Der Hundekatastrophenalarm

 

Stell dir vor, es ist nach Mitternacht und du kurvst gerade mit deinem Fahrrad gemütlich vom Geburtstag eines Freundes zurück in die heimischen Gefilde deiner nach allen persönlichen Maßstäben eingerichteten Luxuswohnung in Berlin und träumst dabei von einer herrlich wohlig-warmen Badewanne mit enorm teuren ätherischen Ölen aus der ganzen Welt plus Teegelage mit deinem Haustier, welches mal wieder zu lange vor der Glotze gehangen hat und dir eins von sonst wie eleganten Weihnachtsgeschenken erzählen wird.

 

Douglas Adams betonte oft, wie sehr er mit seiner Computertechnik zu kämpfen hatte, den kleinen Bammeldingern und Kabeln, von denen er Alpträume bekam, in denen sie ihn verfolgten wie hoch giftige und aggressive Schlangen.

Wenn du also durch Berlin kurvst, hast du im Moment mit einem Haufen Schnee und einer beißenden Kälte zu kämpfen, weißt aber, dass sich dir sonst nichts in den Weg stellen wird.

 

Das alles hat da wo ich bin keine Bedeutung.

Wir haben alle unsere Gewohnheiten und einige davon verbinden uns sehr stark miteinander, wie die Tatsache, dass wir in Berlin leben und keinen Hundekatastrophenalarm kennen.

 

Hundekatastrophenalarm bedeutet, dass du nach Mitternacht gerade gemütlich vom Geburtstag irgendeines Menschen, den du nicht kennst, zurück in dein Hostel kurvst und deiner Gewohnheit nach dass auch wirklich sehr gemütlich tust.

Nur dass auf einmal tausend aggressive Hunde aus unbekannten Winkeln des Bürgersteiges schießen wie die Kabel aus Douglas Adams Schrank und sich vorgenommen haben, dich und allein dich in ihr Pedigree Pal Menü zu integrieren.

 

Jedes mal wenn mir das passiert, bin ich auf einmal wieder putzmunter und zwei Wörter in meinem Kopf, die lauten <aggressive Hundestrecke>.

Mit der Gemütlichkeit ist es vorbei.

Ich fange an in die Pedale zu treten wie ein junger Gott bei der Tour de France und hoffe und bete wie der christlichste Katholik, dass ich kein Weihnachtsbraten werde.

Sie sind wirklich hinter dir her, mach dir das klar, nur dir, denn du bist der einzige Trottel auf der ganzen Insel der um diese Zeit ohne Licht mit einem Gefährt durch die Wahllachei dümpelt, dass keinen Motor hat und Sie haben auf diesen Moment gewartet.

 

Das ist kein Witz.

Sie sind aggressiv und ich glaube, dass Sie alle aus einer Psychiatrie geflohen sind, in der noch verrücktere Laborärzte mit ihnen unaussprechliche Versuche mit Benzodiazepinen, Modern Talking, David Hasselhoff und Vitam-R durchgeführt haben, was eine explosive Mischung pangalaktischen Wahnsinns darstellt.

 

Und obwohl ich Hunde normalerweise gut leiden kann, selbst wenn ich nie ein Herrchen gewesen bin, rase ich mit all meinen Kräften los um schnell wieder im Hostel zu sein, so bald diese Horde durchgeknallter Köter mit fehlender Beisshemmung die Jagd auf mich eröffnet hat.

Sie hören nicht auf, hinter dir her zu rennen, bis du entkommen bist.

 

Bitte, ich wünsche mir Probleme mit den Computerkabeln zu haben.

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Chapter 7. Neue Woche auf Phangan

Der Rückenflügel des Schmetterlings besteht aus drei Ebenen, die insgesamt Sicheln bilden.

Auf der oberen gehen drei gravierte Punkte nach rechts und links und zwei jeweils nach unten ab, die alle aussehen wie ein Frühstückstoast.

