viel, es war um es auf den Punkt zu bringen, hervorragend.

 

Sabaii Sabaii

in Pai

 

Chapter 13. Pai

 

Why Pai?

 

Ich wusste schon vorher, wo ich hinwollte, weil mir ein Paar aus Hamburg den Tip gegeben hatte.

So traf ich am Montag, den 31.Januar in dem kleinen Dorf Pai nahe Chiang Mai, in den Bergen ein.

Schon der erste Eindruck war großartig, aber als ich die Jungle Farm aufspürte, konnte ich meinen Augen kaum noch trauen.

Alle Informationen waren korrekt :

Arbeiten auf der Farm und dafür wirste versorgt und musst nichts fürs Übernachten bezahlen.

 

Genial.

 

Ich wurde von Joe zu einem Tippi geführt, wie geil, leben wie ein Native!

Die folgenden vier Tage erkundete ich erst einmal die Gegend, um alles kennen zu lernen, dabei stellte ich fest, dass ich definitiv am richtigen Ort eingekehrt bin.

Solch einen Ort habe ich gesucht, endlich kam ich an.

Ich leihte mir ein Fahrrad aus, genoss frittierten Reis mit Gemuese und hatte erheblich mit dem Klima zu kämpfen, da es nachts bis zu 7 Grad herunterging und ich dass so gar nicht mehr gewoehnt war!

 

Arbeitstechnisch lief deshalb noch nichts, abgesehen von den paar Strohmatten, die ich gleich zu Beginn mit hochschleppte und einem halbstuendigen Aufrauemen des Bodens, auf dem tausende Spaehne und Bambusreste herumlagen, die von der Arbeit am Bar Haus stammten. Letzteres war am dritten Tag und ich bekam dafuer freundlich vom Berg Thai (der kein Englisch sprach, sich aber sehr bemuehte mit mir zu kommunizieren) Sangsom (DEN Thai Whisky) gereicht, welchen er offensichtlich sehr liebte.

 

Ansonsten war ich mehr als angetan davon im Tippi zu schlafen und genoss die Abende an denen ich krampfhaft versuchte das Feuer anzukriegen (ich scheiterte klaeglich, was nicht nur daran lag, dass die Stoecker feucht waren). Ich benutzte erst mein Oel, spaeter nur noch etwas Papier.

 

Diese Ruhe! Dieser Frieden!

 

Ich brauchte ein bisschen, um einen gescheiten Zeitpegel zu erreichen, am Anfang war es so, dass ich sehr spaet wieder in der Farm eintraf, nachdem ich im Dorf die einzigartige Atmosphaere aufgesogen hatte, die zu beschreiben mir wohl kaum gebuehrend gelingen wird.

 

Es ist einfach so, dass es kein Wort dafuer gibt.

Ich kann nur sagen, dass es bezaubernd ist, Zauber ist kein schlechtes Wort. Doch im zweiten Kapitel mehr.

 

In meiner zweiten Nacht bekam ich einen Schlafsack und zwei Decken von Joe, das war bitter noetig, die erste Nacht hatte mir beinahe die Supererklaeltung eingebracht, fortan hiess es dennoch immer Schniefen, Husten… einfach zu heftig der Temperaturwechsel.

 

Doch noch mal zum Zeitpegel:

Generell ist es so, dass die Arbeit auf der Farm morgens bis mittags und nachmittags erledigt wird, was ich erst mit der Zeit kapierte.

Aber es ist logisch, denn es wird einfach zu heiss zwischen 11.30 und 15.30 Uhr.

 

An diesen Lebensrhytmus muss man sich erst einmal gewoehnen, doch wenn es dann verinnerlicht ist, macht es umso mehr Spass.

 

Mae Yen Valley

 

Am Donnerstag (Tag 4) machte ich den Trip zum Mae Yen Wasserfall.

Wie sich herausstellte, war ich nicht der einzige und so ergab sich eine fetzige Truppe, die hauptsächlich aus Italienern bestand (ohh diese Frauen…).

 

Sie waren schon vorgegangen während ich noch an meinem Kaffee muemmelte, traf aber sehr schnell dazu.

Der Italiener mit der verrückten Brille war irre witzig, ein klasse Typ, er riss andauernd Witze (bei der Gelegenheit ein Gruß an den Herrn Minuzzi), während der zweite eher der ruhige war (und kaum Englisch sprach). Nummer Drei war eine Frau die Deutsch sprach, wir unterhielten uns viel über die Natur und die Berge und wie das Leben sei.

 

So schritten wir voran.

Der überwältigende Naturpfad entlang des Pai Flusses war eine einzige Offenbarung.

Manchmal geht es weg vom Fluss ein bisschen bergauf, manchmal geht es durch den Wald, manchmal muss man an dicken Felsbrocken klettern um voranzukommen.

Dabei kreuzt man immer wieder über kleine Steine springend den Fluss (andernfalls füllen sich die Schuhe mit Fröschen, Steinchen und kristallklarem Wasser).

 

Wie lange ist das her dass ich solch einen Wandertag mitgemacht habe?

Wunderschön!

 

Und dass mit so einer lustigen Truppe, in die ich gut hineinpasste.

 

Der Weg wird immer verzwickter, immer ursprünglicher, das Vorankommen schwieriger.

Und es dauert zweieinhalb Stunden bis der Wasserfall erreicht ist.

 

Und wenn er dann erreicht ist, ist klar, wieso man den langen Weg auf sich genommen hat, auch wenn gesagt werden muss, dass es auch ohne dieses Ziel ein herzhafter, knackiger Weg ist, den das Abenteuerherz mehr als zufrieden stellt.

 

Um am Wasserfall hinauf zu gelangen, ist es erforderlich, richtig zu klettern, denn es geht steil aufwärts.

Der Italiener mit der verrückten Brille war gleich oben, ich hingegen ließ mir noch Zeit und machte die Tour etwas später.

 

Die Frau in der Truppe schmierte Toastbrote die zu erstklassigen Sandwiches wurden. Hammer! Das sollte das erste mal sein, dass ich ein Brot mit Käse, Tomaten, Gurken und Fisch zu mir nahm. Es ist zwar nur Toastbrot und Toast-Käse, aber trotzdem!

Überhaupt hat Pai ein paar Bäckereien, doch nur eine ist Weltklasse, warum? Nun, weil es ein Italiener ist, der sie leitet!

 

Nachdem wir die Rast beendeten und genug vom Wasserfall hatten, traten wir den Rückweg an und da wir die Energie des Berges in Form seines belebenden Wassers aufgesogen hatten, waren wir viel schneller.

Und es war uns fortan egal ob unsere Schuhe nass wurden, wir schritten bewusst und mit viel kindlicher Freude direkt über den Fluss ohne uns länger damit abzugeben, die Steinchen zu benutzen.

 

Das war ein brillanter Trip, der den Geist belebt!

 

Weiter mit Pai geht es Kapitel 18.