Die letzten beiden unteren Punkte dieser Ebene treffen auf die zweite Ebene und bilden den Mittelpunkt, was bedeutet, dass sie die Augen darstellen.

Auf dieser Höhe, der Mittelebene, gehen goldene sichelförmige Vierecke in beide Richtungen schräg ab.

Und die untere letzte Ebene schließlich beherbergt ganz kleine schwarze Punkte, welche den größten Teil einer Strecke auf dem Flügel zurücklegen.

Der Flügelmittelpunkt also besteht aus zwei Punkten, die wie viereckige Augen aussehen.

Diese Augen haben einen seltsamen Blick.

Es sind Augen wie die eines strengen weisen Schamanen, der aber auch gefährlich werden kann, wenn ihm danach ist.

Der ganze Flügel sieht es aus wie das Bildnis eines schamanisch-elefantartigen Gottes, wie ein wandernder Schamanenelefant.

Wie er in Indien aussehen sollte.

Mit einem äußerst sicheren Grinsen.

Entschuldigung.

Der Schmetterling saß gerade fünf Minuten auf meiner rechten Hand, nachdem er sich außerordentlich langsam und scheu auf den Weg dorthin begeben hatte und schaute mir fast die gesamte Zeit über tief in die Augen.

Es war absolut sonderbar und großartig, fast so, als hätte er begriffen, dass ich ihn gerade versuche zu beschreiben und mich mit seinem Besuch auf meiner Hand enorm dabei unterstützten wollte.

Nur schade, dass es meine rechte Hand war, mit links kann ich weniger gut schreiben, na, er wollte eben mit mir plaudern, auch in Ordnung.

Ich wollte ihn nur kurz beschreiben und dann mit meiner eigentlichen Geschichte fortfahren > was für ein Moment mit dem Schmetterling.

Aber es bringt mich zu einer wunderbaren Überleitung.

So sind die Tropen.

Seit nunmehr drei Tagen ein Wunder nach dem anderen.

Am 11. Dezember dass Schauspiel der Natur an der Küste durch Ebbe und Flut, frei treibende Kiteboarder, Fahrradtour und Wochenmarkt mit Abschluss in einer indisch-dekorierten Technobar.

Gestern dann erwachen mit indischem Frühstück und Mantramusik, eine Dämmerung mit märchenhaften Wolkenschleiern und dem heranrückenden Gewitter, welches mich am Ende den Regenwald in vollem Maße erlebbar machte.

Und Heute?

Ich erwachte durch die Shiva Moon Experience erst gegen vier Uhr am Nachmittag, machte mich jedoch gleich nach einem kräfteweckenden Müsli auf den Weg, um mich auf Phangans Tagesmarkt in Thong Sala ins Getümmel zu stürzen.

In das südasiatisch-rege Marktleben einzutauchen ist ein bisschen so wie ins Mittelalter zu reisen.

Zahlreiche Stände, gefüllt mit den Köstlichkeiten aus aller Welt, locken uns Hungrige an, die wir dürsten nach dem Fleisch der Früchte und Zähne leckend an ihnen vorbeischleichen.

Es riecht nach all unseren Wünschen, dass uns das Wasser im Munde zusammenfließt und Rauch durchströmt die Flur, während Wörter und Sätze hektisch erklingen. Stimmen, die fremd in den Ohren rauschen, aber eines gemeinsam haben: sie preisen die Waren an.

Ich sehe Brathähnchen sich drehen, blubbernd kochende Suppen und dampfendes Pad Thai in riesigen Woks.

Gebratener Fisch mit schwarzer Kruste, Würstchen, Schrimps, Bananen und Pfannkuchen.

Auch Hot Dogs, Donuts und Kebap sind im Angebot.

Frisch gepresste Fruchtshakes, Obst und sogar Schmuck, doch ich suchte nach frischem Fisch.

Am Ende, als ich über den Markt gelaufen war, wurde ich in der dahinter befindlichen Speisehalle fündig, am ersten Stand auf der linken Seite.

Die Speisehalle entspricht in Form und Flair dem einer Mensa. Ein großer Raum mit vielen Tischen in der Mitte, ringsum die Cafes und Restaurants.

Hier gibt es sogar Spagetthi und Pizza.

Ich bestellte White Snapper, einen mittelgroßen Fisch und durfte meine Beilagen selbst aussuchen, die aus Frittierten Nudeln, Möhren, Blumenkohl, sowie Cocktailtomaten und großen grünen Bohnen bestanden, was mir frisch zubereitet wurde.

Ich genoss das Festmahl, da ich mir seit meiner Ankunft in Thailand noch keinen Fisch gegönnt habe.

Was für ein Land!

Was für eine Insel!

Meine gemächliche Fahrt zurück zum Red Cube fühlte sich an wie ein freier Flug durch Träume der Zufriedenheit.

So leicht und sinnlich wie mein Schmetterling, der jetzt an der Tischblume klebt als gehöre er zur Dekoration und bestünde aus Plastik.

Ich rollte also auf meinem Fahrrad zurück, ein Federgewicht, um nur kurz einen Umweg in den deutschen Biergarten zu machen, den ich seltsamerweise noch kaum registriert habe, obwohl er direkt gegenüber ist.

Ich betrat ihn und erfuhr dass der Betreiber aus Süddeutschland stammt und gegenüber seinem Publikum ist er ein angenehmer Zeitgenosse.

Zwei Hängematten und zahlreiche psychedelische Bilder ringsherum, sowie die typischen Latte, Bier- und Weingläser auf dem Regal.

Aber die deutsche Schwachsinnigkeit bildet die Jägermeister Maschine: Eine Zapfanlage mit dem großen Hirsch und vier Literflaschen auf dem Dach, die den Kräuterschnaps hineinrauschen lassen.

Die Trinkdekadenz einer Kultur, zu der ich nicht gehören möchte.

Ebensowenig wie zum Schwarwaldsäufervolk, dass ihre Promillebräuche dem buddhistischen Thailand aufbrummt wie die Amis uns ihre fettigen Burger.

Bratwurst, Schnitzel und Ketchup durchlaufen ihren Weg vom Herd bis an den Tisch.

Ich entschied mich eine Cola zu trinken und dann rasch wieder das Weite zu suchen> der krönende Kontrast zum meinem vorangegangenen Exotiktrip über den Thaimarkt, was mir schauerliche Gefühle einbrachte, als würdest du in einem Gespensterhaus die Kellertür aufstoßen und dadurch ein ohrenbetäubendes Knarzen verursachen.

Mein klammheimliches Verdünnisieren glich dem dezenten Eintreffen mühelos und ich stattete den nahen Strandbars daraufhin einen ebenso unauffälligen Besuch mit absolutem Zehenspitzengefühl ab.

In der Dunkelheit der Nacht ein weiterer sternenklarer Himmel und Michael Jacksons Thriller weht mit dem Wind um die Wette.

Die Bars hinter meinem Hostel vom Holiday Beach aus Richtung Thong Sala bieten Zuflucht für all jene gestrandeten Seelen, die ihrem Burnout Syndrom mit wahrer Sorglosigkeit entfliehen möchten oder einfach nur im richtigen Moment den Reisekatalog aufgeschlagen haben, als ihnen Gute Zeiten, Schlechte Zeiten mal wieder gehörig auf die Eier ging.

Oder weil sie der Gedanke abschreckte, morgens halb sechs von einer intergalaktischen Schneeflocke erschlagen zu werden, nachdem drei Tornados ihre Hunde nach Griechenland transportiert hatten, wo sie nun nach einem Temperatursturz von über zwanzig Grad nicht die einzigen sind, die massenhaft zu Spontanen Massiven Eiskunstskulpturen transformiert werden.

In der Ferne gab jemand seine Feuerspielkünste zum Besten, was mich natürlich anlockte.

All diese Bars wirken wie der bunte Jahrmarkt mit seinen Schießbuden und Zuckerwatteständen, ein einziger Rummelplatz auf dessen Programm statt dessen Drachenfruchtcocktails und Caipirinhas stehen.

Rastaflair hier, Fahrstuhlmusik dort und die erreichte Feuershow wird von ihren Zuschauern beklatscht.

Alles in allem lässt mich der Eindruck nicht mehr los, dass ich auf einem riesigen Fusion Festival gelandet bin, was auch erklärt, warum ich bereits auf vier Partys ordentlich das Tanzbein schwingen durfte in meiner ersten Woche.

<The Incredible Tropic Fusion Island Festival> mit Fröschen die nach kräftigen Regengüssen ihre Megaphone auspacken, damit sie dich möglichst lange wach halten können, aggressiven Vampirfaltern und unendlich vielen Floors.

Und da bin ich noch bis Weihnachten und im Februar.

Mein Hostel, dass eine einzige Kunstgalerie ist, lässt mich verweilen, schreiben, hier, auf einem der beiden nagelneuen orangenen Sofas – mein Schmetterling rechts an der Wand nahe der Decke.

Und so vergeht ein weiterer Tag auf dieser Reise, der den Geschmack des Vergessens über den Teppich des Lebens ausbreitet und so die Fransen der schlechten Webereien jener gestrigen Partynacht in den Staub des Verblassens entlässt.

Ein neuer Zyklus hat begonnen.

Wohin er mich treibt ist ungewiss.

Aber die Fluten des Daseins, die Strömungen der Zeit führen mich zu neuen Ufern des wachen Bewusstseins.

Stück für Stück.

Welle für Welle.

Berauschend und seelendurchströmend.

Chapter 6. Shiva Moon Experience

 

An einem Sonntag im Dezember gibt es auf Koh Phangan viele Möglichkeiten seine Zeit zu verbringen.

Eine Safari durch den Dschungel mit Schlangenshow, Affenfüttern und Elefantenreiten, ausgedehnte Tauchexpeditionen bis rüber nach Koh Samui, Klettertouren bis an die Grenze der Erschöpfung oder Partys ohne Ende.

 

An speziell diesem 12.September gab es weniger Möglichkeiten aus guten Gründen.

Die Shiva Moon Experience.

 

Als randgruppenbewusster Vollblutgoanaut muss ich dass natürlich so darstellen. Also nicht irritieren lassen, ein Ritt auf einem Elefanten ist bestimmt genauso witzig.

 

Ich folgte in jedem Fall wieder einmal dem Ruf des Mondes, der mich in ein interessantes Abenteuer verwickelte.

 

Doch zuvor die Ironie.

Die Ironie ist etwas, dass gegen einen Jux nicht viel einzuwenden hat und einem deshalb gerne mal mit enthusiastisch und penibel geplanten Spässen aufwartet.

So kam mir vor einem Jahr das erste mal die Idee zu verreisen.

Ursprünglich jedoch nicht nach Thailand, sondern Indien.

Und die Ironie hat sich für diesen speziellen Fall natürlich nicht den Schneid abkaufen lassen und ausgiebig vorbereitet, um mir durchweg indische Merkmale vor die Nase setzen zu koennen.

So ist nicht nur indisches Essen auf meiner Speisekarte, sondern auch indisch hergerichtete Bars kreuzen meinen Weg. Auch an diesem Tag der Shiva Moon sah es nicht anders aus.

Ich weiss nicht genau wie es hiess, vielleicht war es Masala.

In jedem Falle ein interessanter Punkt so alles in allem.

 

Zusätzlich lief auch indische Musik, was sonst…

 

Aber Fakt ist, die Ironie gefällt mir doch sehr> eine Komposition die mir alle geistigen Kraefte zurückgibt, gemeinsam mit einem erneuten Gang zum Strand, wo ich Douglas Adams Vorwort zu P.G. Wodehouses <Sunset at Blandings> genüsslich verzehre.

 

Die Wolken schoben sich ineinander waehrend das Rot der Sonne von unten durch sie hindurch brach. Zauberhafte Gesichter wie aus einem Märchen, manche wie hauchdünn gesponnene Seide, andere wie dicke Zuckerwatte, bilden und lösen sich wieder auf, dazu bieten Kokospalmen zwei exotischen Vögeln Unterschlupf, auf dass sie einer sehr intensiven und wohlbelebenden Paarungszeremonie frönen können.

 

Ich merke wie alles in mir heilt. Friedliche Ruhe vor dem Sturm….

Der nicht weit entfernt lauert und sich auf die Insel stürzen will wie die Nadel auf einen Junkie oder Beavis auf einen Nacho.

 

Oder auf die Shiva Moon Experience mit einer ganzen Garde Ironie.

 

Es regnet in Strömen.

Die Raumschiffe sind wieder da.

Meine Fahrt mit dem Giant wird zum Abenteuer platschnasser Urzeitlichkeit.

Der Plastikumhang den ich mir gekauft habe, hält den Wassermassen nicht stand und es dauert nicht lange bis ich aussehe wie ein durchweichter Pudel in Baumwolltracht, den seine reiche Juwelierladenbesitzerin aus Versehen in die Waschmaschine gesteckt hat.

Es schüttelt mich wie den Dampfer waehrend eines Tsunamis oder der Ekel vor einem Pariser Kentucky Fried Chicken und der Schleudergang setzt ein, als ich von der regulären Strasse auf den bergaufführenden Feldweg des Dschungels wechsele.

Da fuhr ich nun, mitten auf dem Pfad voll von Tropenmatsch, den der Regen verursachte > die Taschenlampe mit der einen und die Bremse mit der anderen Hand umklammernd.

Eine Milliardenschar rasender Tropfen peitschte verheerend den Erdboden und zwang ihn radikal dazu, Baeche ausbilden zu müssen die keine Touristenpudel mit dem Hang nicht mehr alle Schrauben beisammen zu haben, leiden koennen und sich deshalb entgegen dem geltenden Versammlungsgesetz zu Pfützen von der Grösse explodierter Wasserkraftwerke zusammenschliessen.

Ich schaue konzentriert, immer mit Blick auf diesen sich gerade auflösenden Erdboden gerichtet, mit dem Rad vorankaempfend wie die Faueste von Terence Hill.

Und plötzlich, fuer den Moment einer Millisekunde unaufmerksam, krache ich mit Lichtgeschwindigkeit, oder zumindest Warp 4, in ein Tyrannosaurus Rex grosses Wasserloch, was den Totalausfall meines sonst so genialen Trekkingrades zur Folge hat.

Triefend erreiche ich dennoch kratzerfrei die kleine Einlasshuette zur Shiva Moon Experience, die wie aus der Dimension gefallen wirkt. Aus einer weit entfernten Dimension ungeführ in der Nähe der Beteigeuze.

Reisserisch wie die Wassermassen jenes Abends war es bis heute nicht mehr, dass ist eine von den Erinnerungen, die sich unauslöschlich in deinem Gehirn einnisten wie Kaulquappen in einem Teich oder die Fledermause in Batmans Höhle.

 

Die Shiva Moon Experience.

Und was für eine!

 

Danach kann die eigentliche Party nicht annähernd so punkten wie das Naturspektakel, welchem ich zuteil geworden bin.

Die Tanzfläche befindet sich in einer tiefen Kuhle, ein Wunder, dass die noch nicht geflutet ist> in einem Dschungelloch vom Durchmesser eines Tennisplatzes und einer Dekoration die eingefleischte Technikstudenten dazu bringt, sich ihre Zungen an ihrem Espresso zu verbrennen und die Haare aller Goanauten auf der Stelle in Dreadlocks verwandelt.

 

Ich werde in den Strudel eines Fiebers gerissen, dass an Obskuritaet nichts offen lässt auf der Shiva Moon Experience, die wegen des Sturms voller Ironie seltsam unbeschreibbar und mit wenig Publikum zurueckbleibt.

Gedehnt und verzerrt in meinem Gedächtnis.

 

Ein irrer Tag.

Chapter 5. Regen ohne Ende

 

Regen Regen Regen.

Unaufhörlich ergießt er sich über der Insel, als wolle er sie ins Meer versenken.

Normalerweise beendet er seine Arbeit schon Ende November und gönnt sich eine kostspielige Kreuzfahrt in andere Gefilde, aber dieses Jahr will er einfach nicht weg.

Es regnet nun schon seit ich vor zwölf Tagen angekommen bin und nur an drei Tage davon war es sonnig. Ich kann den Regen nicht mehr sehen.

Dazu kommt dass du machen kannst was du willst, deine Klamotten und alles andere wird nicht trocknen.

Alles ist und bleibt feucht.

 

Die Blackmoon Party vor zwei Tagen wurde deshalb abgesagt und dass verursachte eine große Verwirrung bei allen, die extra gekommen waren, um mal gewaltig die Sau rauszulassen.

Alternativ jedoch wurde eine gleichwertige Party mit dem selben LineUp organisiert, welche nicht allzu weit entfernt unter Planen stattfand und sogar kostenlos war, was mich und meinen kleinen Geldbeutel natürlich enorm freute.

Ich traf vorher auf ein deutsches Pärchen, dass ziemlich angepisst (im wahrsten sinne des wortes) von dem Ganzen waren, aber irgendwie wieder zu guter Laune fanden, als sie mich trafen, weil ich dem ganzen doch mit einigem Humor zu begegnen verstand. Sie spendierten mir dann auf der Party einen Wodka Red Bull und von diesem genehmigte ich mir dann noch einen von meinem eigenen Geld, was mich zuerst sehr puschte (in dem Red Bull in Tailand ist irgendwas drin, was einen enorm in die Höhe hebt) und über eine Stunde in einen irren Powerflummi verwandelte, welcher nichts geringeres tat als über die gesamte Tanzfläche zu fliegen und zu drehen wie es nur ein Powerflummi kann.

 

Wirklich gute Musik wurde aufgelegt, doch nach besagter Stunde drehte sich alles um mich herum und ich musste mich in eine der zahlreichen Hängematten unter einer Palme zur Ruhe legen, weil wirklich nichts mehr ging.

Dass zog sich dann bis in die frühen Morgenstunden so hin, irgendwie hat es mir am Ende doch etwas die Party versaut und ich musste den ganzen folgenden Tag schlafen.

Na bei dem Regen auch nicht weiter tragisch.

Genauso wie heute. Ich verzog mich in mein Zimmer und begann die Ausdrucke über Thailand und Kambodscha zu studieren, was sehr interessant und entspannend war.

Ich habe Phil von Koh Tao wiedergetroffen und ihn wegen der Laos Idee angesprochen und <perfekt> er will mit noch jemanden Anfang Januar nach Laos reisen. Ich sagte ihm, dass ich mich dem anschließe.

Also geht es im Januar nach Laos und danach werde ich allein noch die Tempelstadt Angkor Wat in Kambodscha abklappern um dann wieder in Thailand ( mit kurzem Stop auf Koh Pi Pi), auf Koh Phanghan und Tao zu landen.

So der Plan.

Aber was alles dazwischen kommen kann, dass kann ich nicht sagen.

 

Aber auf dass wenigstens der Regen in seine wohlverdienten Ferien verdampfen geht!

Chapter 4. Auf nach Koh Phangan

 

Vorgestern, am 4.Dezember, ging es mir endlich wieder viel besser und ich stieg unter anderem auf den Berg wo die <Experience>, die New Years Party, stattfinden wir, ließ mir meine allererste Thai Massage geben (wow hey) und schrieb sehr viel und lange.

Außerdem knallte es einmal plötzlich hinter mir heftig und es stellte sich heraus, dass ich beinahe zu einem Steak verarbeitet worden wäre. Puuh!

 

Ich war also sehr aktiv und ging schließlich früh schlafen um putzmunter sein zu können für den Wechsel auf die Goanauteninsel Koh Phanghan, was ich gestern dann auch tat.

 

Die Fähre startete um zehn Uhr vormittags und ich wurde sogar zuvorkommender weise zum Pier gefahren, wo auch der Argentinier aus der Bar seinen Trip nach Phanghan antrat.

Zur Abwechslung schien wieder die Sonne, aber nur ab und an, während Wolken sich ihr in den Weg stellten.

Die Überfahrt war erfrischend und ich lauschte Fatboy Slims <Bondi Beach> Mix, der richtig gut dazu funktionierte.

Fische gab es leider keine zu sehen, nur einmal huschte einer sehr elegant über die Oberfläche.

Vielmehr sah ich auf endloses Meer mit relativ ruhigen Wellen.

 

Anderthalb Stunden dauert die Fahrt mit dem Expressboot der Gesellschaft Songserm, das ist die etwas preisgünstigere Alternative im Vergleich zu den Konditionen der Lomprayah, mit denen ich von Chumphon aus bis Koh Tao gereist bin.

 

Als die Fähre im Hafen von Phanghan eintraf, stand bereits eine riesige Meute von Taxifahrern und Resortanbietern am Steg, um uns Touristen mit ihrem typischen Grinsen auf penetrante weise ihren Dienst entgegen zu kreischen.

Es war bizarr.

Ich wünschte, ich hätte einen Fotoapparat zur Hand gehabt, beziehungsweise meinen Audio Recorder, um diese tausendfach gebrüllten <Taxi, Taxi> auf SD zu besitzen (aber das kann ich ja später noch tun).

 

Nachdem ich es geschafft hatte, ihnen mit viel Mühe zu entkommen, schnappte ich mir die erstbeste Karte der Insel und lief straight in Richtung Blackmoon Party Location, einem Gebiet namens Baan Tai Village, ebenso wie bereits Chalok Baan Kao auf Koh Tao im Süden gelegen.

 

Es stellte sich dabei heraus, dass die Insel doch noch viel größer ist als ich dachte und ich die Strecke somit falsch einschätzte.

Mit dem schweren Gepäck eine Tortur.

 

Irgendwann, ich war an zahlreichen Läden und Restaurants vorbeigekommen, kam ich auf eine Brücke, an der mich eine freundliche Thai fragte, wohin ich denn wolle und ich antwortete, ich wisse es nicht so genau, würde aber einen preisgünstigen Schlafplatz suchen, woraufhin sie entgegnete, dass sie mir da etwas zeigen könne und ich stieg hinter sie mit aufs Motorbike.

 

Wir fuhren zu einem Resort, dass mit 400 baht leider schon über meinen Möglichkeiten liegt und machten schließlich (wieder auf dem Rückweg) bei einem roten Hostel mit Namen <Red Cube> Hostel Art Cafe halt.

Die Thai kannte die Betreiber schon und ich wurde sogleich zu einem Zimmer für 280 baht. Perfekt.

 

Das Red Cube.

Ich muss jetzt mal etwas schwärmen.

Es ist so genial.

 

Die Betreiber sind Russen, die erst vor einer Woche ihre Eröffnungsparty geschmissen haben, sind spiritueller als alle Thais die ich bis jezt getroffen habe, hören gute Musik und haben alles dekoriert mit selbstgemalten Bildern.

Die Wirtin heißt Dascha und wir verstehen uns ausgezeichnet.

Sie hat ein Tee-Faible (na endlich mal jemand) und ich durfte am Abend erstklassigen chinesischen Ginseng-Grüntee schlürfen, und sie bereitete mir nicht weniger exzellente Spagetthi Vegetables.

 

Es ist wirklich super.

Jetzt bin ich voll angekommen.

 

Ich ging mir noch die Einkaufsmeile in der Nähe des Hafens ansehen und fand dabei einen traditionellen Markt wo es extrem nach Fisch stinkt.

Es gibt viele kleine <Imbiss> Wagen, die an einigen Ecken stehen, an anderen herumgekurvt werden.

Ich entdeckte nach langer Suche auch Feuerstäbe, einen großen Tesco und einen dieser bekannten Buddha Souvenir Shops.

 

Ich warte aber mit dem Kauf des Stabs noch, weil ich heute bei der Party Phil wiedersehen werde, der sicher weiß wo es noch andere zu kaufen gibt.

Jener Stab den ich gesehen hab, kostet weniger als 15 eus, was klasse ist.

 

Am Ende machte ich noch einen ausgedehnten Gang nach Baan Tai, um mir die Party Locations anzuschauen.

Das wird eine Goanautenwoche vom Herrn, nachher die Blackmoon Culture am Strand und in drei Tagen die Shiva Moon im Dschungel.

Leider gießt es schon wieder in Strömen, so ist es seit gestern als ich auf dem Rückweg von meiner Besichtigung war.

Ich hoffe dass die Sonne morgen früh endlich mal herauskommt, es regnet nun schon die meiste Zeit seit ich in Thailand bin.

 

Aber ich bin ausgerüstet. Ich habe einen Regenmantel und werde dem trotzen!

 

Also ich empfehle mich dann, werd noch was essen und dann zum Goanauten.

 

bis auf weiteres.

Fear & Loathing in Koh Tao

Du musst dich deinen Ängsten stellen, waren meine Gedanken als ich in der Nacht vom 2. auf den 3.Dezember in meinem sonst so königlichen Schlafgemach meine Augen versuchte zu schließen.

Meine Angst war größer als der Raum und das lag an der verdammten Spinne, die wahnsinnig schnell von einer Wand zur nächsten flog.

Seit meinem Abenteuertrip war ich lädiert und gerädert und musste mich erholen, aber ich habe eine gewisse Spinnenphobie.

Es raschelte und raschelte unaufhörlich und als sie plötzlich auf meinem Kopf landete, musste ich einfach mal ein bisschen schreien.

Echt, ich verließ das Zimmer, kaufte mir unten im 7eleven, dem einzigen Shop der rund um die Uhr geöffnet hat, eine Panikschokolade und wieder zurück.

Ich hatte keine Wahl.

Die Nacht drauf schlief ich dann schon sehr viel besser und im Grunde ist es einer jener irrationaler Ängste wie beim Fliegen.

Gefährlich ist der Straßenverkehr, gefährlich ein kleiner Skorpion, aber keine Spinne und auch keine Schlange auf dieser Insel.

Komisch unsere Ängste, nicht?

Jetzt habe ich jedenfalls schon viel weniger Probleme damit. Es musste einfach mal raus.

Fluch und Segen

 

Die Geckos sind großartig.

Sie hängen die ganze Nacht an der Decke herum und schleichen sich fast meditativ an ihre Beute heran.

Ihre Beute sind die lästigen Insekten.

Somit haben Mensch und Gecko in diesen Breiten eine Vereinbarung miteinander getroffen, die keine blöden amtlich-besiegelten Schriftstücke benötigt hat.

Eine still schweigende, praktische Übereinkunft zwischen zwei Spezies, die wunderbar funktioniert.

Wenn es doch immer so einfach wäre.

 

Da ist es mit den Moskitos ganz anders.

Die Moskitos sind wie Gäste auf einer Party, die niemand eingeladen hat und die die ganzen Wein- und Kartoffelchipsvorräte plündern.

Die Geckos.

Alle lieben sie.

Die Moskitos.

Alle hassen sie.

 

Wenn sie wenigstens nicht jucken würden, ihre Stiche.

Warum müssen die jucken?

Warum keine stillschweigende Vereinbarung?

Ich meine, wir könnten ihnen ja einen Eimer voller Blut hinstellen, aus dem sie mit Strohhalmen genüsslich schlürfen –  aber Vampire sind eben Säuger.

Verdammte Biester!

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